KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Wozu baut man Deiche?

Wenn du schon einmal an der Küste warst, hast du es bestimmt bemerkt: An vielen Stellen ist eine langgezogene Erhebung. Die Rede ist von Deichen. Aber wozu baut man die? Dr. Stefan Schimmels vom Forschungszentrum Küste erklärt: "Die wichtigste Funktion von Deichen ist der Schutz vor Hochwasser." Wenn an der See zum Beispiel eine Sturmflut kommt, wird das Wasser vom Wind an die Küste gedrückt, und der Wasserspiegel steigt - manchmal um mehrere Meter. Hinzu kommen sehr viel größere Wellen. Dass all das Wasser einfach ins Hinterland läuft, verhindert der Deich.
Schon vor über 1000 Jahren haben Menschen Deiche gebaut. Besonders an der Nordsee haben sie eine lange Tradition. Zur Seeseite läuft ein Deich so flach wie möglich aus, und es gibt im Optimalfall ein Vorland. Das dient dazu, dass die ankommenden Wellen sofort gebrochen werden und nicht mit voller Energie auf den Deich treffen. Wie hoch ein Deich gebaut wird, hängt davon ab, wie viel Wasser er abhalten muss.
"Früher wurde ein Deich einfach aus Erde aufgeschüttet. Heute besteht er aus einem Kern aus Sand. Damit da kein Wasser durchsickert, legt man eine etwa ein Meter dicke Schicht Klei darüber. Dieser hat eine ähnliche Konsistenz wie Lehm. Über dieser Kleischicht liegt eine Grasschicht. Dann ist der Deich sehr stabil", so Schimmels.
Das Bild von einem Deich mit friedlich grasenden Schafen ist übrigens kein Vorurteil: Schafe halten das Gras kurz, und durch das Herumtrampeln verdichten sie zugleich den Boden.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. Juni 2019)

Rückschau

Wozu sind Eh-da-Flächen zu gebrauchen?

08.06.2019

In der Gesellschaft wird zurzeit das Insektensterben intensiv diskutiert. Denn es hat viele Auswirkungen, die uns Sorgen machen müssen: Vögel, die sich von Insekten ernähren, sind betroffen und deren Anzahl könnte massiv zurückgehen. Außerdem könnten auch Nahrungsmittel wie viele Obstsorten knapper werden, wenn diese von Insekten bestäubt werden.
Viele Projekte werden derzeit begonnen, um das Insektenvorkommen wieder zu erhöhen. Zum Beispiel sollen Eh-da-Flächen wieder aufgewertet werden. Was genau ist damit gemeint?
Der Begriff ist wörtlich zu verstehen. Es sind Flächen, die eh da sind und bisher nicht gebraucht werden. Es sind also keine Äcker, Straßen, Orte oder Naturschutzgebiete. Was sind Eh-da-Flächen dann? Zum Beispiel Straßenränder, Verkehrsinseln oder Böschungen. Als verschiedene Experten diese Flächen nun kartiert haben, waren sie selbst erstaunt wie hoch dieser Anteil in der Landschaft ist.
Bis zu 6 Prozent machen diese Flächen in Deutschland aus. Man könnte diese mit blühenden Pflanzen für Insekten bestücken. Außerdem könnte man sie speziell mähen, damit bestimmte Insekten besonders gut Nahrung finden. Manche Gemeinden haben schon damit begonnen, diese Vorschläge umzusetzen.
Auch in Braunschweig wurden zum Beispiel schon Blühpflanzen an Straßenrändern ausgesät. Das sieht nicht nur schön aus, sondern hilft, dem Insektensterben entgegenzuwirken. 

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. Juni 2019)

Wieso ist Feuerwerk bunt?

01.06.2019

Sei es an Silvester oder zu besonderen Anlässen - beim Feuerwerk wird der Himmel in verschiedene Farben getaucht. Aber wie kommt es eigentlich, dass ein Feuerwerk bunt ist?
Dr. Timm Wilke, Juniorprofessor an der TU Braunschweig, erklärt, dass man sich beim Feuerwerk das Prinzip der Flammenfärbung zunutze macht. Wenn verschiedene Stoffe hinzugefügt werden, färbt sich die Flamme unterschiedlich. Kupfer färbt sie zum Beispiel grün, mit Strontium oder Lithium werden sie intensiv rot.
Der Grund dafür liegt in den Atomen. "Ein Atom besteht aus einem Atomkern und Elektronen, die sich um den Kern bewegen. Wird einem Stoff Wärme zugeführt, in unserem Beispiel durch die Verbrennung des Feuerwerks, werden die Elektronen angeregt und bewegen sich weiter vom Atomkern weg. Sie fallen aber dann schnell wieder auf das Ursprungslevel zurück - hierbei wird Energie in Form von Licht freigesetzt. Je nach Stoff wird dabei unterschiedlich viel Energie aufgenommen und abgegeben - wir nehmen das mit unseren Augen als unterschiedlich gefärbte Flammen wahr", so Wilke.
Für ein Feuerwerk werden nun Metallsalze als Effektladung genutzt. Oben in der Luft angekommen, explodiert die Ladung, und durch das Prinzip der Flammenfärbung der Metalle sehen wir die verschiedenen Farben am Himmel. Die Flammenfärbung betrifft übrigens nicht nur Metalle, sondern auch andere Stoffe. Ein Holzfeuer zum Beispiel hat eine gelbe Flamme wegen des enthaltenen Kohlenstoffs, denn der glüht gelb.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01. Juni 2019)

Wie werden Störe wieder wild?

