KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist eigentlich Hassverhalten?

Mit Hass beim Menschen hat dies nichts zu tun. Vom Hassen oder Hassverhalten spricht man bei Vögeln oder Säugetieren.
Im Urlaub an der See kann man Hassverhalten von Lachmöwen gegen Raubmöwen sehr gut beobachten. Kaum tauchen die Raubmöwen in der Nähe der Kolonie auf, gehen schon die Attacken der Lachmöwen los. Jagderfolge bleiben so oft aus.
Es gibt mehrere Gründe für das gemeinsame Hassen: Auf einen Feind aufmerksam machen, verjagen und auch jüngeren Tieren beibringen, was sie genau hassen sollen.
In der Stadt kann man das Hassen im Park von Krähen gegenüber Greifvögeln sehr oft sehen. Geschickt attackieren diese den Angreifer von allen Seiten, bis er sich zurückzieht. Auch bei Säugetieren kommt Hassverhalten vor. Paviane werden nur sehr selten erfolgreich von Raubkatzen angegriffen, da sie diese gemeinsam vertreiben.
Erst kürzlich haben Forscher noch eine weitere Funktion des Hassens aufgedeckt. Sie erkannten, dass bei manchen Vogelarten Männchen besonders auffällig hassen, wenn viele Weibchen zugucken. Manchmal auch gegen Feinde, die nicht ganz so gefährlich waren.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Männchen damit Weibchen beeindrucken wollen, ohne sich selbst zu gefährden. Die Weibchen sollten dabei sehen, wie gut die Männchen ein Nest gegen Feinde verteidigen können.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. August 2019)

Rückschau

Warum kribbelt's?

10.08.2019

Kennst du das: du sitzt etwas länger im Schneidersitz, und auf einmal werden die Füße taub und kribbeln, als würden kleine Ameisen darin herumkrabbeln? Deine Füße sind eingeschlafen. Aber was genau passiert da eigentlich?
Dr. Tobias Weiland ist Neurologe am Städtischen Klinikum Braunschweig. Er erklärt: "In manchen Haltungen werden bestimmte Nerven eingedrückt. Die Nerven senden jederzeit elektrische Signale und sind dadurch mit dem Rückenmark und dem Gehirn verbunden. Wenn ein Nerv abgeklemmt wird, stockt die Verbindung zwischen Nerv und Gehirn. Die Zuständigkeitsgebiete des Nervs werden dann taub und kribbelig.
"Das Kribbeln ist also ein Signal zum Selbstschutz des Körpers: Wir sollen die Position wechseln. Theoretisch können alle Körperteile einschlafen. Die meisten Nerven sind aber besonders gut gepolstert, deshalb schlafen eher die Körperteile ein, bei denen Nerven weit außen liegen - zum Beispiel die Beine im Schneidersitz, wenn der Peroneusnerv, der außen am Knie langläuft, abgeklemmt wird. Oder die Hände beim Radfahren, weil der Medianusnerv durch den Griff an den Lenker abgedrückt ist.
"Ein Nerv, den jeder kennt, ist der 'Musikantenknochen', der eigentlich der Ellenbogennerv ist. Dieser liegt oberflächlich am Ellenbogen. Wenn man sich da stößt, kribbelt es vor allem im kleinen Finger, im Ringfinger und der äußeren Handkante", so Weiland. Je nachdem, wie lange der Nerv abgedrückt wurde, dauert es einige Minuten, bis er sich erholt hat. Meistens ist das Kribbeln aber schnell wieder vorbei.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. August 2019)

Wie fischt der rote Sichler im trüben Wasser?

03.08.2019

Der rote Sichler fällt im Zoo in Braunschweig sofort auf - seine Gefiederfarbe ist einfach wunderschön. Er kommt im Norden Südamerikas in Feuchtgebieten an der Küste und im Landesinneren vor.
Der Verlust an Lebensraum führte dazu, dass es immer weniger dieser Vögel in freier Natur gibt. Mittlerweile gibt es jedoch intensive Schutzbemühungen. In jüngster Zeit rückte der knallrote Vogel wieder ins Interesse der Wissenschaft. Man wollte genau wissen, wie es ihm gelingt, Beute zu machen. Mit seinem Schnabel stochert er im Schlamm herum und sucht erfolgreich nach Würmern, Krabben und Fischen.
Vögel, die ähnlich Beute machen wie der Sichler, wurden schon untersucht. An deren Schnäbeln befinden sich unterschiedliche Sensoren, mit denen diese schmecken oder tasten können. Beim roten Sichler fanden die Forscher Sensoren, mit denen der Vogel nicht nur bei der Berührung des Schnabels, sondern vermutlich auch aus weiterer Entfernung seine Beute orten kann. Sie muss dazu nur ein wenig zappeln. Tödlicher Fehler! Denn sofort erkennen dies die Sensoren, da von der Beute Druckwellen ausgehen.
So ist dies gar kein Stochern im Trüben, das der Vogel im Wasser betreibt, auch wenn es so aussehen mag. Sondern eine gezielte Suche mit einem äußerst feinfühligen Schnabel, der Beutetieren keine Chance lässt.
Übrigens verdanken die Sichler den Beutetieren auch ihre rote Farbe. Die Krabben enthalten Karotinoide, die das Gefieder wie auch beim Flamingo färben.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. August 2019)

Wie bekomme ich meine Getränke kalt?

