KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum gibt es in der Antarktis keine Hunde?

Wenn du dir die Antarktis vorstellst, werden dir sicher Tiere einfallen, die dort leben. Vor allem verbindet man diese Polarregion mit Pinguinen, die Stürmen und eisiger Kälte trotzen. Menschen kommen meist nur als Forscher oder Touristen in die Antarktis. Tatsächlich waren es auch die Schlittenhunde, die diesen Forscherdrang zum Erfolg verhalfen. Deshalb gab es auch lange Zeit auf den Forschungsstationen in der Antarktis Schlittenhunde.
Obwohl Schneemobile die Schlittenhunde als Transportmittel immer mehr ersetzten, sind sie gerade in schwierigem Gelände eine sichere Fortbewegungsmöglichkeit. Trotzdem dürfen Hunde seit 1994 aufgrund des Antarktis-Vertrages in der Antarktis nicht mehr gehalten werden. Dieser Vertrag, der immer weiter ergänzt wird, regelt die Zusammenarbeit von Staaten in Bezug auf die Antarktis.
Umweltschutz wird dabei immer mehr zu einem Hauptthema. Deshalb ist die Hundehaltung auch verboten. Man befürchtete, dass Hunde Krankheiten auf die Tiere der Antarktis übertragen. Zum Beispiel könnte die Viruserkrankung Staupe, die Hunde befallen kann, auch Robben anstecken. Als die Hunde die Antarktis verlassen mussten, wurde vereinbart, diese gut unterzubringen. Einige wurden zum Beispiel in Nordamerika weiterhin als Schlittenhunde gehalten.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. Februar 2019)

Rückschau

Was passiert beim Atmen?

09.02.2019

Über das Atmen müssen wir nicht groß nachdenken. "Ohne dass wir es bemerken, misst das Atemzentrum unseres Gehirns den Gehalt von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid (CO2). Der Atemantrieb wird primär über den CO2-Gehalt reguliert", erklärt Privatdozent Dr. Thomas Fühner, Chefarzt in der Klinik für Pneumologie (das bedeutet Lungenheilkunde) und Beatmungsmedizin am Städtischen Klinikum Braunschweig.
Das Zwerchfell zieht sich zusammen, der Brustkorb hebt sich, und Luft strömt in die Lunge. Dort verteilt sich die Luft weiter in die Bronchien und schließlich zu den kleinsten Lungenbläschen, die Alveole heißen. Die sehen ein bisschen aus wie die Waben im Bienenstock.
Beim Einatmen nehmen wir Sauerstoff auf, beim Ausatmen geben wir CO2 ab. Der Sauerstoff wird über das Blut zu jeder Zelle unseres Körpers transportiert. In der Zelle entsteht CO2, das über das Blut abtransportiert wird.
Aber wie gelangt der Sauerstoff von der Lunge ins Blut? "Neben den Alveolen liegen kleinste Blutgefäße. Das vorbeifließende Blut ist arm an Sauerstoff und reich an CO2. Bei der Atemluft in der Lunge ist das umgekehrt. Zwischen den Alveolen und den Blutgefäßen liegt eine Membran, das ist eine Trennschicht, durch die die Gase hindurchtreten, um das Gefälle auszugleichen", so Dr. Fühner. Der Sauerstoff gelangt so ins Blut und das CO2 in die Lunge, von wo es wieder ausgeatmet wird.
Die Lunge leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheit. Darum ist es auch so wichtig, sie zu pflegen und nicht zu rauchen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. Februar 2019)

Warum im Winter die Brille beschlägt

02.02.2019

Jetzt ist es kalt draußen und drinnen schön kuschlig warm. Deswegen erleben nun viele Brillenträger ein lästiges Problem. Die Brille beschlägt, wenn sie von der Kälte in die Wärme kommen. Manche bleiben da ganz gelassen. Sie nehmen die Brille ab, und irgendwann ist die freie Durchsicht wieder da. Andere putzen wild drauflos.

Aber warum beschlägt die Brille überhaupt? Grundsätzlich gilt, dass die warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kalte. Wenn nun die kalte Brille von der warmen Luft umgeben ist, wird die Luft um die Brille herum kälter. Diese Luft wird dann Wasser wieder "abgeben", die sich dann lästig auf der Brille niederlässt. Es bilden sich dort kleine Wassertropfen. Die Brille beschlägt.

Wenn gasförmiges Wasser wieder zu flüssigem Wasser wird, sagt man "es kondensiert". Gleichen sich die Temperaturen von der Brille und der Luft wieder an, verschwindet die schlechte Sicht von alleine.

