KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist ein Ginkgo?

Immer häufiger wird dieser Baum als Straßenbaum angepflanzt. Das liegt daran, dass er besonders widerstandsfähig gegen Luftverschmutzungen, Krankheiten und Pilze ist. Der Baum ist jedoch in Deutschland nicht heimisch. „Wild“ hat er nur in einem Bergtal in China die Zeiten überlebt. Der Ginkgo kann uralt werden – über 4000 Jahre! Fossilfunde belegen, das Ginkgopflanzen bereits vor Millionen Jahren existierten und sich seitdem kaum verändert haben. Sie werden auch als lebendes Fossil bezeichnet.
Besonders auffallend an diesen sommergrünen Bäumen sind die Blätter. Im Aussehen erinnern sie an einen kleinen Fächer. Zuerst sind diese intensiv grün, zur Zeit der Herbstfärbung leuchtend gelb gefärbt. Ginkgobäume sind zweihäusig. Das heißt auf den Bäumen findet man entweder weibliche oder männliche Blüten. In Deutschland werden meist nur männliche Bäume gepflanzt. Das liegt daran, dass die Samen nicht gut riechen. Viele Maler inspirierte der besondere Baum zu Kunstwerken. Auch Goethe schrieb über ihn ein berühmtes Gedicht. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe, besonders in den Blättern, steht der Baum auch im Mittelpunkt der Arzneimittelforschung. Ginkgo soll das Gedächtnis und die Durchblutung fördern.
Bewundern kannst du die Bäume an vielen Orten in Braunschweig. Zum Beispiel steht einer an der Stadthalle.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19.10.2019)

Rückschau

Was alles in der Luft herumschwirrt

12.10.2019

Man kann sie nicht sehen, aber sie umgibt uns alle: Luft.
Sie ist lebensnotwendig, denn wir brauchen sie zum Atmen. Luft besteht aus Gasen. In ihr sind zudem kleine Partikel enthalten.
„Man unterscheidet zwischen permanenten (gleichbleibenden) und variablen (wechselhaften) Bestandteilen der Luft“, erklärt Agnes Meyer-Kornblum vom Institut für Geoökologie der TU Braunschweig. Luft besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent aus Sauerstoff. Das sind schon 99 Prozent. Dazu kommen weitere Gase, zum Beispiel Kohlenstoffdioxid. Der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Luft liegt etwa bei 0,04 Prozent.
Klingt erstmal wenig, aber der Anteil ist seit der Industrialisierung deutlich gestiegen und auch für den Klimawandel mitverantwortlich. Nicht nur diese Gase sind in der Luft zu finden. Auch z.B. Stickoxide, Ammoniak und Methan sowie kleine Staubpartikel mischen sich in unsere Atmosphäre. Ihre Menge ist unterschiedlich.
„Nahe an den Quellen, die diese Stoffe abgeben, ist die Konzentration vergleichsweise hoch. Verantwortlich für den Ausstoß vieler dieser Partikel und Gase ist der Mensch. Die Landwirtschaft produziert z. B. Methan und Ammoniak. Der Straßenverkehr erzeugt Feinstaub, zum Beispiel durch Verbrennungsprozesse und Reifenabrieb“, so Meyer-Kornblum. Eine hohe Konzentration dieser Stoffe ist gesundheitsschädlich oder schlecht für die Umwelt. Durch umweltbewusste Landwirtschaft, weniger Autos und Flugzeuge könnten wir aber schon viel für eine Verbesserung tun – und durchatmen.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.10.2019)

Wie isst man am besten eine Feige?

05.10.2019

Ist es dir auch schon einmal so ergangen, dass du nicht wusstest, wie man eine Frucht isst? Äpfel kann man mit Schale essen. Bananen nicht. So weit so gut. Aber was macht man mit einer Feige?
Schön appetitlich dunkellila liegt sie in der Obstschale. Man kann die Schale abziehen. Muss man aber nicht. Denn die Feige kann man sowohl mit als auch ohne Schale essen. Jetzt gerade ist Hauptsaison der Feige und es gibt sie viel im Handel zu kaufen. Probiere sie doch einmal aus!
Feigen kann man auch getrocknet essen. Sie schmecken dann viel süßer. Feigen sind kalorienarm und sehr gesund. Sie enthalten Vitamine und Mineralstoffe. Die kleinen essbaren Kerne im Inneren quellen beim Essen stark auf. Feigen sind deswegen auch sehr sättigend. Zuviel davon genossen, können Feigen aber auch abführend wirken.
Feigen werden im ganzen Mittelmeergebiet angebaut und gehören zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Der Feigenbaum ist ein kleinwüchsiger Baum. Feigen werden auch in der Bibel erwähnt. Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, erkannten sie, dass sie nackt waren und machten sich einen Schutz aus Feigenblättern. Ende des 16. Jahrhunderts wurden Bilder, die Menschen nackt zeigten, oft mit Feigenblättern übermalt. Das Blatt der Feige kann man gut erkennen: Es ist drei- bis fünf lappig, dick und kann bis zu 20 cm lang werden.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05.10.2019)

