KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum können Katzen auch nachts jagen?

Über 13 Millionen Katzen werden in Deutschland als Haustiere gehalten. Sie übertrifft damit den Hund und ist so vielleicht des Menschen bester Freund. Diese Sympathie gab es vermutlich schon sehr früh in der Geschichte des Zusammenlebens von Menschen und Katze, als die Wildkatze zur Hauskatze wurde.
Dennoch gibt es bis heute Menschen, die glauben, dass schwarze Katzen Unglück bringen. Vielleicht kommt es daher, dass Katzen durch ihre Sinne auch nachts fantastische Jäger sind. Die Katze hat ein sehr gutes Sehvermögen, auch in der Nacht. Die schlitzförmigen Pupillen können sich erweitern und werden zu kreisrunden Riesenöffnungen. Das wenige noch einfallende Licht wird durch das sogenannte "Tapetum lucidum" verstärkt. An dieser Schicht wird das Licht nochmal auf die Netzhaut zurückgeworfen. Wegen dieses "Leuchtenden Teppichs" wirken die Katzenaugen so unheimlich in der Nacht, wenn eine Taschenlampe sie anstrahlt.
Außerdem hat die Katze mehr lichtempfindliche Stäbchen in der Netzhaut als der Mensch. So kann sie bei Dunkelheit das verbleibende Licht optimal nutzen.
Bei der Jagd helfen der Katze auch ihre Ohren. Die Katze hört leise und sehr hohe Töne hervorragend. Mäuse - die Lieblingsspeise vieler Katze - fiepen in diesem Bereich! Glücklicherweise kann sie auch die Stimme des Menschen sehr gut wahrnehmen. So konnte sie leichter zum Freund des Menschen werden.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. November 2018)

Rückschau

Was ist Philosophie?

03.11.2018

Warum gibt es mich? Was ist der Sinn des Lebens? Solche Fragen stellen sich alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Wenn wir über so etwas nachdenken, nennt man das philosophieren. Philosophieren kann eigentlich jeder Mensch, der sich Gedanken über etwas macht und nach Antworten sucht.

Um ein richtiger Philosoph oder eine Philosophin zu sein, braucht es aber noch ein bisschen mehr, erklärt Dr. Claudia Wirsing vom Seminar für Philosophie der TU Braunschweig. "Philosophie bedeutet übersetzt ?Liebe zur Weisheit' und ist eine bestimmte Art, eine Neugier, sich selbst und die Welt zu begreifen. Als Philosophen erklären wir Dinge unserer Gegenwart und zeigen kritisch mit dem Finger auf Konflikte unserer Zeit. Dabei möchte die Philosophie aber keine strengen Verhaltensregeln aufstellen, sondern dabei helfen, sich in jeder Situation neu dafür zu entscheiden, das Richtige zu tun. ?Philosophie hat die Aufgabe, ihre Zeit in Gedanken zu fassen?, hat der Philosoph Hegel mal geschrieben. Das bedeutet, es ist ihre Aufgabe, die Gegenwart zu verstehen. Wichtig ist dabei, sich auch über Selbstverständliches Gedanken zu machen und das zu hinterfragen, was man kennt", so Wirsing. Damit geht auch Verantwortung einher. "Philosophen zeigen auf das, was nicht gut ist, und überlegen, wie man es besser machen kann. Deshalb haben sie eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Denn die Grundüberzeugung der Philosophie ist es, dass man Dinge nur verändern kann, wenn man sie versteht."

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. November 2018)

Wie schwimmt eigentlich ein Biber?

27.10.2018

Elefanten, Tiger, all das gibt es in Deutschland in freier Wildbahn nicht. Trotzdem kann man auch hier bei uns mit ein bisschen Glück oder bei Naturschutzführungen wilde Tiere wie einen Biber sehen. Ein ganz lässiger Biber schwimmt zum Beispiel zurzeit in Bayern am Ammersee herum. Vorzugsweise abends oder nachts sieht man plötzlich ein dickes Treibholzstück im See auftauchen.

Aufgrund seiner Unbekümmertheit gegenüber Booten und weiteren Störungen hat er auch schon einen Spitznamen - Justin (Biber). Wenn man ihn beobachtet, wird sofort klar, dass es kein Treibholz sein kann. Mit unglaublicher Geschwindigkeit zieht der kräftige Biber seine Bahnen durch den See. Wie ist das möglich?

Er ist deswegen so schnell, da er eingebaute Schwimmflossen an den Hinterbeinen hat. Wenn du das mal im Schwimmbad ausprobierst, weißt du sicher, was für einen Turbo man dabei draufkriegt. Beim Biber bestehen die Schwimmflossen aus Haut, die zwischen den Zehen wächst. Dadurch wird die Oberfläche der Hinterfüße sehr stark vergrößert. Mit dem Schwanz steuert er.

Wenn dem Biber dann doch plötzlich Menschen zu nahekommen, taucht er ganz plötzlich weg. Denn er ist nicht nur ein sehr guter Schwimmer, sondern auch ein sehr guter Taucher.

Der Biber war in Deutschland fast ausgerottet. Mittlerweile gibt es aber wieder laut Bund Naturschutz über 30.000 Biber an deutschen Gewässern.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. Oktober 2018)

Warum sind Regenwolken grau?

