KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Eine Pflanze mit Namen Bauchnabel

Ja, dieser Name passt wirklich zu Pilea peperomioides. Wenn du genau hinschaust, sieht das Blatt der Bauchnabelpflanze entfernt wirklich wie ein Bauchnabel aus. Auch die weiteren deutschen Namen Glückstaler, Chinesischer Geldbaum, Elefantenohr, Ufopflanze beziehen sich alle auf die eigentümliche Blattform.
Die Pflanze ist bei Pflanzenliebhabern verbreitet. Denn sie ist sehr leicht zu pflegen und bedankt sich mit dieser wunderschönen grünen Farbe. Doch sie ist gar nicht so oft im Handel zu sehen. Wie kann sie trotzdem so häufig als Zimmerpflanze vorkommen? Es bringt Glück, sie weiterzugeben. Das geht ganz einfach. Die Pflanze lässt sich nämlich sehr leicht durch Stecklinge vermehren. Neue Austriebe der Pflanze mit nur wenigen Blättern müssen einfach nur mit einem sauberen Messer abgeschnitten und dann in Erde gesetzt werden. Schon nach wenigen Wochen bilden sich Wurzeln.
Diese Stecklingsvermehrung wird bei vielen Pflanzen gemacht, damit man nicht erst Samen benötigt. Außerdem erhält man so immer wieder die gleiche Pflanze. Es geht aber nur bei Pflanzen, die am Spross wieder Wurzeln nach dem Abschneiden bilden. Im Frühjahr gelingt dies am besten. Die Pflanze, die ursprünglich aus China kommt, mag es sonnig und muss nur einmal in der Woche gegossen werden. Achtet mal darauf, ob jemand so eine Pflanze im Bekanntenkreis hat!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Juli 2019)

Rückschau

Darum gibt es in Braunschweig viele Löwen

13.07.2019

Löwen begleiten uns durch das gesamte Stadtbild Braunschweigs. Ob der große Löwe auf dem Burgplatz, dessen Original ihr in der Burg Dankwarderode finden könnt, ob Löwen am Fuße des Obelisken am Löwenwall oder auf dem Heinrichsbrunnen am Hagenmarkt - das Wappentier ist überall in Braunschweig präsent. Aber wieso ist eigentlich der Löwe das Wahrzeichen Braunschweigs?
"Der Löwe war zuerst das Wahrzeichen für den Herzog von Bayern und Sachsen. Heinrich der Löwe ließ das bronzene Löwenstandbild 1168 vor der Burg Dankwarderode errichten", weiß Professor Gerd Biegel von der TU Braunschweig. "Der Herzog wurde schon lange Heinrich der Löwe genannt und da lag es nahe, den Löwen als Wahrzeichen zu nehmen, denn er steht für Macht und Stärke."
Zuerst war der Löwe also eigentlich ein Symbol für den Herrscher. Zum Wappentier und Wahrzeichen der Stadt Braunschweig wurde der Löwe erst nach und nach. 1231 zum Beispiel war er schon Teil des Siegels der Stadt und im selben Jahrhundert auch schon auf den städtischen Geldmünzen abgebildet." Offiziell bestätigt wurde das Braunschweiger Wappentier im 15. Jahrhundert. Die Darstellung des steigenden, roten Löwen auf weißem Untergrund mit hoch gestrecktem Schwanz wurde zu der zeit bestätigt und hat sich bis heute erhalten", erklärt Biegel. Um den Löwen zu entdecken, muss man in Braunschweig eigentlich nur um die nächste Ecke gehen. Versucht es doch mal mit einer Löwensafari mitten durch Braunschweig!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. Juli 2019)

Mehr Auswahl macht nicht glücklicher

06.07.2019

Du gehst zum Bäcker und kaufst Brötchen, zum Supermarkt und holst Getränke oder bestellst dir eine Hose im Internet. Überall musst du dich entscheiden, welches Produkt du möchtest. Wenn du dich schon einmal für eine bestimmte Sorte entschieden hast, beeinflusst das natürlich deine Entscheidung. Wenn sie dir gefallen hat, wirst du diese bestimmt wiederwählen.
Was aber, wenn du etwas Neues kaufst. Zum Beispiel spezielle Marmeladensorten aussuchen sollst? Forscher interessieren sich sehr für diesen Auswahlprozess. Auch für die Wirtschaft könnte das wichtig sein. Wenn du in die Supermärkte guckst, wird dir eins klar: Viel Auswahl scheint uns wichtig zu sein.
Aber macht viel Auswahl auch glücklich? Und kaufen wir bei viel Auswahl auch mehr?
Überraschenderweise kamen Forscher zu einem anderen Ergebnis. Sie präsentierten einmal nur 6 und dann 24 Marmeladensorten verschiedenen Kunden. Danach konnten sie die Marmeladen auch kaufen. Bei einer größeren Auswahl ließen sich mehr Kunden anlocken. Das überraschte die Forscher nicht.
Doch dann kam das Unerwartete: Standen weniger Marmeladen zur Auswahl, kauften die Tester diese danach lieber. Außerdem waren sie nach der Wahl viel zufriedener. Kurios, oder? Viel Auswahl scheint uns also einerseits anzulocken, andererseits aber nicht kauffreudiger und schon gar nicht glücklicher zu machen.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06. Juli 2019)

