KrankheitsErregend (Foto: ©Bild: HZI)

KrankheitsErregend

Lesungsreihe

Neue Gedankenräume erobern.

KrankheitsErregend

Mikroben und ihr Vorkommen stehen im Fokus der achten Ausgabe von „KrankheitsErregend“: Die Kleinstlebewesen, die zwar mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind, begleiten den Menschen dennoch auf Schritt und Tritt. Sie bevölkern das Bad, machen es sich im Schlafzimmer gemütlich und lassen es sich in der Küche schmecken.

Oder sie werden zur ernstzunehmenden Hygiene-Gefahr im Krankenhaus. Multiresistente Keime, die jedem Antibiotikum trotzen, sind dort an der Tagesordnung. Prävention wird so zum wichtigsten Baustein im Umgang mit Krankenhausinfektionen.

Wie können wir uns vor Keimen schützen – oder wie nützen sie uns sogar? Und wie sieht die aktuelle Forschung in diesem Fachgebiet aus?

„KrankheitsErregend“ setzt sich in diesem Herbst aus zwei Lesungen und einem Science Slam zusammen. Auf den unterhaltsamen Lesungen von Susanne Thiele und Prof. Dr. Dirk Bockmühl dreht sich alles um Keime zuhause und im Krankenhaus. Im Anschluss kommen renommierte Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung zu Wort, die Einblicke in die aktuelle Forschung der Mikrobiologie geben.

Keim daheim Ein Besuch im Krankenhaus

28. November 2019

Professor Dirk Bockmühl stellt bei KrankheitsErregend sein aktuelles Sachbuch "Keim daheim" (2018) vor. Am Abend geht es besonders um das Kapitel "Ein Besuch im Krankenhaus".

Es gibt zurzeit wohl nur wenige Themen, die die medizinische Welt so beschäftigen wie Krankenhausinfektionen, vor allem, weil viele dieser Infektionen mit Antibiotikaresistenzen zusammenhängen. Aber warum sind diese Infektionen denn so ein Problem? Meist sind Infektionserreger beteiligt, die entweder Teil der natürlichen menschlichen Mikroflora sind, sodass sich der Patient durch Kontakt mit Besuchern, dem Pflegepersonal oder sogar "an sich selbst" infizieren kann; oder es handelt sich um Keime, die überall in der Umwelt vorkommen, weshalb sich ein Zusammentreffen nicht vermeiden lässt.

Dann spielen die erschwerten  Bedingungen des Krankenhausumfeldes eine Rolle: viele kranke Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf engem Raum. Und besonders problematisch wird es auch, wenn es sich um Mikroorganismen handelt, die sich schlecht therapeutisch in den Griff kriegen lassen, was vor allem bei antibiotikaresistenten Bakterien und generell bei Pilzen der Fall ist. Aber: kann man etwas dagegen tun? Die gute Nachricht ist: Man kann.

Es gibt mittlerweile einen ganzen Katalog an Maßnahmen, die helfen sollen, Krankenhausinfektionen zu verhindern. Allem voran gilt ein vernünftiger Umgang mit Antibiotika als wichtigstes Mittel im Kampf gegen Resistenzen, aber auch sinnvolle Hygienemaßnahmen können helfen, diese Herausforderung in den Griff zu bekommen. Wichtig ist aber, dass alle Beteiligten: medizinisches Personal, Patienten und auch deren Angehörige diese Problematik verstehen, um zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun. Dazu wollen wir an diesem Abend beitragen.

Im Anschluss an die Lesung gibt es ein Podiumsgespräch mit Professor Luka Cicin-Sain, Leiter der Arbeitsgruppe „Immunalterung und chronische Infektion“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

Referenten

Prof. Dr. Dirk Bockmühl (Foto: ©Fabian Stuertz)
Prof. Dr. Dirk Bockmühl
Hochschule Rhein-Waal
Professor für Hygiene und Mikrobiologie
Prof. Dr. Dr. Luka Cicin-Sain (Foto: ©Frank Bierstedt)
Prof. Dr. Dr. Luka Cicin-Sain
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Leiter der Arbeitsgruppe "Immunalterung und chronische Infektion"

Moderator

Johannes Kaufmann (Foto: ©Philipp Ziebart)
Johannes Kaufmann
freier Wissenschaftsjournalist

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke Lesung + Fachgespräch

14. November 2019

Autorin Susanne Thiele stellt bei KrankheitErrengend ihr aktuelles Sachbuch "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke" vor:

Wie bekämpfen Zimmerpflanzen Schimmelpilze und halten unsere Räume gesund? Wie schaffen es Katzen, ein Gen zu deaktivieren, das Asthmaerkrankungen befördert? Dank Mikroben! Unsere kleinsten Mitbewohner haben zwar oft einen schlechten Ruf, aber sie erledigen im Haushalt viel Nützliches: sie reinigen unser Wasser, filtern unsere Luft und trainieren unser Immunsystem.

Wir leben mit Milliarden von Bakterien, Viren und Pilzen zusammen, und das meist sehr friedlich. Nur wenn ihre Anzahl überhandnimmt, kann es gefährlich werden. Dann könnten wir uns in unserer Küche eine Salmonellenvergiftung oder unter der Dusche eine “Bademeisterlunge” holen, eine Form der Lungenentzündung.

Auf einem informativen und unterhaltsamen Rundgang durch Küche, Bad, Schlaf-, Kinderzimmer und Co. erklärt die Mikrobiologin Susanne Thiele, welche Mikroben mit uns in unseren Wohnraumen leben und wie wir die kleinen Untermieter in Zaum halten. Sie zeigt, warum zu viel Sauberkeit schadet, und gibt Tipps für die richtige Hygiene im Alltag. 

Im Anschluss an die Lesung gibt es ein Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Till Strowig, Leiter der Abteilung „Mikrobielle Immunregulation“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

Referent*innen

Susanne Thiele (Foto: ©Verena Meier)
Susanne Thiele
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Leiterin Presse- und Kommunikation, Pressesprecherin
Prof. Dr. Till Strowig (Foto: ©HZI/János Krüger)
Prof. Dr. Till Strowig
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Leiter der Abteilung "Mikrobielle Immunregulation"

Moderation

Johannes Kaufmann (Foto: ©Philipp Ziebart)
Johannes Kaufmann
freier Wissenschaftsjournalist