KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist eigentlich ein Kugellager?

Ein Kugellager verringert den Widerstand zwischen Rad und Achse und verbessert so die Drehung. Stellt euch vor, dass ihr ein Holzauto bastelt. Wenn ihr in eine Holzscheibe mit Loch in der Mitte einfach einen Holzstab steckt, wird sie sich relativ schwer drehen. Die Reibung zwischen Stab und Reifen ist einfach sehr groß.
Noch schlimmer wird es, wenn das fertige Auto auch noch beladen wird. Dann drückt eine Last auf die Achse und das Rad dreht sich noch schwerer.
Wie geht es nun leichter? Nehmt ein Buch und schiebt es über den Tisch. Das geht nicht so gut. Die ganze Fläche reibt an dem Tisch. Wenn ihr nun viele Stifte unter das Buch legt, rollt es nur so dahin. So ähnlich ist die Idee des Kugellagers.
Zwischen zwei unterschiedlich großen Ringen befinden sich Kugeln. Diese Ringe werden mit den Kugeln auf die Achse gesteckt. Nun dreht sich nur noch der äußere Ring und die Kugeln. So verringert sich die Reibung zwischen Achse und Reifen deutlich.
Die Kugeln können sich zusätzlich zwischen den Ringen nicht frei bewegen. Sie werden durch eine Art Käfig in gleichbleibende Position gebracht. Sonst würden sie sich vielleicht verhaken.
Kugellager findest du zum Beispiel in Inlinern und Fahrrädern. Jetzt kann nur noch eindringender Schmutz den Fahrspaß verringern. Deswegen sollten Kugellager regelmäßig gereinigt werden.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07.12.2019)

Rückschau

Warum schwimmen Schiffe?

23.11.2019

Ist es nicht spannend, dass Schiffe schwimmen können? Dr. Anne Geese von der TU Braunschweig erklärt: „Alle Körper werden von der Erdanziehungskraft angezogen. Wenn etwas schwimmt oder in der Luft aufsteigt, liegt das am Auftrieb.“ Dieser hängt mit der sogenannten Dichte zusammen.
Dichte ist das Verhältnis vom Gewicht zur Größe eines Körpers. Ist die Dichte größer als die des umgebenden Mediums (also von Luft oder Wasser), dann sinkt ein Gegenstand. Klar: Wenn du einen Stein in den See wirfst, geht er unter. Ist die Dichte aber geringer, wie zum Beispiel bei Styropor, dann steigt der Gegenstand auf.
Aber warum können so große und schwere Schiffe dann schwimmen? Ein Stück Eisen geht doch unter, weil es eine höhere Dichte hat als das Wasser. „Das liegt an ihrer Bauweise. Schiffe verdrängen eine riesige Menge an Wasser. Der Auftrieb ist nämlich immer so groß wie die Menge des verdrängten Volumens. Das heißt, wenn ein Schiff Eisenwände hat, aber einen dicken mit ausreichend Luft gefüllten ‚Bauch‘, verdrängt es viel Wasser und hat daher Auftrieb“, sagt Geese.
Du kannst dazu selbst ein Experiment durchführen. Nimm eine Styroporkugel und eine gleichgroße Kugel aus Knete und lege sie ins Wasser. Die Knete geht unter, das Styropor schwimmt. Aber was passiert, wenn du aus der Knete ein Boot formst? Dann wird mehr Wasser verdrängt, und die Knete schwimmt.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23.11.2019)

Warum hebt ein Hund sein Bein?

16.11.2019

Man das nervt vielleicht. Muss Bello wirklich so oft… ständig hebt er sein Beinchen beim Gassigehen. Wenn man die Route kennt, wird man auch feststellen, dass er auch meistens an denselben Stellen pinkelt. Ist er vielleicht krank oder nervös?
Ganz bestimmt nicht. Der Hund ist nicht krank. Er versucht nur, an möglichst auffälligen Stellen sein Revier zu markieren und seine Anwesenheit zu präsentieren. Damit dies auch allen Schnüfflern gut in die Nase steigt, ist es gut, möglichst hoch zu markieren. Und das kann man eben am besten, wenn man sein Beinchen hebt. Besonders gut ist es natürlich auch, die Spur des Vorgängers zu überdecken. Reicht man dann auch noch höher, umso besser! Übrigens heben meistens nur die Rüden – also die männlichen Hunde – das Bein. Welpen tun dies auch noch nicht. Dies machen erst die älteren Hunde. Bei Weibchen kommt dieses Markieren nur ganz selten vor. Nur sehr dominante Weibchen – also die Chefinnen im Gebiet – heben auch ihr Bein.
Übrigens, Tricks zum Auffallen gibt es auch in der Hundewelt: Manche Rüden versuchen ein bisschen zu schummeln. Denn um so höher man seine Duftmarke setzt, um so beeindruckender kommt man rüber. Da kann man schon mal ein paar Verrenkungen machen und fast einen Handstand beim Markieren hinkriegen. Das macht dann echt Eindruck beim schnüffelnden Nachfolger.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16.11.2019)

