KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Ameisen sind fleißig. Stimmt doch, oder?

Ameisen und Bienen sind allgemein als sehr fleißig bekannt. Hast du schon einmal neben einem Ameisennest gesessen und die emsigen Krabbler beobachtet? Dabei ist dir wohl nie der Gedanke gekommen, dass diese Tierchen faul sein könnten, oder? Tatsächlich ist es aber so.

Zur Ehrenrettung muss man dazu sagen, dass immer nur ein Teil der Ameisen faul ist. Der andere Teil ist sehr fleißig. Forscher beobachteten Ameisen der Art Themnothorax rugatulus mithilfe von Videokameras. Dabei kam überraschenderweise heraus, dass ein Teil der Ameisen gar nichts macht. Und zwar ein nicht unerheblicher Teil. Mindestens 40 Prozent der Ameisen macht den ganzen Tag über gar nichts.

Warum ist das so? Die Forscher waren davon sehr überrascht. Ihrer Theorie zu Folge dienen diese Ameisen als stille Reserve. Das heißt, wenn die fleißigen Ameisen durch irgendeine Begebenheit sterben, dann springen diese faulen Ameisen ein. Die Forscher nahmen also eine große Zahl von Ameisen, die sie als fleißig identifiziert hatten, aus dem Nest heraus. In der Tat wurden daraufhin schlagartig zahlreiche faule Ameisen fleißig. Somit war der Fortbestand der Art nicht gefährdet.

Umgekehrt funktioniert der Versuch jedoch nicht. Als die Forscher die faulen Ameisen aussortierten, ging keine der fleißigen Ameisen in den Ruhestand, sondern sie arbeiteten fleißig weiter.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07. Juli 2018)

Rückschau

Was sind eigentlich Pollen?

30.06.2018

Im Frühling und Sommer ist die Zeit der blühenden Pflanzen, und die Luft scheint voll Pollen zu sein. Aber was sind eigentlich Pollen?

"Pollen sind die männlichen Samenzellen von Pflanzen", erklärt Dr. Michael Welling vom ThünenInstitut in Braunschweig. "Sie wollen zu den weiblichen Keimzellen, damit sich die Pflanze fortpflanzen kann." Dafür haben die Pflanzen nun ganz unterschiedliche Strategien. Bei einigen Pflanzen sind die Pollen und die weiblichen Zellen ganz nah beieinander. Das ist zum Beispiel bei der Tulpe so, in der sich die Staubgefäße mit den Pollen und der Stempel innerhalb einer Blüte befinden. Aber so leicht haben es nicht alle Pflanzen. Einige haben je männliche und weibliche Blüten, zum Beispiel Birken. Andere Pflanzen bilden einzeln stehende weibliche beziehungsweise männliche Gewächse.

Wenn die Pollen und weiblichen Keimzellen nicht nah beieinander liegen, haben Pflanzen je nach Art zwei Strategien, ihre Pollen zu verbreiten: die Wind- oder die Tierbestäubung. "Bei der Windbestäubung werden die Pollen vom Wind getragen. Dafür muss die Pflanze sehr viele Pollen produzieren, weil auf dem Weg die meisten verloren gehen", sagtWelling. Bei der Tierbestäubung tragen Insekten wie Bienen, Schmetterlinge oder sogar Vögel wie Kolibris die Pollen weiter. Dann muss eine Pflanze weniger Pollen produzieren und lockt die Tiere mit duftenden Blüten und Nektar an.

Die Windbestäubung ist übrigens die ältere Form, weil es Pflanzen schon gab, bevor blütenbesuchende Tiere auftraten.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30. Juni 2018)

Flusspferde schwitzen rötlich

23.06.2018

Warum schwitzt du? Wenn du dich anstrengst, kann es sein, dass du anfängst zu schwitzen. Dein Körper macht dies, damit du nicht überhitzt. Der Schweiß kühlt den Körper.

Schon in der Antike beobachteten Naturforscher, dass das Flusspferd eine blutrote Substanz auf der Haut bildet. Da der Schweiß rötlich war, sprach man davon, dass das Flusspferd Blut schwitzt. Das stimmt natürlich nicht. Weder ist es Blut, noch wird die Substanz in Schweißdrüsen gebildet.

Vor kurzem haben Forscher diesen "Schweiß" genauer untersucht und dabei etwas Spannendes herausgefunden: Der "Schweiß" ist eine Art Sonnencreme, die die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Und der "Schweiß" kann noch mehr. Er enthält ein Antibiotikum, das die Haut vor gefährlichem Bakterienbefall bewahrt. Das ist wichtig, da Flusspferde sich oft bei Kämpfen verletzen. Es könnte sein, dass die Haut so weniger infiziert wird.

Die Forscher haben wirklich viel Schweiß in ihre Arbeit gesteckt. Denn es war sehr schwierig, den Flusspferdschweiß zu gewinnen. Sie rubbelten zahme Flusspferde im Sommer mit Papierhandtüchern ab. Ein Glück, dass Flusspferde im Zoo dabei ganz friedlich sind. Dann lösten sie den "Schweiß" im Labor mit Wasser von den Handtüchern. Danach kam die schwierige chemische Untersuchung. Insgesamt dauerten die Forscherarbeiten über sieben Jahre.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. Juni 2018)

Warum wir nicht einfach umfallen

16.06.2018

Der Gleichgewichtssinn sorgt dafür, dass wir stehen, sitzen und laufen können ohne dabei umzufallen. Für die meisten Sinne gibt es ein bestimmtes Organ, zum Beispiel die Augen zum Sehen. Beim Gleichgewichtssinn ist das etwas anders, denn er benutzt gleich mehrere Informationsquellen.

