KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Umweltsünde Mikroplastik

Die Forscherinnen Lina Büngener und Sarah-Maria Kluger der TU Braunschweig haben große Mengen von Mikroplastik in Wasser- und Schlammproben der Oker gefunden.
Dr. Anja Schwarz vom Institut für Geosysteme und Bioindikation der TU Braunschweig erklärt: „Mikroplastik ist eine Bezeichnung für ganz kleine Plastikpartikel, z.B. Kügelchen, Folien oder Fasern. Die Partikel sind kleiner als 5 mm. Oft sind sie mit bloßem Auge kaum erkennbar.“
Mikroplastik entsteht als Abfall in der Industrie und ist in vielen Kosmetika vorhanden. Von dort gelangt es ins Abwasser und schließlich auch in die Flüsse und unsere Weltmeere. Auch größeres Plastik landet in der Umwelt, wenn es nicht recycelt wird. Der Abbau von Plastik braucht sehr lange – bis zu 600 Jahre. Es verrottet nicht, sondern die großen Teile zerfallen in immer kleinere Stücke, bis sie die Größe von Mikroplastik erreichen. Die Partikel sind klein, aber gefährlich: Sie werden von Fischen und Vögeln aufgenommen, das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht und auch für den Menschen kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.
„Wir können aber heute schon aktiv etwas gegen Mikroplastik tun, indem wir Müll recyceln und möglichst Plastik vermeiden“, so Schwarz. Damit Plastik nicht in unseren Gewässern landet, sollten wir auch herumliegenden Müll aufsammeln und entsorgen.
Heute findet übrigens der BUND- Aktionstag „Plastik in und an der Oker“ in ganz Braunschweig statt. Hier könnt ihr euch noch genauer über das Thema informieren und aktiv mitmachen!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28.09.2019)

Rückschau

Was ist ein Grolar-Bär?

14.09.2019

Ein Zebra hat Streifen, eine Giraffe einen langen Hals?
Wir haben uns an diese Arten gewöhnt. Aber in Wahrheit verändert sich alles weiter. Manchmal schnell, indem Arten verschwinden oder sich sehr langsam über Jahrtausende hinweg verändern. Beim Eisbären gibt es eine Entwicklung, bei denen Wissenschaftler und Artenschützer noch diskutieren, wie sie zu bewerten ist.
Durch den Klimawandel tauchen die Eisbären immer mehr auf dem Festland auf. Dabei dringen sie aber in die Region eines anderen Bären vor - nämlich des Grizzlys. Da dieser sich immer weiter in den Norden ausbreitet, begegnen sie sich immer öfter. Dabei kommt es ab und zu dazu, dass vor allem Eisbärendamen mit männlichen Grizzlys "anbandeln". Dabei entstehen sogenannte Grolar-Bären oder Pizzlys.
Manche meinen dabei schmunzelnd, dass Eisbärdamen wohl eine Vorliebe für die "gut aussehenden" Grizzlys haben. Ob die Nachkommen sich in der Wildnis behaupten können, wird sich noch zeigen. Denn eigentlich sind beide Arten gut an ihre Lebensweise angepasst. Der Eisbär kann zum Beispiel sehr gut schwimmen. Bei den Grolar-Bären ist man skeptischer.
Grundsätzlich machen sich Forscher wie Artenschützer mehr darüber Sorgen, dass Arten aufgrund der Lebensraumzerstörung verschwinden, als das neue Arten wie beim Grolar-Bären entstehen könnten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.09.2019)

Moin, Servus und Guten Tag!

07.09.2019

In Norddeutschland begrüßt man sich mit "Moin", in Bayern mit "Grüß Gott". Beide Begrüßungen sind Beispiele für Dialekte. Dialekte sind Sprachvarianten, und es gibt sie überall auf der Welt.
"Der deutsche Sprachraum gliedert sich in drei Bereiche, den niederdeutschen Raum im Norden, den mitteldeutschen in der Mitte und den oberdeutschen Sprachraum im Süden", erklärt Dr. Imke Lang-Groth vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig. Menschen, die Dialekt sprechen, kommen eher aus ländlichen Gegenden, in großen Städten treffen hingegen viele unterschiedliche Sprechweisen zusammen, deshalb sprich man eher Hochdeutsch. Dialekte sind Teil der gesprochenen Sprache und unterliegen keinen Regelungen wie das Hochdeutsche. Sie unterscheiden sich in der Grammatik und in der Aussprache.
"Wenn ich müde bin, sage ich zum Beispiel ,Ich gehe ins Bett' . Wenn jemand in Ostwestfalen müde ist, sagt er vielleicht: ,Ich geh' im Bett'. Das klingt falsch, ist aber im Dialekt richtig", sagt Lang-Groth. In Hamburg kennt man die Waterkant, weiter südlich die Wasserkante. Auch hinsichtlich des Wortschatzes unterscheiden sich Dialekte. Wer das Badezimmer putzt, wischt es mit dem Wischlappen. Im Niederdeutschen, also in der Gegend, in der Platt gesprochen wird, wird das Bad mit dem Feudel gefeudelt. Die Sprache ist also nicht einheitlich, sondern hat verschiedene Ausprägungen, die man Varietäten nennt, das können dann Dialekte sein.
Vielleicht kannst du ja auch einen Dialekt sprechen?

