KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was sind eigentlich Maronen?

Heiße Maronen findet man jetzt auf vielen Märkten.
Die Nussfrüchte werden zum einen mit dem Begriff Kastanien bezeichnet, zum anderen sind sie als Maronen, Maroni oder auch Marroni bekannt. Einst waren diese stärkereichen Nussfrüchte Nahrungsgrundlage im Winter für viele Menschen in den Bergregionen Südeuropas.
Wer mag, kann Esskastanien zu Hause selbst zubereiten: Maronen mit einem Messer über Kreuz einritzen. Mit der eingeschnittenen Seite nach oben auf ein Backblech legen. Den Backofen auf 200°C vorheizen und die Maronen 20 Minuten backen. Jetzt lassen sie sich gut schälen. Wer nicht so lange warten mag, kann sie auch roh verzehren. Sie schmecken leicht nussig. Die Esskastanie ist nicht mit der Rosskastanie verwandt, deren Früchte nicht essbar sind!
Am Baum sind die Früchte von einem stacheligen Fruchtbecher umgeben. Die sommergrünen Bäume werden Edelkastanie oder auch Esskastanie genannt und gehören zu der Familie der Buchengewächse.
Früher gab es viele Edelkastanienhaine, sogenannte Selven, um eine Nahrungssicherheit für den Winter zu schaffen. In den Selven weidete man Vieh, sammelte die „Plumpsfrüchte“ ein und nutzte das Laubstreu. Da die Selven immer mehr verwilderten, gibt es Initiativen, diese wieder zu bewirtschaften.
In Braunschweig steht am Petritorwall in der Nähe der Rosentalbrücke versteckt ein Exemplar.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02.11.2019)

Rückschau

Wozu gibt es eigentlich Bundesländer?

26.10.2019

„Ländersache”. Hast du dieses Wort schon einmal gehört? Meistens fällt es in Bezug auf die Schulbildung. Von einem „Bund“ ist auch manchmal die Rede. Was meinen diese Begriffe eigentlich?
Professor Nils Bandelow von der TU Braunschweig erklärt: „In Deutschland gibt es den Föderalismus. Das bedeutet, dass nur ein Teil der politischen Macht bei der zentralen Ebene mit der Bundesregierung in Berlin liegt. Andere Aufgaben werden von den 16 Bundesländern übernommen. Für die Schulpolitik in Braunschweig ist etwa meist das Bundesland Niedersachsen mit der Landesregierung und dem Landesparlament in Hannover zuständig. Bei anderen Themen, etwa der Umweltpolitik, müssen der Bund und die Landesregierungen zusammenarbeiten.
Auch andere Länder haben föderale politische Systeme, zum Beispiel die USA, die Schweiz, Indien oder Belgien. „Die Vor- und Nachteile des Föderalismus hängen von der jeweiligen Ausprägung ab. In Deutschland wurde der Föderalismus nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eingeführt, damit die Politik auf verschiedenen Ebenen kontrolliert werden kann“, so Bandelow.
In vielen Föderalstaaten unterscheidet sich das Leben in den einzelnen Bundesländern stark. In Deutschland gibt es solche Unterschiede kaum: Überall sprechen wir deutsch und auch die Gesetze sind im ganzen Land sehr ähnlich. Hier geht es weniger um regionale Unterschiede als um Machtverteilung.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26.10.2019)

Was ist ein Ginkgo?

19.10.2019

Immer häufiger wird dieser Baum als Straßenbaum angepflanzt. Das liegt daran, dass er besonders widerstandsfähig gegen Luftverschmutzungen, Krankheiten und Pilze ist. Der Baum ist jedoch in Deutschland nicht heimisch. „Wild“ hat er nur in einem Bergtal in China die Zeiten überlebt. Der Ginkgo kann uralt werden – über 4000 Jahre! Fossilfunde belegen, das Ginkgopflanzen bereits vor Millionen Jahren existierten und sich seitdem kaum verändert haben. Sie werden auch als lebendes Fossil bezeichnet.
Besonders auffallend an diesen sommergrünen Bäumen sind die Blätter. Im Aussehen erinnern sie an einen kleinen Fächer. Zuerst sind diese intensiv grün, zur Zeit der Herbstfärbung leuchtend gelb gefärbt. Ginkgobäume sind zweihäusig. Das heißt auf den Bäumen findet man entweder weibliche oder männliche Blüten. In Deutschland werden meist nur männliche Bäume gepflanzt. Das liegt daran, dass die Samen nicht gut riechen. Viele Maler inspirierte der besondere Baum zu Kunstwerken. Auch Goethe schrieb über ihn ein berühmtes Gedicht. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe, besonders in den Blättern, steht der Baum auch im Mittelpunkt der Arzneimittelforschung. Ginkgo soll das Gedächtnis und die Durchblutung fördern.
Bewundern kannst du die Bäume an vielen Orten in Braunschweig. Zum Beispiel steht einer an der Stadthalle.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19.10.2019)