"Der Gleichgewichtssinn sitzt im Kleinhirn", erklärt Prof. Dr. Andreas Gerstner vom Städtischen Klinikum Braunschweig, "das Gleichgewichtsorgan bildet das Innenohr zusammen mit der Hörschnecke und wird Labyrinth genannt. Das Labyrinth hat drei Bogengänge, die für die Wahrnehmung von Drehbeschleunigungen zuständig sind." Dabei ist je ein Gang für eine der drei Raumebenen zuständig. Außerdem gibt es im Labyrinth noch den Sacculus und Utrikulus, mit denen man gerade Beschleunigungen wahrnimmt. Diese Informationen bringt der Gleichgewichtssinn mit dem, was wir sehen, der Wahrnehmung unserer Körperhaltung und vielem mehr zusammen.

Am Gleichgewichtssinn kann es auch liegen, wenn uns schwindelig wird. "Ein Klassiker ist die Situation auf einer Aussichtsplattform: Die Füße melden, dass der Boden direkt unter den Füßen ist, die Augen melden jedoch, dass er 100 Meter weiter unten ist - da stimmt doch was nicht! Wenn die verschiedenen Informationsflüsse zum Gleichgewichtssinn nicht deckungsgleich sind, dann ist dieser im Ungleichgewicht: Es wird uns schwindelig", so Gerstner.

Den Gleichgewichtssinn kann man übrigens prima trainieren, zum Beispiel indem man auf einem Bein steht, balanciert, tanzt oder Fahrrad fährt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. Juni 2018)

Was ist eigentlich Erosion?

09.06.2018

Genauso wie ein Bildhauer eine Skulptur mit dem Hammer formt, gibt es auch Kräfte in der Natur, die die Landschaft verändern. Diesen Vorgang nennt man Erosion. In der Natur übernehmen das Formen der Landschaft Wasser, Eis,Wind oder dieSchwerkraft. Besonders eindrucksvoll ist Erosion an den Küsten zu sehen. Bei jedem Wellengang wird Sand hin und her transportiert und der Küstenverlauf stetig verändert. Das kannst du einfach nachmachen. Schütte etwas Sand in eine Kiste und forme auf einer Seite einen Berg. Dann gib Wasser dazu und erzeuge mit einer Pappe Wellen. Ganz schnell wird der Sand abgetragen.

Erosion durch Wasser wird auch an Flüssen sichtbar. Sie schleppen Gestein mit sich und können so ganze Täler formen. Wird das Wasser zu Eis, bilden sich in den Gebirgen Gletscher. Die Gletscher bewegen sich talabwärts und verändern die Landschaft.

Winderosion wird besonders eindrucksvoll in Wüsten sichtbar, wenn der Wind Sand mit sich trägt und sich Dünen bilden. Sand kann aber auch Gestein ganz langsam abschmirgeln. Dabei können pilzartige Gesteinsformationen entstehen. Aber auch ohne Wasser, Wind und Eis kann Erosion auftreten. Dabei rollen einfach Gesteine durch die Schwerkraft den Hang abwärts. Erosion passiert also ständig und überall.

Willst du ein beeindruckendes Ergebnis von Erosion sehen, dann guck dir Bilder vom Grand Canyon im Internet an.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. Juni 2018)

Was ist das Geheimnis der Schokolade?

26.05.2018

Hast du schon einmal Schokolade selbst hergestellt? Im Prinzip brauchst du dafür nur Kakaobutter (50 g), Kakaopulver (20 g), Puderzucker (40 g) und Milchpulver (20 g). Zuerst erhitzt du die Kakaobutter in einem Topf. Dann nimmst du den Topf vom Herd und rührst Kakaopulver, Puderzucker und Milchpulver unter. Dann ab in ein Silikonförmchen und in den Kühlschrank. Und was kommt dann heraus? Tja, das Produkt erinnert etwas an Schokolade, aber eben noch nicht ganz. Woran das liegt? Lange wurde an der Herstellung von Schokolade herumgetüftelt. Was du da gerade hergestellt hast, schmeckt sehr stückig, zuckrig und wenig aromatisch. In der industriellen Schokoladenherstellung wird das Gemisch jetzt erstmal gewalzt, um die darin enthaltenen Teilchen möglichst klein zu machen. Danach kommt das Conchieren.

1879 gelang dem Schweizer Rodolphe Lindt eine Revolution in der Schokoladenherstellung. Durch seine Erfindung der Conche wurde die Schokolade viel besser. Beim Conchieren wird die Masse in einer Maschine hin- und hergewälzt und dabei erhitzt. Durch das Erhitzen verdampft unerwünschte Restfeuchtigkeit. Außerdem verflüchtigen sich auch Bitterstoffe.

Jetzt gehört viel Ausprobieren dazu, dass unerwünschte Bitterstoffe vergehen und erwünschte Aromen in der Schokolade verbleiben und sich sogar entfalten. Schokoladenherstellung ist eben eine Kunst!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. Mai 2018)

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