KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist ein Grolar-Bär?

Ein Zebra hat Streifen, eine Giraffe einen langen Hals?
Wir haben uns an diese Arten gewöhnt. Aber in Wahrheit verändert sich alles weiter. Manchmal schnell, indem Arten verschwinden oder sich sehr langsam über Jahrtausende hinweg verändern. Beim Eisbären gibt es eine Entwicklung, bei denen Wissenschaftler und Artenschützer noch diskutieren, wie sie zu bewerten ist.
Durch den Klimawandel tauchen die Eisbären immer mehr auf dem Festland auf. Dabei dringen sie aber in die Region eines anderen Bären vor - nämlich des Grizzlys. Da dieser sich immer weiter in den Norden ausbreitet, begegnen sie sich immer öfter. Dabei kommt es ab und zu dazu, dass vor allem Eisbärendamen mit männlichen Grizzlys "anbandeln". Dabei entstehen sogenannte Grolar-Bären oder Pizzlys.
Manche meinen dabei schmunzelnd, dass Eisbärdamen wohl eine Vorliebe für die "gut aussehenden" Grizzlys haben. Ob die Nachkommen sich in der Wildnis behaupten können, wird sich noch zeigen. Denn eigentlich sind beide Arten gut an ihre Lebensweise angepasst. Der Eisbär kann zum Beispiel sehr gut schwimmen. Bei den Grolar-Bären ist man skeptischer.
Grundsätzlich machen sich Forscher wie Artenschützer mehr darüber Sorgen, dass Arten aufgrund der Lebensraumzerstörung verschwinden, als das neue Arten wie beim Grolar-Bären entstehen könnten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.09.2019)

Rückschau

Moin, Servus und Guten Tag!

07.09.2019

In Norddeutschland begrüßt man sich mit "Moin", in Bayern mit "Grüß Gott". Beide Begrüßungen sind Beispiele für Dialekte. Dialekte sind Sprachvarianten, und es gibt sie überall auf der Welt.
"Der deutsche Sprachraum gliedert sich in drei Bereiche, den niederdeutschen Raum im Norden, den mitteldeutschen in der Mitte und den oberdeutschen Sprachraum im Süden", erklärt Dr. Imke Lang-Groth vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig. Menschen, die Dialekt sprechen, kommen eher aus ländlichen Gegenden, in großen Städten treffen hingegen viele unterschiedliche Sprechweisen zusammen, deshalb sprich man eher Hochdeutsch. Dialekte sind Teil der gesprochenen Sprache und unterliegen keinen Regelungen wie das Hochdeutsche. Sie unterscheiden sich in der Grammatik und in der Aussprache.
"Wenn ich müde bin, sage ich zum Beispiel ,Ich gehe ins Bett' . Wenn jemand in Ostwestfalen müde ist, sagt er vielleicht: ,Ich geh' im Bett'. Das klingt falsch, ist aber im Dialekt richtig", sagt Lang-Groth. In Hamburg kennt man die Waterkant, weiter südlich die Wasserkante. Auch hinsichtlich des Wortschatzes unterscheiden sich Dialekte. Wer das Badezimmer putzt, wischt es mit dem Wischlappen. Im Niederdeutschen, also in der Gegend, in der Platt gesprochen wird, wird das Bad mit dem Feudel gefeudelt. Die Sprache ist also nicht einheitlich, sondern hat verschiedene Ausprägungen, die man Varietäten nennt, das können dann Dialekte sein.
Vielleicht kannst du ja auch einen Dialekt sprechen?

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07.09.2019)

Vom Risiko der Vögel zu schlafen

31.08.2019

Viele Vögel schlafen gerne in einer besonderen Schlafhaltung: Sie stecken den Kopf nach hinten ins Gefieder.Welchen Vorteil hat dies?
Forscher haben dies kürzlich bei der Gartengrasmücke eingehend untersucht – ein häufiger, aber sehr unscheinbarer Vogel. Der Name täuscht ein wenig. Gartengrasmücken sind kaum in Gärten zu finden. Sie mögen lieber naturnahe Hecken an Feldern und Waldrändern. Zur Überwinterung fliegen sie nach Afrika. An einem Rastplatz, einer Insel im Mittelmeer, haben die Forscher die Vögel beobachtet. Dabei kam heraus, dass nicht alle Vögel die Schlafposition „Kopf ins Gefieder“ einnahmen. Viele schliefen aufrecht. Die Forscher haben mit einer Thermokamera beobachtet, dass bei aufrechter Kopfhaltung sehr viel Wärme über den Kopf – besonders rund um das Auge – abgegeben wird. Dabei wird Energie und damit Fettreserven verbraucht. Dies ändert sich schlagartig, wenn der Kopf im Gefieder steckt.
Die Vögel müssen als Zugvögel Energie sparen, da sie Kraft für das Reisen brauchen. Die energiesparende Schlafhaltung „Kopf im Gefieder“ hat aber einen großen Nachteil: Die Vögel brauchen länger, um auf einen Feind zu reagieren. Also stecken sie nur dann die Köpfe zum Schlafen unter das Gefieder, wenn sie schon viele Fettreserven verbraucht haben. „Fette“ Vögel ziehen es vor, aufrecht zu schlafen.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 31. August 2019)

