KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Wo kommt eigentlich der Zucker her?

Heute gibt es einen einfachen Kuchen: Mehl, Butter, Zucker und Eier-das muss an Zutaten reichen. Mehl kommt für diesen Kuchen vom Weizen, Butter von der Milch der Kuh, Eier vom Huhn - und wo kommt der Zucker her?

Wenn man von Zucker redet, dann ist chemisch meist die Saccharose gemeint. Diesen Zucker kannst du im Supermarkt in allen möglichen Formen finden, zum Beispiel als Haushaltszucker, Puderzucker oder als Würfelzucker. Dieser Zucker stammt bei uns meist aus der Zuckerrübe, er wird weltweit aber auch aus Zuckerrohr gewonnen. Diese beiden Pflanzen sind die Hauptlieferanten für Zucker. Zuckerrohr ist mit Gräsern verwandt. Die Zuckerrübe ist sehr nah mit der Roten Bete und Mangold verwandt. Die Zuckerrübe kann im Gegensatz zum Zuckerrohr auch bei uns angebaut werden. Die Gewinnung von Zucker aus Zuckerrohr ist sehr viel älter, als die Gewinnung des Zuckers aus der Rübe, die im 18. Jahrhundert gelang. Der ausgepresste Saft des Zuckerrohrs wird schon seit mehreren Tausend Jahren genossen. Die Herstellung von kristallinem Zucker aus Zuckerrohr machte schließlich die Verbreitung einfacher. Die immer billigere Verarbeitung und auch die Gewinnung aus der Rübe machte Zucker schließlich nicht nur für Reiche, sondern für viele erschwinglich.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. September 2018)

Rückschau

Fischotter breiten sich wieder aus

08.09.2018

Der Europäische Fischotter ist eine von weltweit 13 Otterarten und kann im Freiland bis zu 10, in Gehegehaltung 15 bis 16 Jahre alt werden. Fischotter sind Einzelgänger und eher nachtaktiv. Sie breiten sich derzeit in Deutschland von Osten her aus. Die meisten kommen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vor, aber auch in anderen Bundesländern gibt es Siedlungsgebiete.

"In den 1970er Jahren war der Fischotter in großen Teilen Europas und in Deutschland fast ausgerottet. Das lag an der Verschmutzung von Gewässern und der Veränderung von Flussläufen, wodurch der Lebensraum der Otter zerstört wurde", erklärt Dr. Britta Habbe vom Otter-Zentrum in Hankesbüttel. Seit die Tierart unter Schutz gestellt ist und es mehr Bemühungen um den Naturschutz gibt, kehren die Tiere nun langsam zurück.

Fischotter leben sowohl an Flüssen als auch an Seen und Teichen. Wichtig ist, dass sie einen Rückzugsplatz und genügend Nahrung finden. "Vom Aal bis zum stacheligen Barsch jagt der Otter alle Fischarten und kleinere Tiere, die in und am Rand des Gewässers in seinem Revier leben. An jedem Tag braucht ein Fischotter etwa ein Kilogramm Nahrung, das sind rund 10 Prozent seines Gewichts", so Habbe.

Otter sind übrigens sehr gute Schwimmer und können mindestens zwei Minuten lang tauchen. Wenn Otter Junge bekommen, zieht das Weibchen diese allein groß. Bei der Geburt wiegen die zwei bis drei Jungen nur 100 Gramm. Durchschnittlich bleiben die Otter zwei Jahre bei ihrer Mutter.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. September 2018)

Kann man Bananen kochen?

01.09.2018

Bananen sind der Obsthit: Nur noch Äpfel essen die Deutschen mehr als Bananen. Du kannst Bananen auch einmal ganz anders essen. Sehr nahe verwandt mit der Obstbanane ist nämlich die Kochbanane. In vielen subtropischen Ländern gehört diese Banane zu den Grundnahrungsmitteln. Das bedeutet, dass sie einen Großteil der Ernährung der Menschen ausmachen. Wie anderswo vielleicht die Kartoffel oder Reis.

Die Banane ist dafür auch gut geeignet. Denn sie ist sehr gut verdaulich und macht lange satt. Sie enthält viele Kohlenhydrate und wichtige Mineralstoffe wie Kalium. Insbesondere die Muskulatur und Nerven brauchen, um gut zu funktionieren, unbedingt Kalium. Die Banane, die du meistens bei uns siehst, wird als Obst gegessen. Die Kochbanane eher als Gemüse. Sie wird nicht roh verzehrt. Je nach Reife schmeckt sie gekocht, gebacken, gebraten oder frittiert. Und sehr reif sogar als Dessert.

Beide Bananen mögen keine Kälte. Deswegen sollten sie nicht in den Kühlschrank. Sehr unreife Kochbananen kannst du mit dem Plastikbeuteltrick schneller reifen lassen. Einfach einen Apfel zu der Banane in den Beutel stecken, aufblasen und zumachen. Der Apfel sondert Ethylen aus, das die Reifung bei der Banane beschleunigt.

