KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist eigentlich ein Säugetier?

Wie der Name schon sagt, säugen die Weibchen der Säugetiere ihre Jungen mit Milch. Bei der Kuh oder beim Pferd überrascht dich das sicherlich nicht. Aber auch die Mama von Flusspferden oder Kängurus versorgt den Nachwuchs mit Milch. Und dies geschieht beim Flusspferd im Wasser oder beim Känguru im Beutel. Auch der Mensch gehört zu den Säugern. Dort nennt man das Säugen Stillen.

Die "Säuglinge" müssen dabei erhebliche Arbeit leisten. Denn die Milch fließt bei den meisten Säugetieren nicht von allein in den Mund, sondern wird aktiv eingesaugt. Dabei hilft auch die Physik. Schließen sich die Lippen fest um die Zitze und ist die Verbindung zum Rachenraum zunächst verschlossen, so kann im Mund mithilfe der Zunge beim Saugen ein Unterdruck erzeugt werden. Sobald genug Milch im Mund ist, wird diese Milch durch einen Schluckreflex in die Speiseröhre befördert.

Die Neugeborenen vom Elefanten müssen diese Arbeit des Säugens nach der Geburt ebenso leisten wie die winzigen Babys einer Maus.

Neben diesem Merkmal der Säugetiere gibt es noch viele weitere. Säugetiere haben z. B. Haare, gehören zu den gleichwarmen Tieren und legen bis auf wenige Ausnahmen keine Eier, sondern bringen lebende Jungen zur Welt. Besonders faszinierend ist, wie unterschiedlich sie sind, wenn du an die kleine Maus oder den riesigen Elefanten denkst!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. November 2018)

Rückschau

Was ist der pH-Wert?

17.11.2018

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass etwas "sauer" oder "alkalisch" ist. Wenn man davon spricht, redet man über den "pH-Wert". Aber was genau ist das?

Der pH-Wert wird für wässrige Lösungen gemessen, erklärt Dr. Timm Wilke, Juniorprofessor am Agnes-Pockels-Labor der Braunschweiger Universität. Es wird untersucht, wie hoch die Konzentration von positiv geladenen Wasserstoffteilchen ist. "Diese Teilchen werden Protonen genannt. Beim pH-Wert interessiert dann das Verhältnis dieser Protonen zu sogenannten Hydroxid-Ionen. Das sind negativ geladene Verbindungen von einem Sauerstoff- und einem Wasserstoffteilchen. Gibt es mehr Protonen, ist die Lösung sauer, gibt es weniger, ist sie alkalisch und somit eine Lauge. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis spricht man von einer neutralen Lösung." Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7 und ist damit neutral. Alle Lösungen mit einem pH-Wert über 7 sind Laugen und alle mit einem pH-Wert unter 7 sind sauer.

Klingt ganz schön kompliziert, aber Lösungen mit unterschiedlichen pH-Werten begegnen uns jeden Tag. Zitronensäure, Essig und Cola sind zum Beispiel sauer. "Cola hat einen pH-Wert von etwa 3. Laugen kennen wir auch, zum Beispiel hat Seifenlauge, also Wasser, das mit Seife vermischt ist, einen pH-Wert von 10", so Timm Wilke. Unsere Haut hat einen pH-Wert von 5,5 und ist leicht sauer. So schützt sie sich vor Bakterien. Deshalb sollten wir sie auch mit pH-hautneutraler Seife waschen, um diesen Schutz nicht einfach abzuwaschen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. November 2018)

Warum können Katzen auch nachts jagen?

10.11.2018

Über 13 Millionen Katzen werden in Deutschland als Haustiere gehalten. Sie übertrifft damit den Hund und ist so vielleicht des Menschen bester Freund. Diese Sympathie gab es vermutlich schon sehr früh in der Geschichte des Zusammenlebens von Menschen und Katze, als die Wildkatze zur Hauskatze wurde.
Dennoch gibt es bis heute Menschen, die glauben, dass schwarze Katzen Unglück bringen. Vielleicht kommt es daher, dass Katzen durch ihre Sinne auch nachts fantastische Jäger sind. Die Katze hat ein sehr gutes Sehvermögen, auch in der Nacht. Die schlitzförmigen Pupillen können sich erweitern und werden zu kreisrunden Riesenöffnungen. Das wenige noch einfallende Licht wird durch das sogenannte "Tapetum lucidum" verstärkt. An dieser Schicht wird das Licht nochmal auf die Netzhaut zurückgeworfen. Wegen dieses "Leuchtenden Teppichs" wirken die Katzenaugen so unheimlich in der Nacht, wenn eine Taschenlampe sie anstrahlt.
Außerdem hat die Katze mehr lichtempfindliche Stäbchen in der Netzhaut als der Mensch. So kann sie bei Dunkelheit das verbleibende Licht optimal nutzen.
Bei der Jagd helfen der Katze auch ihre Ohren. Die Katze hört leise und sehr hohe Töne hervorragend. Mäuse - die Lieblingsspeise vieler Katze - fiepen in diesem Bereich! Glücklicherweise kann sie auch die Stimme des Menschen sehr gut wahrnehmen. So konnte sie leichter zum Freund des Menschen werden.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. November 2018)

Was ist Philosophie?