25.05.2019

Viele Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es unterschiedliche Anstrengungen, diese zu erhalten. Manchmal leben sogar nicht mehr genügend Tiere in Freiheit. In speziellen Einrichtungen versucht man diese dann nachzuzüchten. Dies bringt aber Schwierigkeiten mit sich. Dort bekommen sie beispielsweise manchmal nicht genau das gleiche Futter wie in der Freiheit. Außerdem erkennen sie oft ihre Fressfeinde nicht.
Fast alle Arten von Stören sind beispielsweise weltweit gefährdet. Sie werden wegen des teuren Kaviars gefischt. In Nord- und Ostsee sollen zwei Störarten wieder heimisch und zahlreich werden. Nachzuchten dieser Fische sind kurz nach dem Auswildern besonders gefährdet. Deswegen versucht man, sie besser auf die Freiheit vorzubereiten.
Bei diesem Training konnten Wissenschaftler aus Deutschland nun von einem Erfolg berichten: Anstatt das Futter nur serviert zu bekommen, mussten die Fische vergrabene Insektenlarven in einer Sandfläche gezielt suchen. Die Fische lernten schnell!
Trotzdem muss noch viel verändert werden, bevor die beiden Störarten wieder zahlreich werden können. Die Wanderfische, die zum Laichen in die Flüsse schwimmen, müssen dies auch können. Verbauungen müssen beseitigt werden. Dafür gibt es einen langfristigen Plan. Das Fresstraining ist dabei nur ein Schritt zur neuen Wildheit.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25. Mai 2019)

Wozu brauchen Pflanzen Insekten?

18.05.2019

Es ist Frühling, und Blumen und Bäume blühen über und über. Die Blüten bieten mit ihrem Nektar und Pollen Nahrung für Insekten. Diese erfüllen für die Pflanzen eine wichtige Funktion, denn sie helfen bei der Fortpflanzung. "Dieser Prozess wird als Bestäubung bezeichnet", erklärt Dag Pfannenschmidt von der Grünen Schule Braunschweig.
"In den männlichen Blütenteilen werden Pollen gebildet, die Keimzellen enthalten. Pollen sind winzig klein, werden aber in großen Mengen hergestellt. Den weiblichen Teil der Blüte nennt man auch Stempel. Gelangt der Pollen auf die klebrige Narbe am oberen Ende des Stempels, kann sich eine Frucht ausbilden, in der sich die Samen für neue Pflanzen befinden."
Es gibt Pflanzen, bei denen die Pollen ihren Weg über die Luft finden, das ist die sogenannte Windbestäubung. Andere Pflanzen sind auf die Hilfe von Insekten angewiesen. "Die Pollen bleiben an den Insekten, die in der Blüte nach Nahrung suchen, haften. Fliegt das Insekt zur nächsten Blüte, können die Pollen dort an die Narbe gelangen. Einige Pflanzen sind in ihrer Form der Blüte an ganz bestimmte Bestäuberinsekten angepasst", so Pfannenschmidt. Ohne Bestäubung gäbe es also keine Früchte, und Pflanzen könnten sich nicht vermehren.
Daher ist es sehr wichtig, Insekten zu schützen, die durch einseitige Landwirtschaft, den Klimawandel oder Pflanzenschutzmittel gefährdet sind. Indem ein vielfältiger Lebensraum mit unterschiedlichen Pflanzenarten geboten wird, kann Insekten aber geholfen werden.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. Mai 2019)

Was ist eigentlich ein Sandmagerrasen

11.05.2019

Zurzeit ist optimale Fahrradzeit. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Wenn du dann mal in Riddagshausen herumfahren solltest, dann achte doch einmal auf die vielen Schilder im Naturschutzgebiet. Da gibt es so viel extra zu entdecken. Von wilden Bienen bis zum Sandmagerrasen. Auf der Fläche des Sandmagerrasens "Neues Land" blühen gerade die Grasnelken und bilden ein Meer aus rosa Blüten, die im Wind schaukeln.
Wie der Name schon sagt, wachsen diese Pflanzen auf Sand. Und der Boden ist dadurch so nährstoffarm, dass dort sehr viele Spezialisten gedeihen, die sehr selten sind. Durch die harte Konkurrenz ist diese Fläche sehr artenreich. Diese wurde 1992 auf ehemaligen Äckern neu geschaffen. Dazu wurden auf Sand ganze Grasnarben und Samen aufgebracht. Nach relativ kurzer Zeit bildete sich so eine sehr artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Über 260 verschiedene Pflanzenarten wurden hier gezählt.
Besonders gut ist auf der Fläche auch noch zu sehen, wie sich die Pflanzenwelt entwickelt. Auf der einen Seite sieht man noch die nährstoffreiche, aber nicht so artenreiche Wiese mit Löwenzahn und Klee, auf der anderen Seite gedeihen die vielen unterschiedlichen Pflanzenarten des Sandmagerrasens. Natürlich darf man die empfindliche Fläche nicht betreten. Aber eine Bank gibt einen herrlichen Ausblick, und vom Rand aus sieht man auch alles!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. Mai 2019)

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