Am schnellsten bereitet man Kochbananen so zu: Schälen, in dünne Scheiben schneiden, in Öl braten, salzen, essen!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01. September 2018)

Was auf dem Komposthaufen passiert

25.08.2018

Wenn du in der Küche Gemüse schnippelst oder deine Eltern die Hecke schneiden, fällt Bioabfall an, der auf dem Komposthaufen entsorgt und wieder zu Erde wird. Aber wie genau funktioniert das?

"Auf den Komposthaufen gehört nur organisches Material, also Pflanzenreste wie Gras, aber auch Bioabfälle wie Möhrenschalen oder Kerngehäuse. Dieses Material enthält noch viele energiereiche Stoffe, zum Beispiel Kohlenhydrate wie Zucker, die die ideale Nahrung für Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze sind", erklärt Dag Pfannenschmidt von der Grünen Schule Braunschweig. Diese Mikroorganismen siedeln sich auf dem Komposthaufen an und zersetzen die Abfälle. So birgt der Komposthaufen ideale Bedingungen für kleine Lebewesen wie Asseln und Milben, die wiederum die Bakterien und Pilze fressen und das Pflanzenmaterial weiter zerkleinern. Nach etwa einem halben Jahr entsteht der sogenannte Rohkompost.

In den ziehen dann Regenwürmer ein. "Regenwürmer ernähren sich vom Kompost, vermengen ihn mit Mineralien und scheiden kleine Bodenkrümel aus. Diese Bodenkrümel sind perfekte Erde, um die Pflanzen im Garten wieder zu düngen. Der ganze Prozess dauert etwa zwölf Monate", so Pfannenschmidt. Der gleiche Prozess läuft übrigens überall so ab. Wenn im Herbst die Blätter fallen, verrotten sie nach dem gleichen Prinzip wie der Komposthaufen und werden zu Erde.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25. August 2018)

Warum sich Tiere manchmal wandeln

18.08.2018

Warum fliegt ein Fisch und schwimmt ein Pinguin? Ja ist denn schon Karneval? An einen schwimmenden Pinguin hat man sich ja schon längst gewöhnt. Er macht unter Wasser übrigens Bewegungen wie andere Vögel beim Fliegen. Doch wenn nun Fliegende Fische, Faltengeckos und Schmuckbaumnattern durch die Lüfte gleiten, dann stimmt etwas nicht, oder doch?

Tiere erobern ständig neue Lebensräume. Durch neue Verhaltensweisen oder durch das Verwenden neuer Nahrungsgrundlagen versuchen sie dabei gegenüber der Konkurrenz zu bestehen und einen Vorteil zu haben. So können sie ihr Überleben und das ihrer Nachkommen sichern. Dabei kommt es manchmal zu Neuerungen, die nicht in unsere Vorstellungswelt passen. Beispiele dafür gibt es viele: Mit List erobert so zum Beispiel die Wasserspinne als einzige Spinne das nasse Element. Sie sammelt dazu Luft unter ihrem dicht gesponnenen Netz. Während sich nun Gleithörnchen und Dornschwanzhörnchen zumindest zeitweise in den Lüften wohlfühlen, haben Vögel wie der Emu, der Strauß und der Kasuar das Fliegen aufgegeben.

Aus dem Wasser gewagt haben sich Schlammspringer und auch Lungenfische können im Schlamm lange Zeit überleben. So werden sich im Laufe der Zeit die Lebewesen immer weiter verändern und schließlich ganz neue Arten und Tiergruppen entstehen. Diesen Vorgang der allmählichen, erblichen Veränderung von Lebewesen nennt man Evolution.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. August 2018)

Schwerelos auf der Erde - ist das möglich?

11.08.2018

Wenn du einen Stift fallen lässt, dann fällt er runter. Das liegt an der Erdanziehungskraft, auch Gravitation genannt. Wenn wir Bilder aus der internationalen Raumstation ISS sehen, dann fällt der Stift dort nicht runter, sondern schwebt: Er ist schwerelos.

"Schwerelosigkeit wird häufig damit erklärt, dass keine Gravitationskraft vorhanden ist", sagt Prof. Dr. Jürgen Blum vom Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik ("extraterrestrisch" bedeutet "außerhalb der Erde") an der TU Braunschweig. "Aber so einfach ist das nicht. Die ISS zum Beispiel fliegt 400 Kilometer über uns und wird immer noch von der Erde angezogen. Dass dort Schwerelosigkeit herrscht, liegt daran, dass sie dauernd beschleunigt wird und auf einer Kreisbahn um die Erde fliegt. Dabei entstehen Fliehkräfte, die die Gravitationskräfte ausgleichen."

Schwerelosigkeit gibt es übrigens auch auf der Erde. "Alle Dinge, die fallen und geworfen werden, sind schwerelos, solange man die Luftreibung vernachlässigen kann. Beim Trampolinspringen ist man zum Beispiel vom Abheben bis zur Landung schwerelos. Auch der Stift ist schwerelos, während er fällt", erklärt Blum. Das kannst du auch in einem Experiment ausprobieren: Lege ein paar Bücher auf eine analoge Waage und hüpfe hoch. Wenn du den Zeiger beobachtest, siehst du, wie er während deines "Flugs" zurück auf Null und dann wieder hochgeht: Du bist für einen kurzen Moment schwerelos.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. August 2018)

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