Hintergedanken (Foto: ©Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandete Wissenschaften)

Hintergedanken

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Wissenschaftspodcast

Neue Gedankenräume erobern.

Folge 4 - Dr. Astrid Lampert - Die Lehre der Atmosphäre

In dieser Folge ist Helen Looney von der ags zu Gast am Institut für Flugführung (IFF) und spricht mit Dr. Astrid Lampert, Leiterin der Arbeitsgruppe "Fluggestützte Meteorologie und Messtechnik". Die Arbeitsgruppe setzt verschiedene Projekte um, in denen mit bemannten und unbemannten Flugsystemen die Atmosphäre erforscht wird. 

 

In einem aktuellen Projekt wird z.B. das Fernfeld von Windparks untersucht. D.h. es wird geschaut, wie lange es dauert, bis sich der Wind nach den Windparks (in diesem Fall in der Nordsee) wieder erholt hat und wieder seine ursprüngliche Windgeschwindigkeit erreicht. Hier bewegt man sich im Messbereich von 50 bis 100 Kilometern. Für dieses Projekt wird das Forschungsflugzeug Dornier 128 (ehem. Polar 1) genutzt. Man kann dort je nach Bedarf meteorologische Sensorik, Kameras u.v.m. einbauen.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Lampert war schon bei zahlreichen, weltweiten meteorologischen Messkampagnen dabei, z.B. in der Antarktis, Grönland, Sibirien oder Ostafrika. Weiter berichtet Dr. Lampert von einem zukünftigen Projekt, an dem die AG beteiligt sein wird. Hier handelt es sich um eine Polarstern-Driftkampagne am und um den Nordpol. Da es von diesem Gebiet sehr wenige Daten gibt, ist das Projekt sehr interessant für bessere Auskünfte z.B. zu Wettervorhersagen. Aber es geht nicht nur um atmosphärische Messungen sondern auch um die Kopplung verschiedener, aber zusammenhängender Komponenten, wie z.B. das Meereis, der Ozean, die Atmosphäre, die dortige Biogeochemie oder Biologie.

Astrid Lampert studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Danach überwinterte sie 15 Monate auf der Neumayer-Station (betrieben vom Alfred-Wegener-Institut, AWI) im Schelfeis der Antarktis. Aufgaben dort sind z.B. die Überwachung von Wetterballons oder geophysikalische Beobachtungen vornehmen. Nach der Überwinterung promovierte Lampert am AWI in Potsdam und untersuchte Eigenschaften von Wolken.

Angesprochen auf weitere Tätigkeiten am IFF berichtet Dr. Lampert von ihren Vorlesungen. Die Vorlesung "Flugmeteorologie" ist z.B. interdisziplinär aufgestellt. Verschiedene Fachrichtungen besuchen diese Blockveranstaltung und lernen etwas zur Flugzeugvereisung, zu Gewittern oder zur Routenplanung für den Flugverkehr.

Am 24.09.2018 ist Dr. Lampert zu Gast im Haus der Wissenschaft bei der Reihe "Luftfahrt der Zukunft" (veranstaltet vom DGLR, DLR, NFL, VDI, HDW). Am Abend wird sie den Vortrag "Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung" halten. Sie gibt einen Einblick zu ebensolchen Projekten und umreißt, was in Zukunft dazu möglich sein wird und wo die Entwicklung hingehen kann.


Zum Abschluss verrät Dr. Lampert, dass ihr Vorlesungen sehr viel Spaß machen und es ihr sehr wichtig ist, dass Studierende mittels Bachelor- oder Masterarbeiten in Forschungsprojekte eingebunden werden.

Linkliste:
Aktuelles aus dem Institut für Flugführung
Vortrag "Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung" am 24.09.18 im Haus der Wissenschaft

Interviewpartnerin:
Dr. Astrid Lampert
Leitung AG "Fluggestützte Meteorologie und Messtechnik"
Institut für Flugführung
Technische Universität Braunschweig

Autor: Vanessa Krogmann

Rückschau

Folge 3 - Prof. Dr.-Ing. Georg-Peter Ostermeyer - Maschinenbau 4.0

16.08.2018

Im neuen Interview trifft Helen Professor Georg Ostermeyer, Leiter des Instituts für Dynamik und Schwingungen an der TU Braunschweig.