20.10.2018

Während Schäfchenwolken weiß und flauschig aussehen, wirken Regenwolken grau. Aber warum ist das eigentlich so? "Wolken bilden sich, wenn Wasser auf der Erde verdampft und in die Luft steigt", sagt Agnes Straaten, Meteorologin an der TU Braunschweig. "In der Luft befinden sich Aerosolpartikel, das sind kleinste Schwebeteilchen in der Luft, wie z.B. Staub. Daran kondensiert der Wasserdampf, und Wolken entstehen."

Die Wolken werden von oben von der Sonne beschienen. Ihr Licht beinhaltet alle Farben des Regenbogens. Zusammengenommen sind alle diese Farben weiß. In der Wolke wird das Licht von den Wassertropfen gestreut. Das kann man sich vorstellen wie viele kleine Spiegel, die das Licht in unterschiedliche Richtungen reflektieren. In der Wolke werden alle Farben gleich gestreut, sodass die Wolke weiß ist. In einer Regenwolke sind nun viel mehr Wassertröpfchen enthalten. Je dicker die Wolke ist und je mehr Tropfen enthalten sind, desto mehr Licht verschluckt sie auch: "Die Sonne kann weniger gut durch die Wolke hindurch strahlen. Wir Menschen nehmen die Abwesenheit von Licht als schwarz wahr. Weil nicht so viel Licht durch sie hindurchdringt, sehen Regenwolken dann grau aus", so Straaten. Von oben ist das übrigens ganz anders: Wenn du im Flugzeug durch eine dicke Wolkendecke fliegst, sieht die von unten zwar grau aus, aber von oben ist sie weiß wie Zuckerwatte.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Oktober 2018)

Warum gibt es so viele Sorten Mehl?

13.10.2018

Auf der Suche nach Mehl? Heute gibt es Pfannkuchen. Ein ganz einfaches Rezept aus Eiern, Mehl, Mineralwasser und Salz. Oh je. Kein Mehl mehr im Haus. Also geht es schnell zu einem Supermarkt. Und da fallen einem vor dem Regal fast die Augen aus dem Kopf. Was ist denn nun Mehl?

Hier steht Mehl aus Weizen, Dinkel, Hafer, Buchweizen, Roggen... Fehlt eigentlich nur noch Sägemehl. Aber das findet man hier dann doch nicht. Unter Mehl zum Kochen oder Backen versteht man vor allem das feine Pulver, das beim Mahlen von Getreidekörnern entsteht. Dies kann das volle Korn mit Keimling und Schale enthalten, oder diese werden beim Mahlvorgang entfernt.

Die unterschiedlichen Mehle in diesem Supermarkt eignen sich für die verschiedensten Brotsorten und viele andere Koch- und Backrezepte. Dieses Mal wandert das Weizenmehl Typ 405, das häufig verwendet wird, Dinkelmehl und exotisches Kokosmehl aus getrocknetem Kokosnussfleisch in die Einkaufstasche. Mal sehen, wie die drei Pfannkuchen nachher schmecken?

Probier doch auch mal verschiedene Rezepte mit unterschiedlichen Mehlsorten aus. Ein weiteres Plus: Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an alternativen Mehlsorten, die man auch bei Unverträglichkeiten und Allergien verwenden kann.

Autor: Sandra Bartels
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. Oktober 2018)

Wie steuere ich meinen Körper?

06.10.2018

Du hast Durst, greifst nach einem Wasserglas und trinkst. Klingt einfach, oder? Wusstest du, dass diese Handlung von vielen Prozessen im Gehirn geplant und begleitet wird? Dr. Martin Korte ist Professor für Neurobiologie an der TU Braunschweig. Er erklärt: "Zunächst wird der Hypothalamus aktiv. Das ist der Teil des Gehirns, der deinen Körper überwacht und zum Beispiel den Wassergehalt misst. Ist dieser zu niedrig, bekommst du Durst."

Um zu trinken, werden nun alle notwendigen Handlungen geplant: Also das Glas greifen, es an den Mund führen und trinken. Im nächsten Schritt plant das Gehirn die genaue Bewegungsfolge, zum Beispiel wie weit du welchen Arm ausstrecken musst oder wie du deine Hand öffnest. Die verschiedenen Bewegungen müssen nämlich abgestimmt werden, sonst stößt du das Glas einfach um.

Im motorischen Kortex, so heißt der Bereich des Gehirns, wird dann der Entschluss gefällt, das Glas zu greifen. Aber wie gelangt diese Information vom Kopf in die Hand? "Der Befehl, das Glas zu greifen, wird vom motorischen Kortex an die Nervenbahnen weitergegeben. Diese gehen vom Gehirn ins Rückenmark und von dort weiter in die Gliedmaßen und reagieren auf elektrische Impulse. Am Ende der Nervenzellen wird der Impuls an Schnittstellen, die Synapsen heißen, auf die Muskeln übertragen, und die Bewegung wird ausgeführt", so Korte.

Währenddessen überwacht und korrigiert das Gehirn die Bewegung. Von der Planung bis zur Ausführung vergeht übrigens etwa eine halbe Sekunde.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06. Oktober 2018)

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