KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Flusspferde schwitzen rötlich

Warum schwitzt du? Wenn du dich anstrengst, kann es sein, dass du anfängst zu schwitzen. Dein Körper macht dies, damit du nicht überhitzt. Der Schweiß kühlt den Körper.

Schon in der Antike beobachteten Naturforscher, dass das Flusspferd eine blutrote Substanz auf der Haut bildet. Da der Schweiß rötlich war, sprach man davon, dass das Flusspferd Blut schwitzt. Das stimmt natürlich nicht. Weder ist es Blut, noch wird die Substanz in Schweißdrüsen gebildet.

Vor kurzem haben Forscher diesen "Schweiß" genauer untersucht und dabei etwas Spannendes herausgefunden: Der "Schweiß" ist eine Art Sonnencreme, die die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Und der "Schweiß" kann noch mehr. Er enthält ein Antibiotikum, das die Haut vor gefährlichem Bakterienbefall bewahrt. Das ist wichtig, da Flusspferde sich oft bei Kämpfen verletzen. Es könnte sein, dass die Haut so weniger infiziert wird.

Die Forscher haben wirklich viel Schweiß in ihre Arbeit gesteckt. Denn es war sehr schwierig, den Flusspferdschweiß zu gewinnen. Sie rubbelten zahme Flusspferde im Sommer mit Papierhandtüchern ab. Ein Glück, dass Flusspferde im Zoo dabei ganz friedlich sind. Dann lösten sie den "Schweiß" im Labor mit Wasser von den Handtüchern. Danach kam die schwierige chemische Untersuchung. Insgesamt dauerten die Forscherarbeiten über sieben Jahre.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. Juni 2018)

Rückschau

Warum wir nicht einfach umfallen

16.06.2018

Der Gleichgewichtssinn sorgt dafür, dass wir stehen, sitzen und laufen können ohne dabei umzufallen. Für die meisten Sinne gibt es ein bestimmtes Organ, zum Beispiel die Augen zum Sehen. Beim Gleichgewichtssinn ist das etwas anders, denn er benutzt gleich mehrere Informationsquellen.

"Der Gleichgewichtssinn sitzt im Kleinhirn", erklärt Prof. Dr. Andreas Gerstner vom Städtischen Klinikum Braunschweig, "das Gleichgewichtsorgan bildet das Innenohr zusammen mit der Hörschnecke und wird Labyrinth genannt. Das Labyrinth hat drei Bogengänge, die für die Wahrnehmung von Drehbeschleunigungen zuständig sind." Dabei ist je ein Gang für eine der drei Raumebenen zuständig. Außerdem gibt es im Labyrinth noch den Sacculus und Utrikulus, mit denen man gerade Beschleunigungen wahrnimmt. Diese Informationen bringt der Gleichgewichtssinn mit dem, was wir sehen, der Wahrnehmung unserer Körperhaltung und vielem mehr zusammen.

Am Gleichgewichtssinn kann es auch liegen, wenn uns schwindelig wird. "Ein Klassiker ist die Situation auf einer Aussichtsplattform: Die Füße melden, dass der Boden direkt unter den Füßen ist, die Augen melden jedoch, dass er 100 Meter weiter unten ist - da stimmt doch was nicht! Wenn die verschiedenen Informationsflüsse zum Gleichgewichtssinn nicht deckungsgleich sind, dann ist dieser im Ungleichgewicht: Es wird uns schwindelig", so Gerstner.

Den Gleichgewichtssinn kann man übrigens prima trainieren, zum Beispiel indem man auf einem Bein steht, balanciert, tanzt oder Fahrrad fährt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. Juni 2018)

Was ist eigentlich Erosion?

09.06.2018

Genauso wie ein Bildhauer eine Skulptur mit dem Hammer formt, gibt es auch Kräfte in der Natur, die die Landschaft verändern. Diesen Vorgang nennt man Erosion. In der Natur übernehmen das Formen der Landschaft Wasser, Eis,Wind oder dieSchwerkraft. Besonders eindrucksvoll ist Erosion an den Küsten zu sehen. Bei jedem Wellengang wird Sand hin und her transportiert und der Küstenverlauf stetig verändert. Das kannst du einfach nachmachen. Schütte etwas Sand in eine Kiste und forme auf einer Seite einen Berg. Dann gib Wasser dazu und erzeuge mit einer Pappe Wellen. Ganz schnell wird der Sand abgetragen.

Erosion durch Wasser wird auch an Flüssen sichtbar. Sie schleppen Gestein mit sich und können so ganze Täler formen. Wird das Wasser zu Eis, bilden sich in den Gebirgen Gletscher. Die Gletscher bewegen sich talabwärts und verändern die Landschaft.

Winderosion wird besonders eindrucksvoll in Wüsten sichtbar, wenn der Wind Sand mit sich trägt und sich Dünen bilden. Sand kann aber auch Gestein ganz langsam abschmirgeln. Dabei können pilzartige Gesteinsformationen entstehen. Aber auch ohne Wasser, Wind und Eis kann Erosion auftreten. Dabei rollen einfach Gesteine durch die Schwerkraft den Hang abwärts. Erosion passiert also ständig und überall.