Ähnliches passiert bei Kälte auch mit unserer Atemluft. Die Luft aus dem Körper enthält viel Wasserdampf. Wenn wir ausatmen, stößt diese Luft auf die kalte Umgebungsluft. Diese kühlt die warme Atemluft, die dann weniger Wasserdampf aufnehmen kann. Das darin enthaltene Wasser wird durch kleine Wassertröpfchen als Hauch sichtbar. Solange es nicht zu kalt wird, kann man das entspannt beobachten. Probiere es mal aus!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. Februar 2019)

Unsere Milchstraße

26.01.2019

Ein Blick in den Nachthimmel zeigt: Unsere Sonne ist nicht der einzige Stern im Weltall. Sie befindet sich in der Milchstraße. "Die Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren und ist eine Galaxie. Eine Galaxie ist eine Ansammlung von Sternen", so Prof. Dr. Jürgen Blum vom Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der TU Braunschweig.
Zur Milchstraße gehören noch mindestens 100 Milliarden weitere Sterne. Sie sieht aus wie eine plattgedrückte Spirale und besteht zum einen aus einer Scheibe, in der sich die Sterne alle im gleichen Umlaufsinn bewegen. Die Scheibe besteht zu 90% aus Sternen und zu 10% aus Gas und Staub. "In der Mitte der Milchstraße befindet sich eine zentrale Verdickung, in der sich viele Sterne in verschiedene Richtungen auf ellipsenförmigen Bahnen bewegen. Sie sieht aus wie eine leicht plattgedrückte Kugel. Im Kern davon wiederum ist ein großes Schwarzes Loch", erklärt Blum.
Unser Sonnensystem befindet sich in der Scheibe auf halbem Weg zwischen Mitte und Rand. Unsere Milchstraße ist nicht die einzige Galaxie im Weltraum. Es gibt viele Milliarden Galaxien, größere und kleinere, von denen manche wie die Milchstraße spiralförmig sind.
Die nächsten Galaxien sind die Magellansche Wolken, die man von der Südhalbkugel der Erde aus mit bloßem Auge beobachten kann, und der Andromedanebel, den wir von der Nordhalbkugel aus sehen können.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. Januar 2019)

Was ist denn eigentlich ein Silberfischchen?

19.01.2019

Wenn du nachts ins Bad gehst, kannst du die kleinen scheuen Mitbewohner vielleicht sehen. Doch sobald das Licht angeht, huschen sie davon. Gemeint sind die kleinen Silberfischchen. Ihr länglicher Körperbau, der mit Schuppen bedeckt ist, erinnert an Fischchen. Daher haben sie ihren Namen. Mit Fischen haben sie ansonsten nichts zu tun. Sie gehören zu den Insekten und haben also drei Beinpaare.
Flügel besitzen sie allerdings nicht. Dafür aber Fühler und drei Schwanzanhänge. Ihr Körper ist ohne Anhänge etwa einen Zentimeter lang. Jetzt im Winter kann man sie eventuell öfter beobachten, denn sie lieben es feucht und warm. Daher befinden sie sich gerne im Bad. Sie ernähren sich beispielsweise von toten Milben, kleinen Krümeln von Essensresten, aber auch von Tapeten und Kleister. Sie fressen sogar Schimmel.
Ihr wissenschaftlicher Name Lepisma saccharina kommt daher, dass sie gerne Zucker vertilgen. Silberfischchen können sogar Zellulose verdauen. Zellulose ist der Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände. Daher fressen Silberfischchen sogar Papier oder Baumwolle. Sie knabbern also auch Bücher oder T-Shirts an. Ist das Nahrungsangebot ganz schlecht, können Silberfischen sogar mehrere Monate hungern.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. Januar 2019)

Wie Grammatik Blumentöpfe rettet

12.01.2019

Stell dir vor, du fährst auf deinem Fahrrad durch die Stadt, und auf einmal steht ein großer Blumentopf im Weg. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Du kannst den Blumentopf umfahren, so dass er umkippt. Du kannst den Blumentopf aber auch umfahren, also einen großen Bogen darum machen. Aber Moment mal: ist dir auch aufgefallen, dass die beiden Wörter umfahren und umfahren genau gleich aussehen, obwohl sie das Gegenteil ausdrücken?
Eine sprachlich wichtige Frage die uns Jana Schönheiter vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig erklärt. Sie ist Linguistin. Linguistik, das ist die Wissenschaft von der Sprache. "Wenn man solche sprachlichen Eigenheiten erforscht, beschäftigt man sich mit Wortbildungsmustern", erklärt sie "Obwohl umfahren und umfahren gleich geschrieben werden, sind es doch zwei unterschiedliche Wörter. Das erkennt man zum einen an der Betonung. Außerdem werden die Wörter im Satz anders gebeugt.
"Bei umfahren und umfahren ist nämlich der Unterschied, dass das 'um' einmal fest an das 'fahren' angeklebt ist: ich umfahre etwas. Beim anderen 'umfahren' kann auch etwas zwischen 'um' und 'fahren' stehen: Ich fahre etwas um, fahre also bewusst dagegen.
Wörter, die aus mehreren Teilen bestehen, gibt es viele, manche können getrennt werden, zum Beispiel herumlaufen, andere wollen zusammenbleiben, zum Beispiel beladen. Vielleicht fallen dir noch ein paar andere Wörter ein?

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. Januar 2019)

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