KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum Kamele Höcker haben

Kamele - oder genauer gesagt Altweltkamele - gibt es mit zwei oder einem Höcker. Hat ein Kamel nur einen Höcker, nennt man es Dromedar. Mit zwei Höckern Trampeltier. Und Kamele haben noch einen weiteren Namen: Wüstenschiff.
So heißen sie, weil sie sich durch ihren besonderen Passgang wie ein Schiff schaukelnd durch die Gegend bewegen. Dabei ziehen sie immer beide linken oder rechten Beine gleichzeitig nach vorne.
Trampeltiere und Dromedare kommen in heißen Gegenden vor. Deswegen haben sie viele Anpassungen, die ihnen das Leben dort ermöglichen. Dazu gehören auch die Höcker. In ihnen wird Fett gespeichert. Dadurch können Kamele lange mit nur wenig Nahrung auskommen.
Die Höckerform ist sinnvoll. Denn würde man das Fett über den ganzen Körper verteilen, könnten sie sich viel schlechter fortbewegen. Außerdem schützen die Fettpolster auch vor Überhitzung. Denn Fett leitet Wärme schlecht.
Weitere Vorteile für ein Leben in der Wüste sind die breiten Sohlen, die sie nicht so leicht im Sand einsinken lassen, und lange Wimpern, die gegen den Sand schützen. Aber auch innere Anpassungen wie die Möglichkeit, den Urin sehr zu konzentrieren. Das Wasser bleibt dann im Körper. Sie müssen nur circa einen Liter am Tag abgeben.
Außerdem können Kamel ihre Körpertemperatur regulieren. Sie schwitzen so weniger.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. April 2019)

Rückschau

Wieso haben Elefanten so große Ohren?

06.04.2019

Was ist groß, grau und sehr, sehr schwer? Ganz genau: Elefanten! Abgesehen von ihrer enormen Größe - sie können bis zu 3,7 Meter Schulterhöhe erreichen - fallen an Elefanten meisten noch ihre Stoßzähne, ihr Rüssel und ihre großen Ohren auf. Man unterscheidet den etwas größeren afrikanischen Elefanten von seinen etwas kleineren Artgenossen, dem asiatischen Elefanten und dem Waldelefanten. Anhand der Größe der Stoßzähne und der Ohren sowie der Kopfform kann man ziemlich gut erkennen, welches Exemplar man vor sich hat. Die Ohren vom asiatischen Elefanten etwa werden bis zu 60 cm hoch und 55 cm breit, die vom afrikanischen Elefanten können bis zu 120 cm breit und 2 m hoch werden. Zum Vergleich: ein durchschnittliches menschliches Ohr ist etwa 6 bis 7 cm groß. Elefanten können Geräusche im "Infraschall" hören, also sehr tiefe Töne, die wir Menschen nicht wahrnehmen können. Deshalb können Elefanten auch über weite Strecken hinweg miteinander kommunizieren. Aber der Grund für ihre großen Ohren ist ein anderer: Elefanten können nämlich nicht schwitzen. Da sie aber in heißen Regionen leben, brauchen sie eine Möglichkeit, ihren Körper herunterzukühlen. Elefantenohren sind sehr gut durchblutet. Um überschüssige Wärme loszuwerden, pumpt das Tier warmes Blut in seine Ohren, wedelt mit ihnen, fächelt die warme Luft vom Körper weg und kann so seine Körpertemperatur regulieren.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06. April 2019)

Wie ein Touchscreen funktioniert

30.03.2019

Wenn du ein Programm auf dem Smartphone aufrufst, brauchst du dafür keine Tastatur oder Maus mitzuschleppen. Nur durch die Berührung des Bildschirms mit dem Finger, öffnet sich das Programm oder du kannst eine Nachricht schreiben. Aber wie funktioniert das eigentlich?
Unter der Glasschicht des Bildschirms befinden sich leitende Streifen. Darunter gibt es eine weitere Glasschicht mit ebenfalls leitenden Streifen. Die einen Streifen verlaufen senkrecht die anderen waagrecht. Alle Streifen zusammen sehen dann so aus wie ein Kästchenheft für den Matheunterricht. Wenn du jetzt mit dem Finger den Touchscreen berührst, werden unter dem Glas elektrische Ladungen verschoben.
Genau an den Kreuzungspunkten der Streifen werden diese Veränderungen gemessen und somit erkannt, wo du genau das Handy berührt hast. Dadurch kann diese Berührung in einen Klickbefehl übersetzt oder ein Buchstabe für deinen Text ausgewählt werden. Touchscreens können sogar mehrere Berührungen gleichzeitig wahrnehmen. Ziehst du zum Beispiel zwei Finger auseinander wird eine Datei größer oder du wischst über das Handy, um weiterzublättern.
Und die Entwicklung geht stetig weiter: Zurzeit wird z. B. intensiv an Fühlbildschirmen geforscht: Auf diesen kannst du die Schuppen eines Fischs nicht nur sehen, sondern auch mit den Fingern spüren!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30. März 2019)