Professor Ostermeyer und sein Institut beschäftigen sich u.a. mit der Reibung an Hochlastkontakten, also der Reibung in Bremsen. Ein aktuelles Thema, das nicht nur diese Forschungsgruppe umtreibe, sondern auch den gesamten betreffenden Wissenschaftsapparat, sind der Verschleiß von Bremsen und die entstehenden Bremsemissionen. Mittlerweile sei der Output von Partikeln bei Motoren so gering geworden, dass der Output von Verschleißmaterial von Bremsen und Reifen fünf Mal höher sei als das, was Motoren abgeben, so Professor Ostermeyer. Im Allgemeinen rücke die gesamte Partikelbelastung in der Luft immer mehr in den Fokus der Wissenschaft, aber auch der Medien und Öffentlichkeit. Professor Ostermeyer betont, dass (wissenschaftliche) Methoden stets hinterfragt und aktualisiert werden müssten.

Professor Ostermeyer als Person, die anderen etwas beibringt, sei in der Ausbildung von IngenieurInnen besonders wichtig, dass diese nicht nur die technische Evolution einer Anwendung sehen, sondern auch die Verantwortung erkennen, mit ihrer Entwicklung den Wohlstand und die Gesundheit der Gesellschaft zu fördern.

Des Weiteren geht es im Gespräch um das Forschungsgroßprojekt "Drilling-Simulator". Hier bekommen die HörerInnen einen Einblick in den Bereich Tiefbautechnik. Sie erfahren was Richtungsbohrungen sind, welche Anforderungen an Hochleistungsbohrungen gestellt werden können oder was bei solchen Vorhaben zu beachten ist. Im Zentrum des Forschungsprojektes steht die Nutzungserweiterung von Geothermie, also von Erdwärme.

Ein weiterer Themenkomplex, der Ostermeyer interessiert, ist die Künstliche Intelligenz (KI) - und wie sie unser Leben verändern kann. KI solle uns natürlich nicht ersetzen oder das Denken abnehmen, KI solle uns aber z.B. beim kritischen Umgang mit Informationen, Medien, Wissenschaft und vielem, das uns umgibt, helfen. Er erklärt, wie er mithilfe des Konzepts "Maschinenbau 4.0" (angelehnt an Industrie 4.0) die (Maschinenbau-)Lehre verbessern möchte.

Und dazu gehört auch der regelmäßige Wettbewerb "MacGyver" an der TU Braunschweig. Hier möchte er den Teamgeist, die Planungs- und Umsetzungsfähigkeiten, aber auch das Verantwortungsbewusstsein der teilnehmenden SchülerInnen und Studierenden fördern. Außerdem verrät er, wie aktuell auch das Thema Entrepreneurship und Lehre in den Wettbewerb eingebracht werden.

Hören Sie selbst rein und erfahren Sie zu guter Letzt noch das Rezept für Professor Ostermeyers Lieblingskuchen.

Linkliste:
Institut für Dynamik und Schwingungen 
MacGyver Wettbewerb
Bonding-Messe
Protohaus
"Fettpresse"

Interviewpartner:
Prof. Dr.-Ing. habil. Georg-Peter Ostermeyer
Leitung Institut für Dynamik und Schwingungen
Technische Universität Braunschweig

Autor: Vanessa Krogmann

Folge 2 - Dr. Saskia Frank - wie Wissenschaft zum Event wird

25.07.2018

In der zweiten Folge von „HinterGedanken“ trifft Helen Looney Dr. Saskia Frank von der Technischen Universität Braunschweig. Sie ist dort in der Stabsstelle Presse und Kommunikation für das Veranstaltungsmanagement zuständig. Dazu gehört die Organisation von wissenschaftlichen Großveranstaltungen, wie z.B. dem TU-Day, der TU-Night oder der Kinder-Uni Braunschweig. 

Die TU Braunschweig verfügt im Allgemeinen über ein großes Bildungsangebot schon für die Jüngsten. Es ist ein Anliegen, sie in die Wissenschaft einzuführen, über ihre Vielfältigkeit zu informieren und dafür zu interessieren. Saskia Frank geht hier z.B. auf das Agnes-Pockels-Labor oder eben die Kinder-Uni, die für SchülerInnen zw. acht und zwölf Jahren geeignet ist, ein. Hier können sich die teilnehmenden Kinder ganz wie Studierende fühlen, wenn sie Vorlesungen von echten ProfessorInnen besuchen. Dr. Frank erzählt wie das Format entstand und sich stetig weiterentwickelt. Heutzutage hätten die Kinder ganz andere Freizeitgestaltungen als noch vor einigen Jahren und auch die Zielgruppen weiteten sich aus.