Was Äpfel mit Bananen anstellen

09.11.2019

Was gibt es schöneres und gesünderes als leckeres Obst? Du gehst zuhause an den Obstkorb, in dem Äpfel, Bananen und Birnen liegen. Aber plötzlich siehst du das: Die frischen Bananen sind schon mit braunen Stellen übersäht. Zwar kannst du die immer noch essen, aber wenn du sie noch länger liegen lässt, reifen sie noch weiter nach und verderben.
Aber woran liegt es, dass Bananen manchmal so schnell nachreifen und schlecht werden?
Der Fehler liegt in der Lagerung. Bananen sollten nämlich nicht mit Äpfeln zusammen gelagert werden, denn Äpfel produzieren ein Gas, das Ethylen heißt. Ethylen ist ein Pflanzenhormon. Viele Obst- und Gemüsesorten produzieren es, aber reife Äpfel besonders viel davon. Bei Obstsorten, die nach der Ernte weiterreifen, zum Beispiel Bananen, Birnen, Pflaumen oder Pfirsichen, bewirkt es, dass sie dann irgendwann auch schneller verderben. Kiwis oder Avocados gehören zu den nachreifenden Sorten. Auch bei bestimmten Gemüsesorten, die nachreifen, beschleunigt das Ethylen diesen Prozess. Deshalb ist es wichtig, Obst getrennt zu lagern, damit es sich nicht in seinen Reifeprozessen beeinflusst.
Man kann sich diesen Prozess natürlich auch zunutze machen. Wenn du zum Beispiel noch grüne Bananen oder harte Kiwis gekauft hast, aber nicht so lange warten möchtest bis zum Verzehr, legst du einfach wieder Äpfel dazu.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09.11.2019)

Was sind eigentlich Maronen?

02.11.2019

Heiße Maronen findet man jetzt auf vielen Märkten.
Die Nussfrüchte werden zum einen mit dem Begriff Kastanien bezeichnet, zum anderen sind sie als Maronen, Maroni oder auch Marroni bekannt. Einst waren diese stärkereichen Nussfrüchte Nahrungsgrundlage im Winter für viele Menschen in den Bergregionen Südeuropas.
Wer mag, kann Esskastanien zu Hause selbst zubereiten: Maronen mit einem Messer über Kreuz einritzen. Mit der eingeschnittenen Seite nach oben auf ein Backblech legen. Den Backofen auf 200°C vorheizen und die Maronen 20 Minuten backen. Jetzt lassen sie sich gut schälen. Wer nicht so lange warten mag, kann sie auch roh verzehren. Sie schmecken leicht nussig. Die Esskastanie ist nicht mit der Rosskastanie verwandt, deren Früchte nicht essbar sind!
Am Baum sind die Früchte von einem stacheligen Fruchtbecher umgeben. Die sommergrünen Bäume werden Edelkastanie oder auch Esskastanie genannt und gehören zu der Familie der Buchengewächse.
Früher gab es viele Edelkastanienhaine, sogenannte Selven, um eine Nahrungssicherheit für den Winter zu schaffen. In den Selven weidete man Vieh, sammelte die „Plumpsfrüchte“ ein und nutzte das Laubstreu. Da die Selven immer mehr verwilderten, gibt es Initiativen, diese wieder zu bewirtschaften.
In Braunschweig steht am Petritorwall in der Nähe der Rosentalbrücke versteckt ein Exemplar.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02.11.2019)

Wozu gibt es eigentlich Bundesländer?

26.10.2019

„Ländersache”. Hast du dieses Wort schon einmal gehört? Meistens fällt es in Bezug auf die Schulbildung. Von einem „Bund“ ist auch manchmal die Rede. Was meinen diese Begriffe eigentlich?
Professor Nils Bandelow von der TU Braunschweig erklärt: „In Deutschland gibt es den Föderalismus. Das bedeutet, dass nur ein Teil der politischen Macht bei der zentralen Ebene mit der Bundesregierung in Berlin liegt. Andere Aufgaben werden von den 16 Bundesländern übernommen. Für die Schulpolitik in Braunschweig ist etwa meist das Bundesland Niedersachsen mit der Landesregierung und dem Landesparlament in Hannover zuständig. Bei anderen Themen, etwa der Umweltpolitik, müssen der Bund und die Landesregierungen zusammenarbeiten.
Auch andere Länder haben föderale politische Systeme, zum Beispiel die USA, die Schweiz, Indien oder Belgien. „Die Vor- und Nachteile des Föderalismus hängen von der jeweiligen Ausprägung ab. In Deutschland wurde der Föderalismus nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eingeführt, damit die Politik auf verschiedenen Ebenen kontrolliert werden kann“, so Bandelow.
In vielen Föderalstaaten unterscheidet sich das Leben in den einzelnen Bundesländern stark. In Deutschland gibt es solche Unterschiede kaum: Überall sprechen wir deutsch und auch die Gesetze sind im ganzen Land sehr ähnlich. Hier geht es weniger um regionale Unterschiede als um Machtverteilung.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26.10.2019)

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