Willst du ein beeindruckendes Ergebnis von Erosion sehen, dann guck dir Bilder vom Grand Canyon im Internet an.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. Juni 2018)

Was ist das Geheimnis der Schokolade?

26.05.2018

Hast du schon einmal Schokolade selbst hergestellt? Im Prinzip brauchst du dafür nur Kakaobutter (50 g), Kakaopulver (20 g), Puderzucker (40 g) und Milchpulver (20 g). Zuerst erhitzt du die Kakaobutter in einem Topf. Dann nimmst du den Topf vom Herd und rührst Kakaopulver, Puderzucker und Milchpulver unter. Dann ab in ein Silikonförmchen und in den Kühlschrank. Und was kommt dann heraus? Tja, das Produkt erinnert etwas an Schokolade, aber eben noch nicht ganz. Woran das liegt? Lange wurde an der Herstellung von Schokolade herumgetüftelt. Was du da gerade hergestellt hast, schmeckt sehr stückig, zuckrig und wenig aromatisch. In der industriellen Schokoladenherstellung wird das Gemisch jetzt erstmal gewalzt, um die darin enthaltenen Teilchen möglichst klein zu machen. Danach kommt das Conchieren.

1879 gelang dem Schweizer Rodolphe Lindt eine Revolution in der Schokoladenherstellung. Durch seine Erfindung der Conche wurde die Schokolade viel besser. Beim Conchieren wird die Masse in einer Maschine hin- und hergewälzt und dabei erhitzt. Durch das Erhitzen verdampft unerwünschte Restfeuchtigkeit. Außerdem verflüchtigen sich auch Bitterstoffe.

Jetzt gehört viel Ausprobieren dazu, dass unerwünschte Bitterstoffe vergehen und erwünschte Aromen in der Schokolade verbleiben und sich sogar entfalten. Schokoladenherstellung ist eben eine Kunst!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. Mai 2018)

Wie Wolken entstehen

19.05.2018

Wenn nicht gerade strahlend blauer Himmel ist, sehen wir Wolken, wenn wir hochgucken. Aber wie entstehen die denn?
Agnes Straaten ist Meteorologin am Institut für Geoökologie der TU Braunschweig. Sie erklärt: "In der Luft ist Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf enthalten, die sogenannte Luftfeuchtigkeit. Die können wir als solche nicht sehen. Wenn Luft sich zum Beispiel am Boden erwärmt, dann steigt sie auf und kühlt dabei wieder ab. Warme Luft kann deutlich mehr Wasser aufnehmen als kalte Luft. Wenn die Luft abkühlt, kondensiert darum das Wasser, das in ihr enthalten ist." Es bilden sich kleine Tröpfchen. Diese sehen wir am Himmel als Wolken.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten, was mit so einer Wolke passiert: Entweder wächst die Wolke. Das geschieht, wenn es sehr feucht ist. Dann werden die Tröpfchen immer größer. Die Tropfen können durch sogenannte Aufwinde, also durch bewegte Luft, noch oben gehalten werden. Irgendwann werden sie aber so groß und schwer, dass sie zu schwer sind, um oben gehalten zu werden. Aufgrund der Schwerkraft gelangt die Feuchtigkeit als Regentropfen auf die Erde zurück.
Aber nicht jede Wolke muss zur Regenwolke werden - Wolken können sich nämlich auch wieder auflösen. "Wenn es insgesamt trocken ist und die Wolken darum nicht noch mehr Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, lösen sie sich langsam wieder auf", so die Wissenschaftlerin Agnes Straaten.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. Mai 2018)

Müssen Tiere Zähne putzen?

12.05.2018

Du putzt fleißig jeden Tag mehrmals deine Zähne. Und jetzt wirst du vielleicht enttäuscht sein. Wilde Tiere machen das nicht. Ein Trost für dich: Sie müssen das auch nicht, weil sie nicht so viele süße Sachen essen wie du. Für Tiger gibt es keine Schokolade und kein Eis. Vor allem die süßen Sachen rufen nämlich Bakterien auf den Plan, die durch Säuren Löcher in deine Zähne "bohren".
Für besonders beanspruchte Zähne hat sich die Natur auch etwas Besonderes einfallen lassen. Der Biber muss zum Beispiel Baumstämme annagen. Eine ganz schön heftige Belastung für die Zähne. Deswegen wachsen seine Schneidezähne auch ständig nach und haben einen besonders harten Zahnschmelz. Und der weiße Hai, der als Räuber gute Zähne braucht, hat gleich ein Revolvergebiss. Fällt ein Zahn aus, wird dieser sofort "nachgeladen" und füllt die Lücke.
Besondere Zähne haben auch die Seekuh und der Elefant. Die Seekuh mümmelt Seegras, vermischt mit Sand. Dieser Sand schmirgelt die Backenzähne ordentlich ab. Im Laufe der Zeit schiebt sich nun der nächste Backenzahn langsam von hinten nach vorne und ersetzt den alten, abgenutzten Zahn. Auch der Elefant hält seine Backenzähne so einsatzbereit.
Zahnweh können wilde Tiere aber trotzdem haben. Das kann ohne Zahnarzt sehr schmerzhaft sein und die Tiere krank machen. Da ist Zähne putzen und zum Zahnarzt gehen doch gleich viel besser, oder etwa nicht?

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. Mai 2018)

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