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07.09.2019)

Vom Risiko der Vögel zu schlafen

31.08.2019

Viele Vögel schlafen gerne in einer besonderen Schlafhaltung: Sie stecken den Kopf nach hinten ins Gefieder.Welchen Vorteil hat dies?
Forscher haben dies kürzlich bei der Gartengrasmücke eingehend untersucht – ein häufiger, aber sehr unscheinbarer Vogel. Der Name täuscht ein wenig. Gartengrasmücken sind kaum in Gärten zu finden. Sie mögen lieber naturnahe Hecken an Feldern und Waldrändern. Zur Überwinterung fliegen sie nach Afrika. An einem Rastplatz, einer Insel im Mittelmeer, haben die Forscher die Vögel beobachtet. Dabei kam heraus, dass nicht alle Vögel die Schlafposition „Kopf ins Gefieder“ einnahmen. Viele schliefen aufrecht. Die Forscher haben mit einer Thermokamera beobachtet, dass bei aufrechter Kopfhaltung sehr viel Wärme über den Kopf – besonders rund um das Auge – abgegeben wird. Dabei wird Energie und damit Fettreserven verbraucht. Dies ändert sich schlagartig, wenn der Kopf im Gefieder steckt.
Die Vögel müssen als Zugvögel Energie sparen, da sie Kraft für das Reisen brauchen. Die energiesparende Schlafhaltung „Kopf im Gefieder“ hat aber einen großen Nachteil: Die Vögel brauchen länger, um auf einen Feind zu reagieren. Also stecken sie nur dann die Köpfe zum Schlafen unter das Gefieder, wenn sie schon viele Fettreserven verbraucht haben. „Fette“ Vögel ziehen es vor, aufrecht zu schlafen.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 31. August 2019)

Bildchen, die Gefühle ausdrücken

24.08.2019

Ob Löwe, Partytüte oder der klassische Smiley: Emojis sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Die kleinen Symbole nutzt man, wenn man sich mit dem Smartphone Nachrichten schreibt.
Bei geschriebenen Nachrichten ist manchmal das Problem, dass man sich missversteht. Es fehlt die Stimme, die mit ihrer Betonung anzeigt, ob etwas ernst gemeint ist, ob jemand einen Witz macht, gerade wütend oder lustig ist. Doch Emojis helfen dabei, einen sogenannten "visuellen Ton" zu erzeugen, also einen Ton, den man zwar nicht hören, aber sehen kann. So werden Missverständnisse in geschriebenen Nachrichten abgebaut.
Die Erfindung des Smileys in der elektronischen Kommunikation ist etwas älter als das Smartphone. Der Informatiker Scott E. Fahlmann hat bereits in den 1980er Jahren vorgeschlagen, für die Kennzeichnung eines Witzes in E-Mails die Zeichenabfolge :-) zu benutzen. Legt man den Kopf nach links erkennt man ein lächelndes Gesicht.
Wie ihr sicherlich wisst, gibt es inzwischen hunderte unterschiedlicher Emojis. Anders als das von Fahlmann erfundene Smiley sind sie detaillierter, farbig und können viele unterschiedliche Dinge wie Tiere, Verkehrsmittel, Essen oder Gefühle zeigen. Dass kleine Symbole in eine Nachricht eingefügt werden, ist übrigens gar nicht so neu. Schon in Briefen des 16. bis 19. Jahrhunderts finden sich kleine Zeichnungen von Gesichtern, die die Botschaft erklären sollten.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. August 2019)

Was ist eigentlich Hassverhalten?

17.08.2019

Mit Hass beim Menschen hat dies nichts zu tun. Vom Hassen oder Hassverhalten spricht man bei Vögeln oder Säugetieren.
Im Urlaub an der See kann man Hassverhalten von Lachmöwen gegen Raubmöwen sehr gut beobachten. Kaum tauchen die Raubmöwen in der Nähe der Kolonie auf, gehen schon die Attacken der Lachmöwen los. Jagderfolge bleiben so oft aus.
Es gibt mehrere Gründe für das gemeinsame Hassen: Auf einen Feind aufmerksam machen, verjagen und auch jüngeren Tieren beibringen, was sie genau hassen sollen.
In der Stadt kann man das Hassen im Park von Krähen gegenüber Greifvögeln sehr oft sehen. Geschickt attackieren diese den Angreifer von allen Seiten, bis er sich zurückzieht. Auch bei Säugetieren kommt Hassverhalten vor. Paviane werden nur sehr selten erfolgreich von Raubkatzen angegriffen, da sie diese gemeinsam vertreiben.
Erst kürzlich haben Forscher noch eine weitere Funktion des Hassens aufgedeckt. Sie erkannten, dass bei manchen Vogelarten Männchen besonders auffällig hassen, wenn viele Weibchen zugucken. Manchmal auch gegen Feinde, die nicht ganz so gefährlich waren.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Männchen damit Weibchen beeindrucken wollen, ohne sich selbst zu gefährden. Die Weibchen sollten dabei sehen, wie gut die Männchen ein Nest gegen Feinde verteidigen können.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. August 2019)

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