Umweltsünde Mikroplastik

28.09.2019

Die Forscherinnen Lina Büngener und Sarah-Maria Kluger der TU Braunschweig haben große Mengen von Mikroplastik in Wasser- und Schlammproben der Oker gefunden.
Dr. Anja Schwarz vom Institut für Geosysteme und Bioindikation der TU Braunschweig erklärt: „Mikroplastik ist eine Bezeichnung für ganz kleine Plastikpartikel, z.B. Kügelchen, Folien oder Fasern. Die Partikel sind kleiner als 5 mm. Oft sind sie mit bloßem Auge kaum erkennbar.“
Mikroplastik entsteht als Abfall in der Industrie und ist in vielen Kosmetika vorhanden. Von dort gelangt es ins Abwasser und schließlich auch in die Flüsse und unsere Weltmeere. Auch größeres Plastik landet in der Umwelt, wenn es nicht recycelt wird. Der Abbau von Plastik braucht sehr lange – bis zu 600 Jahre. Es verrottet nicht, sondern die großen Teile zerfallen in immer kleinere Stücke, bis sie die Größe von Mikroplastik erreichen. Die Partikel sind klein, aber gefährlich: Sie werden von Fischen und Vögeln aufgenommen, das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht und auch für den Menschen kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.
„Wir können aber heute schon aktiv etwas gegen Mikroplastik tun, indem wir Müll recyceln und möglichst Plastik vermeiden“, so Schwarz. Damit Plastik nicht in unseren Gewässern landet, sollten wir auch herumliegenden Müll aufsammeln und entsorgen.
Heute findet übrigens der BUND- Aktionstag „Plastik in und an der Oker“ in ganz Braunschweig statt. Hier könnt ihr euch noch genauer über das Thema informieren und aktiv mitmachen!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28.09.2019)

Welcher Sinn ist der wichtigste?

21.09.2019

Stell dir ein großes Familienfest vor. Welche Eindrücke kommen dir als erstes in den Sinn? Siehst du den geschmückten Esstisch vor dir? Erinnerst du dich an ein bestimmtes Lied? Riechst du den Braten? Oder weißt du noch, wie der Nachtisch schmeckte?
Jetzt wird es schwierig. Hast du auch etwas ertastet? Vielleicht die glatten Tischdecken oder die gefalteten Servietten?
Forscher haben sich in einer großen Studie dafür interessiert, über welche Sinneseindrücke, Menschen am besten sprechen können. Dabei wurde Schmecken, Riechen, Sehen, Hören und Tasten untersucht. Die Forscher haben dafür Menschen weltweit aus ganz vielen Ländern befragt. Ihre Erwartung war, dass es bei allen Menschen eine gleiche Reihenfolge der Sinne gibt. Also dass zum Beispiel immer der Sehsinn der stärkste Sinn ist.
Dies war aber nicht der Fall. Es gab auch Volksgruppen, bei denen Geschmack- und Tastsinn weit in der sprachlichen Ausdrucksweise nach vorne rückten. Nur über den Geruchssinn wollte keiner der Teilnehmer so richtig ausführlich reden. Dabei gab es nur eine Ausnahme: Eine Gruppe von Jägern und Sammlern aus Australien.
Die Forscher fanden jedoch einen Zusammenhang zwischen Kultur und Sinneseindruck. Spielt zum Beispiel in einer Volksgruppe Musik eine große Rolle, konnten diese auch am besten über den Hörsinn sprechen.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21.09.2019)

Was ist ein Grolar-Bär?

14.09.2019

Ein Zebra hat Streifen, eine Giraffe einen langen Hals?
Wir haben uns an diese Arten gewöhnt. Aber in Wahrheit verändert sich alles weiter. Manchmal schnell, indem Arten verschwinden oder sich sehr langsam über Jahrtausende hinweg verändern. Beim Eisbären gibt es eine Entwicklung, bei denen Wissenschaftler und Artenschützer noch diskutieren, wie sie zu bewerten ist.
Durch den Klimawandel tauchen die Eisbären immer mehr auf dem Festland auf. Dabei dringen sie aber in die Region eines anderen Bären vor - nämlich des Grizzlys. Da dieser sich immer weiter in den Norden ausbreitet, begegnen sie sich immer öfter. Dabei kommt es ab und zu dazu, dass vor allem Eisbärendamen mit männlichen Grizzlys "anbandeln". Dabei entstehen sogenannte Grolar-Bären oder Pizzlys.
Manche meinen dabei schmunzelnd, dass Eisbärdamen wohl eine Vorliebe für die "gut aussehenden" Grizzlys haben. Ob die Nachkommen sich in der Wildnis behaupten können, wird sich noch zeigen. Denn eigentlich sind beide Arten gut an ihre Lebensweise angepasst. Der Eisbär kann zum Beispiel sehr gut schwimmen. Bei den Grolar-Bären ist man skeptischer.
Grundsätzlich machen sich Forscher wie Artenschützer mehr darüber Sorgen, dass Arten aufgrund der Lebensraumzerstörung verschwinden, als das neue Arten wie beim Grolar-Bären entstehen könnten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.09.2019)

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