Die Geschichte des Gebäudes (Foto: ©Stadtarchiv Braunschweig)

Die Geschichte des Gebäudes

Die Geschichte des Gebäudes

Neue Gedankenräume erobern.

"Vom kleinen Exer zum Haus der Wissenschaft - Der Ort, das Haus, seine Geschichte"

Seit September 2016 gibt es im Südtreppenhaus des Hauses der Wissenschaft eine Dauerausstellung, die ausführlich auf die wechselvolle Geschichte dieses Gebäudes hinweist. Ein Katalog zur Ausstellung kann in der Zentralstelle für Weiterbildung für 6 € erworben werden. Wir legen Ihnen einen Besuch dieser Dauerausstellung (kostenfrei begehbar montags bis samstags, 8-22 Uhr) sehr ans Herz, fassen hier aber schon einige Eckdaten zur Übersicht zusammen:

Die Planung und der Bau des Gebäudes fanden in den 1930er Jahren statt, architektonisch ist das Aussehen an die norddeutsche Backsteingotik angelehnt. Noch in der Planungsphase wurde eine neue Zweckbestimmung festgelegt als eigenständige Hochschule für Lehrerbildung (1937), die ab 1942 als Lehrerbildungsanstalt fortgeführt wurde. Der Gesamtkomplex bestand aus sechs Gebäuden. Drei, einen Innenhof umfassende, niedrige Gebäudeteile mit Instituts- und Verwaltungsnutzung, einem Gebäude für das Naturhistorische Museum, einem Turnhallenbau und dem Turmgebäude als Hörsaalbau mit Sternwarte. Die Einweihung des Gebäudes fand am 23. Mai 1937 als "Bernhard-Rust-Hochschule" statt. Bernhard Rust war der damalige Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Der Neubau galt als Beispiel spätexpressionistischer Architektur der NS-Zeit im Sinne offizieller Staatsarchitektur.

Die Gebäudenutzung nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage kaum zerstört, so dass hier bereits im November 1945 der Vorlesungsbetrieb wieder aufgenommen werden konnte und die Hochschule als Hochschule für Lehrerbildung mit dem Namen „Kant-Hochschule“ eröffnet wurde.
Seit 1978 ist die Lehrerbildung und damit auch der erhaltene Gebäudekomplex Teil der Technischen Universität Braunschweig. Die Nutzung für das Naturhistorische Museum ist bis heute beibehalten. Die „Kant-Hochschule“ war der erste Ort, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine freie Universitätsausbildung ermöglichte.
Gleichzeitig bildete der Gebäudekomplex das eigentliche Kulturzentrum Braunschweigs nach der nationalsozialistischen Unterdrückung. Hier tagte nicht nur der erste demokratische Landtag, in der Aula fand auch am 21. November 1946 die Schlusssitzung des Braunschweigischen Landtages statt, mit der das Land Braunschweig endgültig Teil des neuen Bundeslandes Niedersachsen wurde.
Im Jahr 1978 löste das Land Niedersachsen seine Pädagogischen Hochschulen (PH) auf. Die Braunschweiger PH wurde in die Technische Universität integriert. Seitdem ist das Gebäude Teil der TU. Es beherbergt Institute und Hörsäle sowie seit 2009 das Studienservice-Center und das Haus der Wissenschaft. Die Aula im Turmbau ist ein zentraler Ort der Universität für festliche Anlässe und große öffentliche Veranstaltungen.
In den Jahren 2008 und 2009 wurde das Haus mit Unterstützung des Landes Niedersachsen, der TU Braunschweig und Sponsoren aus der Region (Öffentliche Versicherung, Salzgitter AG, Veolia Environnement, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz) umfassend renoviert und umgebaut. Dabei entstanden neue Tagungsräume im fünften Stock. Seit 2011 krönt eine nachts beleuchtete Glaskuppel, entworfen von O.M. Architekten, das Haus der Wissenschaft.

(Nach einem Text von Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel, Insitut für Braunschweigische Regionalgeschichte, Technische Universität Braunschweig)