Was alles in der Luft herumschwirrt

12.10.2019

Man kann sie nicht sehen, aber sie umgibt uns alle: Luft.
Sie ist lebensnotwendig, denn wir brauchen sie zum Atmen. Luft besteht aus Gasen. In ihr sind zudem kleine Partikel enthalten.
„Man unterscheidet zwischen permanenten (gleichbleibenden) und variablen (wechselhaften) Bestandteilen der Luft“, erklärt Agnes Meyer-Kornblum vom Institut für Geoökologie der TU Braunschweig. Luft besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent aus Sauerstoff. Das sind schon 99 Prozent. Dazu kommen weitere Gase, zum Beispiel Kohlenstoffdioxid. Der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Luft liegt etwa bei 0,04 Prozent.
Klingt erstmal wenig, aber der Anteil ist seit der Industrialisierung deutlich gestiegen und auch für den Klimawandel mitverantwortlich. Nicht nur diese Gase sind in der Luft zu finden. Auch z.B. Stickoxide, Ammoniak und Methan sowie kleine Staubpartikel mischen sich in unsere Atmosphäre. Ihre Menge ist unterschiedlich.
„Nahe an den Quellen, die diese Stoffe abgeben, ist die Konzentration vergleichsweise hoch. Verantwortlich für den Ausstoß vieler dieser Partikel und Gase ist der Mensch. Die Landwirtschaft produziert z. B. Methan und Ammoniak. Der Straßenverkehr erzeugt Feinstaub, zum Beispiel durch Verbrennungsprozesse und Reifenabrieb“, so Meyer-Kornblum. Eine hohe Konzentration dieser Stoffe ist gesundheitsschädlich oder schlecht für die Umwelt. Durch umweltbewusste Landwirtschaft, weniger Autos und Flugzeuge könnten wir aber schon viel für eine Verbesserung tun – und durchatmen.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.10.2019)

Wie isst man am besten eine Feige?

05.10.2019

Ist es dir auch schon einmal so ergangen, dass du nicht wusstest, wie man eine Frucht isst? Äpfel kann man mit Schale essen. Bananen nicht. So weit so gut. Aber was macht man mit einer Feige?
Schön appetitlich dunkellila liegt sie in der Obstschale. Man kann die Schale abziehen. Muss man aber nicht. Denn die Feige kann man sowohl mit als auch ohne Schale essen. Jetzt gerade ist Hauptsaison der Feige und es gibt sie viel im Handel zu kaufen. Probiere sie doch einmal aus!
Feigen kann man auch getrocknet essen. Sie schmecken dann viel süßer. Feigen sind kalorienarm und sehr gesund. Sie enthalten Vitamine und Mineralstoffe. Die kleinen essbaren Kerne im Inneren quellen beim Essen stark auf. Feigen sind deswegen auch sehr sättigend. Zuviel davon genossen, können Feigen aber auch abführend wirken.
Feigen werden im ganzen Mittelmeergebiet angebaut und gehören zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Der Feigenbaum ist ein kleinwüchsiger Baum. Feigen werden auch in der Bibel erwähnt. Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, erkannten sie, dass sie nackt waren und machten sich einen Schutz aus Feigenblättern. Ende des 16. Jahrhunderts wurden Bilder, die Menschen nackt zeigten, oft mit Feigenblättern übermalt. Das Blatt der Feige kann man gut erkennen: Es ist drei- bis fünf lappig, dick und kann bis zu 20 cm lang werden.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05.10.2019)

Umweltsünde Mikroplastik

28.09.2019

Die Forscherinnen Lina Büngener und Sarah-Maria Kluger der TU Braunschweig haben große Mengen von Mikroplastik in Wasser- und Schlammproben der Oker gefunden.
Dr. Anja Schwarz vom Institut für Geosysteme und Bioindikation der TU Braunschweig erklärt: „Mikroplastik ist eine Bezeichnung für ganz kleine Plastikpartikel, z.B. Kügelchen, Folien oder Fasern. Die Partikel sind kleiner als 5 mm. Oft sind sie mit bloßem Auge kaum erkennbar.“
Mikroplastik entsteht als Abfall in der Industrie und ist in vielen Kosmetika vorhanden. Von dort gelangt es ins Abwasser und schließlich auch in die Flüsse und unsere Weltmeere. Auch größeres Plastik landet in der Umwelt, wenn es nicht recycelt wird. Der Abbau von Plastik braucht sehr lange – bis zu 600 Jahre. Es verrottet nicht, sondern die großen Teile zerfallen in immer kleinere Stücke, bis sie die Größe von Mikroplastik erreichen. Die Partikel sind klein, aber gefährlich: Sie werden von Fischen und Vögeln aufgenommen, das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht und auch für den Menschen kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.
„Wir können aber heute schon aktiv etwas gegen Mikroplastik tun, indem wir Müll recyceln und möglichst Plastik vermeiden“, so Schwarz. Damit Plastik nicht in unseren Gewässern landet, sollten wir auch herumliegenden Müll aufsammeln und entsorgen.
Heute findet übrigens der BUND- Aktionstag „Plastik in und an der Oker“ in ganz Braunschweig statt. Hier könnt ihr euch noch genauer über das Thema informieren und aktiv mitmachen!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28.09.2019)

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