Ein Wort, viele Bedeutungen

23.03.2019

Eine Bank: das ist eine Sitzgelegenheit oder ein Geldinstitut. Es gibt viele Worte, die gleich klingen und geschrieben werden, aber unterschiedliche Bedeutungen haben. "Bei solchen Worten spricht man von lexikalischer Ambiguität. Das bedeutet Mehrdeutigkeit", erklärt Dr. Ayse Yurdakul vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig.
Generell unterscheidet man zwei Arten von Mehrdeutigkeit, nämlich Polysemie und Homonymie. Bei Polysemie handelt es sich um ein Wort, das mehrere Bedeutungen hat, die sich ähnlich sind. Zum Beispiel kann das Wort "Fahrzeug" sowohl Auto, aber auch Zug oder Schiff bedeuten.
Bei Homonymie handelt es sich um ein Wort, das ganz unterschiedliche Bedeutungen hat. Der "Ball" etwa ist entweder ein Spielzeug oder eine Tanzveranstaltung. "Die Entstehung solcher Doppelbedeutungen kann auf zwei Wegen erfolgen. Bei Polysemen geht man davon aus, dass es ein Ursprungswort gab und die Bedeutungen spezieller wurden. Bei Homonymen gibt es keinen gemeinsamen Ursprung: es ist also zum Beispiel reiner Zufall, dass der Flügel der Vögel und der Flügel zum Klavierspielen gleich heißen", so Yurdakul.
Aber woher weiß man nun, was genau gemeint ist? Man kann die Worte zum Beispiel durch den Satz, in dem sie verwendet werden, unterscheiden. Manche Homonyme haben auch unterschiedliche Artikel, beispielsweise "der Teil" und "das Teil". Bei manchen hilft es auch, die Mehrzahl zu bilden. Bei "Band" zum Beispiel kann man überlegen, ob Buch-Bände oder Farb-Bänder gemeint sind.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. März 2019)

Was ist Ingwer?

16.03.2019

Ingwerplätzchen, Ingwer in der Suppe, Ingwereis ? Starköche haben längst dieses Gewürz für alle möglichen Speisen für sich entdeckt. Zusätzlich schwören viele auf die seit Jahrhunderten bekannten positiven Effekte für die Gesundheit. Ingwer fördert zum Beispiel die Verdauung und soll die Immunabwehr stärken.
Von weitem sieht Ingwer im Supermarkt aus wie eine schrumpelige Kartoffel mit Fingern. Wenn du Ingwer mal testest, sei ein bisschen vorsichtig: Ingwer kann sehr scharf sein!
Diese "schrumpelige Kartoffel" wächst unterirdisch und wird botanisch Rhizom genannt. Das bedeutet, dass diese "Knolle" zum Spross gehört und unter der Erde wächst. Von diesem Rhizom treiben dann die Wurzeln und auch die oberirdischen Pflanzenteile aus. Zufällig kann dies auch mal in der Küche passieren, wenn man frischen Ingwer lange liegen lässt.
Ganz bewusst kann man frischen Ingwer aber auch in einen Topf mit Erde einpflanzen. Die daraus wachsende Staude ist schön: Die Blätter sind sattgrün, und die roten "Blütenstände" findet man zurzeit oft in Wintersträußen. Bis zur Ernte des Ingwers müsste man jetzt aber noch über acht Monate warten. Geerntet werden nur Teile des Rhizoms, so dass der verbleibende Rest wieder austreiben kann.
Ein Tipp zum Verzehr: Ingwereis ist eine tolle Geschmackserfahrung - zumindest für Ingwerliebhaber!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. März 2019)

Warum ist der Regenbogen gebogen?

12.03.2019

Wenn es regnet und die Sonne scheint, ist manchmal ein Regenbogen zu sehen. "Ein Regenbogen entsteht, weil Sonnenlicht auf Regentropfen fällt und dort gebrochen und reflektiert wird. Licht beinhaltet alle Farben. Diese Farben haben verschiedene Wellenlängen, Blau ist kürzer als Grün und Grün kürzer als Rot. Wird das Licht gebrochen, werden diese unterschiedlichen Farben sichtbar", erklärt Agnes Straaten vom Institut für Geoökologie der TU Braunschweig.
Aber warum ist der Regenbogen eigentlich gebogen? Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass ein Regenbogen nur zu sehen ist, wenn die Sonne tief steht. Mittags zum Beispiel, wenn die Sonne hoch steht, können wir keinen Regenbogen erkennen.
"Das liegt daran, dass zwischen Sonne, Regentropfen und Betrachter ein Winkel von 42 Grad vorliegen muss, damit man einen Regenbogen sehen kann. Das Licht fällt auf den Tropfen, wird gebrochen und reflektiert und fällt dann in einem Winkel von 42 Grad in unser Auge. Alle Punkte, bei denen dieser Winkel exakt 42 Grad beträgt, liegen auf einem Kreis. Das bedeutet, dass der Regenbogen eigentlich ein Kreis ist, nur können wir den unteren Teil nicht sehen, weil der Horizont im Weg ist", so Straaten.
Das heißt übrigens auch, dass jeder Mensch seinen eigenen Regenbogen sieht. Weil der Winkel zwischen Sonne, Tropfen und Beobachter immer 42 Grad sein muss, sieht jemand, der zum Beispiel größer ist, anderes Licht, als jemand kleineres. Aber keine Sorge: einen Regenbogen erkennen natürlich beide.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. März 2019)

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