29.07.2019

Es ist Sommer und warm - was passt besser als eine Flasche kalte Limonade? Aber was kannst du machen, wenn die Limonade noch nicht kalt ist, du aber möglichst schnell eine Erfrischung möchtest?Du könntest die Flasche ins Gefrierfach legen. Aber es kann natürlich passieren, dass du sie dort vergisst. Besonders wenn noch Kohlensäure im Spiel ist, ist die Gefahr dann groß, dass die Flasche platzt.
"Besser ist es, die Flasche in ein Eisbad zu legen. Man füllt also einen Behälter - einen Eimer oder einen Sektkübel - mit Eis und Wasser und legt eine oder gleich mehrere Flaschen hinein", erklärt Cornelia Borchert von der Abteilung für Chemie und Chemiedidaktik der TU Braunschweig. Wichtig ist, dass sowohl Eis als auch Wasser drin sind - wenn du die Flasche bloß in Eis legst, isoliert die Luft zwischen den Eiswürfeln zu stark. Im Wasser-Eis-Gemisch wird die Flasche allmählich heruntergekühlt.
Wenn du diesen Prozess noch beschleunigen willst, musst du Salz hinzugeben. "Salz sorgt für die sogenannte Gefrierpunkterniedrigung. Salzwasser friert erst bei Temperaturen unter 0 Celsius. So kann das Eis das Salzwasser weiter herunterkühlen als reines Wasser und die Flasche wird entsprechend auch rasch kälter", so Borchert. Bald kannst du dann die Limonade trinken. Du brauchst übrigens eine ganze Menge Salz hierfür - auf 100g Eis sollten etwa 35g Salz kommen. Dasselbe Prinzip macht man sich übrigens auch im Winter beim Salzstreuen zunutze, damit die Straßen auch bei tiefen Temperaturen eisfrei bleiben.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. Juli 2019)

Eine Pflanze mit Namen Bauchnabel

20.07.2019

Ja, dieser Name passt wirklich zu Pilea peperomioides. Wenn du genau hinschaust, sieht das Blatt der Bauchnabelpflanze entfernt wirklich wie ein Bauchnabel aus. Auch die weiteren deutschen Namen Glückstaler, Chinesischer Geldbaum, Elefantenohr, Ufopflanze beziehen sich alle auf die eigentümliche Blattform.
Die Pflanze ist bei Pflanzenliebhabern verbreitet. Denn sie ist sehr leicht zu pflegen und bedankt sich mit dieser wunderschönen grünen Farbe. Doch sie ist gar nicht so oft im Handel zu sehen. Wie kann sie trotzdem so häufig als Zimmerpflanze vorkommen? Es bringt Glück, sie weiterzugeben. Das geht ganz einfach. Die Pflanze lässt sich nämlich sehr leicht durch Stecklinge vermehren. Neue Austriebe der Pflanze mit nur wenigen Blättern müssen einfach nur mit einem sauberen Messer abgeschnitten und dann in Erde gesetzt werden. Schon nach wenigen Wochen bilden sich Wurzeln.
Diese Stecklingsvermehrung wird bei vielen Pflanzen gemacht, damit man nicht erst Samen benötigt. Außerdem erhält man so immer wieder die gleiche Pflanze. Es geht aber nur bei Pflanzen, die am Spross wieder Wurzeln nach dem Abschneiden bilden. Im Frühjahr gelingt dies am besten. Die Pflanze, die ursprünglich aus China kommt, mag es sonnig und muss nur einmal in der Woche gegossen werden. Achtet mal darauf, ob jemand so eine Pflanze im Bekanntenkreis hat!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Juli 2019)

Darum gibt es in Braunschweig viele Löwen

13.07.2019

Löwen begleiten uns durch das gesamte Stadtbild Braunschweigs. Ob der große Löwe auf dem Burgplatz, dessen Original ihr in der Burg Dankwarderode finden könnt, ob Löwen am Fuße des Obelisken am Löwenwall oder auf dem Heinrichsbrunnen am Hagenmarkt - das Wappentier ist überall in Braunschweig präsent. Aber wieso ist eigentlich der Löwe das Wahrzeichen Braunschweigs?
"Der Löwe war zuerst das Wahrzeichen für den Herzog von Bayern und Sachsen. Heinrich der Löwe ließ das bronzene Löwenstandbild 1168 vor der Burg Dankwarderode errichten", weiß Professor Gerd Biegel von der TU Braunschweig. "Der Herzog wurde schon lange Heinrich der Löwe genannt und da lag es nahe, den Löwen als Wahrzeichen zu nehmen, denn er steht für Macht und Stärke."
Zuerst war der Löwe also eigentlich ein Symbol für den Herrscher. Zum Wappentier und Wahrzeichen der Stadt Braunschweig wurde der Löwe erst nach und nach. 1231 zum Beispiel war er schon Teil des Siegels der Stadt und im selben Jahrhundert auch schon auf den städtischen Geldmünzen abgebildet." Offiziell bestätigt wurde das Braunschweiger Wappentier im 15. Jahrhundert. Die Darstellung des steigenden, roten Löwen auf weißem Untergrund mit hoch gestrecktem Schwanz wurde zu der zeit bestätigt und hat sich bis heute erhalten", erklärt Biegel. Um den Löwen zu entdecken, muss man in Braunschweig eigentlich nur um die nächste Ecke gehen. Versucht es doch mal mit einer Löwensafari mitten durch Braunschweig!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. Juli 2019)

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