Bildchen, die Gefühle ausdrücken

24.08.2019

Ob Löwe, Partytüte oder der klassische Smiley: Emojis sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Die kleinen Symbole nutzt man, wenn man sich mit dem Smartphone Nachrichten schreibt.
Bei geschriebenen Nachrichten ist manchmal das Problem, dass man sich missversteht. Es fehlt die Stimme, die mit ihrer Betonung anzeigt, ob etwas ernst gemeint ist, ob jemand einen Witz macht, gerade wütend oder lustig ist. Doch Emojis helfen dabei, einen sogenannten "visuellen Ton" zu erzeugen, also einen Ton, den man zwar nicht hören, aber sehen kann. So werden Missverständnisse in geschriebenen Nachrichten abgebaut.
Die Erfindung des Smileys in der elektronischen Kommunikation ist etwas älter als das Smartphone. Der Informatiker Scott E. Fahlmann hat bereits in den 1980er Jahren vorgeschlagen, für die Kennzeichnung eines Witzes in E-Mails die Zeichenabfolge :-) zu benutzen. Legt man den Kopf nach links erkennt man ein lächelndes Gesicht.
Wie ihr sicherlich wisst, gibt es inzwischen hunderte unterschiedlicher Emojis. Anders als das von Fahlmann erfundene Smiley sind sie detaillierter, farbig und können viele unterschiedliche Dinge wie Tiere, Verkehrsmittel, Essen oder Gefühle zeigen. Dass kleine Symbole in eine Nachricht eingefügt werden, ist übrigens gar nicht so neu. Schon in Briefen des 16. bis 19. Jahrhunderts finden sich kleine Zeichnungen von Gesichtern, die die Botschaft erklären sollten.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. August 2019)

Was ist eigentlich Hassverhalten?

17.08.2019

Mit Hass beim Menschen hat dies nichts zu tun. Vom Hassen oder Hassverhalten spricht man bei Vögeln oder Säugetieren.
Im Urlaub an der See kann man Hassverhalten von Lachmöwen gegen Raubmöwen sehr gut beobachten. Kaum tauchen die Raubmöwen in der Nähe der Kolonie auf, gehen schon die Attacken der Lachmöwen los. Jagderfolge bleiben so oft aus.
Es gibt mehrere Gründe für das gemeinsame Hassen: Auf einen Feind aufmerksam machen, verjagen und auch jüngeren Tieren beibringen, was sie genau hassen sollen.
In der Stadt kann man das Hassen im Park von Krähen gegenüber Greifvögeln sehr oft sehen. Geschickt attackieren diese den Angreifer von allen Seiten, bis er sich zurückzieht. Auch bei Säugetieren kommt Hassverhalten vor. Paviane werden nur sehr selten erfolgreich von Raubkatzen angegriffen, da sie diese gemeinsam vertreiben.
Erst kürzlich haben Forscher noch eine weitere Funktion des Hassens aufgedeckt. Sie erkannten, dass bei manchen Vogelarten Männchen besonders auffällig hassen, wenn viele Weibchen zugucken. Manchmal auch gegen Feinde, die nicht ganz so gefährlich waren.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Männchen damit Weibchen beeindrucken wollen, ohne sich selbst zu gefährden. Die Weibchen sollten dabei sehen, wie gut die Männchen ein Nest gegen Feinde verteidigen können.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. August 2019)

Warum kribbelt's?

10.08.2019

Kennst du das: du sitzt etwas länger im Schneidersitz, und auf einmal werden die Füße taub und kribbeln, als würden kleine Ameisen darin herumkrabbeln? Deine Füße sind eingeschlafen. Aber was genau passiert da eigentlich?
Dr. Tobias Weiland ist Neurologe am Städtischen Klinikum Braunschweig. Er erklärt: "In manchen Haltungen werden bestimmte Nerven eingedrückt. Die Nerven senden jederzeit elektrische Signale und sind dadurch mit dem Rückenmark und dem Gehirn verbunden. Wenn ein Nerv abgeklemmt wird, stockt die Verbindung zwischen Nerv und Gehirn. Die Zuständigkeitsgebiete des Nervs werden dann taub und kribbelig.
"Das Kribbeln ist also ein Signal zum Selbstschutz des Körpers: Wir sollen die Position wechseln. Theoretisch können alle Körperteile einschlafen. Die meisten Nerven sind aber besonders gut gepolstert, deshalb schlafen eher die Körperteile ein, bei denen Nerven weit außen liegen - zum Beispiel die Beine im Schneidersitz, wenn der Peroneusnerv, der außen am Knie langläuft, abgeklemmt wird. Oder die Hände beim Radfahren, weil der Medianusnerv durch den Griff an den Lenker abgedrückt ist.
"Ein Nerv, den jeder kennt, ist der 'Musikantenknochen', der eigentlich der Ellenbogennerv ist. Dieser liegt oberflächlich am Ellenbogen. Wenn man sich da stößt, kribbelt es vor allem im kleinen Finger, im Ringfinger und der äußeren Handkante", so Weiland. Je nachdem, wie lange der Nerv abgedrückt wurde, dauert es einige Minuten, bis er sich erholt hat. Meistens ist das Kribbeln aber schnell wieder vorbei.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. August 2019)

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