03.11.2018

Warum gibt es mich? Was ist der Sinn des Lebens? Solche Fragen stellen sich alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Wenn wir über so etwas nachdenken, nennt man das philosophieren. Philosophieren kann eigentlich jeder Mensch, der sich Gedanken über etwas macht und nach Antworten sucht.

Um ein richtiger Philosoph oder eine Philosophin zu sein, braucht es aber noch ein bisschen mehr, erklärt Dr. Claudia Wirsing vom Seminar für Philosophie der TU Braunschweig. "Philosophie bedeutet übersetzt ?Liebe zur Weisheit' und ist eine bestimmte Art, eine Neugier, sich selbst und die Welt zu begreifen. Als Philosophen erklären wir Dinge unserer Gegenwart und zeigen kritisch mit dem Finger auf Konflikte unserer Zeit. Dabei möchte die Philosophie aber keine strengen Verhaltensregeln aufstellen, sondern dabei helfen, sich in jeder Situation neu dafür zu entscheiden, das Richtige zu tun. ?Philosophie hat die Aufgabe, ihre Zeit in Gedanken zu fassen?, hat der Philosoph Hegel mal geschrieben. Das bedeutet, es ist ihre Aufgabe, die Gegenwart zu verstehen. Wichtig ist dabei, sich auch über Selbstverständliches Gedanken zu machen und das zu hinterfragen, was man kennt", so Wirsing. Damit geht auch Verantwortung einher. "Philosophen zeigen auf das, was nicht gut ist, und überlegen, wie man es besser machen kann. Deshalb haben sie eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Denn die Grundüberzeugung der Philosophie ist es, dass man Dinge nur verändern kann, wenn man sie versteht."

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. November 2018)

Wie schwimmt eigentlich ein Biber?

27.10.2018

Elefanten, Tiger, all das gibt es in Deutschland in freier Wildbahn nicht. Trotzdem kann man auch hier bei uns mit ein bisschen Glück oder bei Naturschutzführungen wilde Tiere wie einen Biber sehen. Ein ganz lässiger Biber schwimmt zum Beispiel zurzeit in Bayern am Ammersee herum. Vorzugsweise abends oder nachts sieht man plötzlich ein dickes Treibholzstück im See auftauchen.

Aufgrund seiner Unbekümmertheit gegenüber Booten und weiteren Störungen hat er auch schon einen Spitznamen - Justin (Biber). Wenn man ihn beobachtet, wird sofort klar, dass es kein Treibholz sein kann. Mit unglaublicher Geschwindigkeit zieht der kräftige Biber seine Bahnen durch den See. Wie ist das möglich?

Er ist deswegen so schnell, da er eingebaute Schwimmflossen an den Hinterbeinen hat. Wenn du das mal im Schwimmbad ausprobierst, weißt du sicher, was für einen Turbo man dabei draufkriegt. Beim Biber bestehen die Schwimmflossen aus Haut, die zwischen den Zehen wächst. Dadurch wird die Oberfläche der Hinterfüße sehr stark vergrößert. Mit dem Schwanz steuert er.

Wenn dem Biber dann doch plötzlich Menschen zu nahekommen, taucht er ganz plötzlich weg. Denn er ist nicht nur ein sehr guter Schwimmer, sondern auch ein sehr guter Taucher.

Der Biber war in Deutschland fast ausgerottet. Mittlerweile gibt es aber wieder laut Bund Naturschutz über 30.000 Biber an deutschen Gewässern.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. Oktober 2018)

Warum sind Regenwolken grau?

20.10.2018

Während Schäfchenwolken weiß und flauschig aussehen, wirken Regenwolken grau. Aber warum ist das eigentlich so? "Wolken bilden sich, wenn Wasser auf der Erde verdampft und in die Luft steigt", sagt Agnes Straaten, Meteorologin an der TU Braunschweig. "In der Luft befinden sich Aerosolpartikel, das sind kleinste Schwebeteilchen in der Luft, wie z.B. Staub. Daran kondensiert der Wasserdampf, und Wolken entstehen."

Die Wolken werden von oben von der Sonne beschienen. Ihr Licht beinhaltet alle Farben des Regenbogens. Zusammengenommen sind alle diese Farben weiß. In der Wolke wird das Licht von den Wassertropfen gestreut. Das kann man sich vorstellen wie viele kleine Spiegel, die das Licht in unterschiedliche Richtungen reflektieren. In der Wolke werden alle Farben gleich gestreut, sodass die Wolke weiß ist. In einer Regenwolke sind nun viel mehr Wassertröpfchen enthalten. Je dicker die Wolke ist und je mehr Tropfen enthalten sind, desto mehr Licht verschluckt sie auch: "Die Sonne kann weniger gut durch die Wolke hindurch strahlen. Wir Menschen nehmen die Abwesenheit von Licht als schwarz wahr. Weil nicht so viel Licht durch sie hindurchdringt, sehen Regenwolken dann grau aus", so Straaten. Von oben ist das übrigens ganz anders: Wenn du im Flugzeug durch eine dicke Wolkendecke fliegst, sieht die von unten zwar grau aus, aber von oben ist sie weiß wie Zuckerwatte.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Oktober 2018)

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