Außerdem geht es in dieser Folge auch um Dr. Franks akademischen Werdegang. Von der Nordseeküste nach Marburg (Lahn), über Stuttgart kam sie 2007, als Braunschweig „Stadt der Wissenschaft“ wurde, nach Niedersachsen. Sie berichtet von ihrer Promotion, in der es um historische Fotografie und den zeitgenössischen symbolischen Gehalt ebendieser ging. Untersucht hat sie diese Fragestellung anhand der Katastrophe von Lake Hurst 1937.

Zum Abschluss geht es im Interview um die Entwicklung des Wissenschaftsevents TU-Day zur TU-Night. Wie entstehen die jährlich wechselnden Mottos und was macht diese Veranstaltung so besonders und einzigartig?

Aber hören Sie selbst!

Linkliste:
www.tu-braunschweig.de/presse/team-aufgaben 
www.tu-braunschweig.de/presse/veranstaltungen/kinderuni 
www.tu-braunschweig.de/agnes-pockels-labor 
www.tu-night.de

Interviewpartnerin:
Dr. Saskia Frank
Veranstaltungsmanagement / Projektleitung zentrale Wissenschaftsveranstaltungen
Technische Universität Braunschweig

Autor: Vanessa Krogmann

Folge 1 - Prof. Dr. Jochen Meier - Physiologie und Photographie von Zellen

24.07.2018

Für den ersten Beitrag traf Projektmitglied Helen Looney Professor Dr. Jochen Meier. Er ist Leiter der Abteilung Zellphysiologie am Zoologischen Institut der Technischen Universität Braunschweig.

Er und sein Team befassen sich u.a. seit mehreren Jahren mit der Erkrankung Epilepsie. Sie erforschen die molekularen und zellulären Mechanismen der Krankheit und entwickeln z.B. neue Therapieansätze dazu.

Professor Meier hat schon immer Wege gesucht, seine Wissbegierde zu stillen und Lösungen für Probleme zu finden. Die Forschung (und später Lehre) war daher genau die richtige Wahl für ihn. Nach der Leitung einer Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe in Berlin wurde er 2015 auf die Professur für Zellphysiologie an die Technische Universität Braunschweig berufen.

Im Interview beschreibt er seinen Arbeitsalltag und gewährt einen Einblick ins Labor. Sie erfahren was Gel-Elektrophorese oder Immunfärbungen sind und ob man einfach Stromkabel an mikrometergroße Nervenzellen anschließen kann. Professor Meier schätzt das interdisziplinäre Arbeiten in den Laboren des Instituts, aber auch die Arbeit außerhalb. So geht er an Grundschulen, um schon die Jüngsten für Forschung zu interessieren, ihren Wissensdurst zu befriedigen und auf ihre Neugierde einzugehen.

Des Weiteren ist er auf dem Portal www.dasgehirn.info aktiv. BesucherInnen erfahren dort z.B. wie ästhetisch Nervenzellen oder gar unser Gehirn aussehen können. Begriffe wie "neuronales Burn-Out" oder "Datententakeln" machen neugierig, was in der Forschung eigentlich vor sich geht und wie Forschende arbeiten. Mit der Leidenschaft zur Fotografie und Wissenschaftskommunikation hängt auch der Wettbewerb "Bilder aus der Wissenschaft" - von Professor Meier 2017 ins Leben gerufen - zusammen, von dem er im Gespräch erzählt. Schließlich berichtet Professor Meier noch über weiterführende Forschungsprojekte des Instituts für Zellphysiologie.

Hören Sie selbst rein und tauchen Sie in rund 35 Minuten ab in die Welt der Forschung.

Weiterführende Linkliste:

www.tu-braunschweig.de/zoology
www.dasgehirn.info
magazin.tu-braunschweig.de/m-post/bild-des-monats-zellen-in-regenbogenfarben/
magazin.tu-braunschweig.de/m-post/ein-herz-fuer-amphibien/
magazin.tu-braunschweig.de/m-post/wenn-aus-mikroskopbildern-kunst-wird/
www.tu-braunschweig.de/teach4tu 

Interviewpartner:
Prof. Dr. Jochen Meier
Abteilung Zellphysiologie/Zoologisches Institut
Technische Universität Braunschweig

Autor: Vanessa Krogmann

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