Warum die Braunschweiger Bolchen sagen

29.06.2019

Bist Du ein Klinterklater? Das ist eine Person, die mit Okerwasser getauft, also in Braunschweig geboren wurde. Und weißt Du, was ein Bolchen ist?
Es gibt verschiedene Worte, die man nur in der Region Braunschweig benutzt. Sogenannte Sprachfärbungen findet man in verschiedenen Regionen Deutschlands. Vielen sind sie als Dialekte bekannt.
In der Sprachwissenschaft geht man davon aus, dass es eine Gemeinsprache gibt, die für alle einheitlich und verständlich ist. In unserem Fall ist das zum Beispiel die deutsche Hochsprache. Zusätzlich zur Gemeinsprache gibt es die sogenannten Varietäten", erklärt Dr. Ayse Yurdakul vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig.
Zu den Varietäten gehören Dialekte, Soziolekte und Fachsprachen. Ein Dialekt ist die Art und Weise, in der in einer bestimmten Region gesprochen wird, zum Beispiel Bayrisch. Ein Soziolekt bezeichnet, wie bestimmte Gruppen miteinander sprechen, zum Beispiel Jugendsprache. Und Fachsprachen sind unterschiedlich je nach dem Beruf, den jemand ausübt.
Wichtig an Varietäten ist, dass sie sich zwar in der Wortwahl und Aussprache unterscheiden, nicht aber in den allgemeinen Sprachregeln. "Eine Varietät ist immer nur einer bestimmten Gruppe vorbehalten. Jugendsprache etwa wird von Jugendlichen verwendet, und ein Hamburger spricht kein Bayrisch", so Yurdakul. Ein Bolchen ist übrigens ein Bonbon. Obwohl wir in Braunschweig keinen ausgeprägten Dialekt haben, gibt es doch auch hier eine Sprachfärbung.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29. Juni 2019)

Was Ziegen alles können

22.06.2019

Ziegen sind bei uns nicht mehr so häufig zu sehen wie in anderen Ländern. Die etwas eigenwilligen Tiere begleiten den Menschen als Nutztiere aber schon mehr als 10.000 Jahre. Sie sind äußerst genügsam und fressen auch Pflanzen, die der Mensch sowieso nicht nutzen möchte. Außerdem werden Fleisch und die Milch verwendet.
Gerade stehen Ziegen aber aus weiteren Gründen wieder im Interesse der Forschung. Sie werden beispielsweise eingesetzt, um Brände zu verhindern. Ob dies dauerhaft nutzt, wird zum Beispiel in Kalifornien untersucht. Wie das geht? Ziegen müssen nur wenig betreut werden und fressen sogar vertrocknetes Gras. Dadurch werden viele brennbare Materialien einfach "weggemümmelt".
Und Ziegen sollen sogar noch mehr können. Im Rahmen eines großen Forschungsprojektes namens "Icarus" wird untersucht, ob Ziegen Vulkanausbrüche vorhersagen können. Die Ziegen laufen am Vulkan Ätna in Sizilien herum. Mit Sendern bestückt werden diese Daten von der Raumstation ISS überwacht und genau aufgezeichnet.
Erste Erfolge sind schon zu verzeichnen. Auf große Unruhe in der Herde folgte immer ein kleiner Vulkanausbruch. Damit dies zuverlässig als Vorhersage funktioniert, muss aber noch viel weitere Forschungsarbeit folgen. Dass dies Ziegen überhaupt können, haben übrigens Hirten rund um den Ätna den Wissenschaftlern verraten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. Juni 2019)

Wozu baut man Deiche?

15.06.2019

Wenn du schon einmal an der Küste warst, hast du es bestimmt bemerkt: An vielen Stellen ist eine langgezogene Erhebung. Die Rede ist von Deichen. Aber wozu baut man die? Dr. Stefan Schimmels vom Forschungszentrum Küste erklärt: "Die wichtigste Funktion von Deichen ist der Schutz vor Hochwasser." Wenn an der See zum Beispiel eine Sturmflut kommt, wird das Wasser vom Wind an die Küste gedrückt, und der Wasserspiegel steigt - manchmal um mehrere Meter. Hinzu kommen sehr viel größere Wellen. Dass all das Wasser einfach ins Hinterland läuft, verhindert der Deich.
Schon vor über 1000 Jahren haben Menschen Deiche gebaut. Besonders an der Nordsee haben sie eine lange Tradition. Zur Seeseite läuft ein Deich so flach wie möglich aus, und es gibt im Optimalfall ein Vorland. Das dient dazu, dass die ankommenden Wellen sofort gebrochen werden und nicht mit voller Energie auf den Deich treffen. Wie hoch ein Deich gebaut wird, hängt davon ab, wie viel Wasser er abhalten muss.
"Früher wurde ein Deich einfach aus Erde aufgeschüttet. Heute besteht er aus einem Kern aus Sand. Damit da kein Wasser durchsickert, legt man eine etwa ein Meter dicke Schicht Klei darüber. Dieser hat eine ähnliche Konsistenz wie Lehm. Über dieser Kleischicht liegt eine Grasschicht. Dann ist der Deich sehr stabil", so Schimmels.
Das Bild von einem Deich mit friedlich grasenden Schafen ist übrigens kein Vorurteil: Schafe halten das Gras kurz, und durch das Herumtrampeln verdichten sie zugleich den Boden.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. Juni 2019)

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