Presse (Foto: ©Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Martina Lienhop)

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05.11.2018

Aufbruch zum Merkur – Die BepiColombo-Mission

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Astroherbst laden das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Haus der Wissenschaft Braunschweig am 12. November 2018 um 19 Uhr in die Aula des Haus der Wissenschaft ein. Professor Karl-Heinz Glaßmeier, Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik an der Technischen Universität Braunschweig, berichtet über die herausragende europäisch-japanische Forschungsmission „BepiColombo“ zum innersten Planeten unseres Sonnensystems, dem Merkur.

Die Forschungsmission "BepiColombo" trägt ihren Namen nach Professor Giuseppe "Bepi" Colombo (1920-1984) von der Universität Padua, einem der führenden Merkur-Experten seiner Zeit. Er sagte unter anderem die merkwürdige 2:3-Resonanz zwischen Umlaufszeit und Rotationsdauer des Merkur vorher und entwickelte das Missionsprofil der ersten Merkurmission Mariner-10. Die Mission wurde am 20. Oktober 2018 nach langjährigen Vorbereitungen und mehreren Verzögerungen mit einer Ariane-5-Rakete von Kourou (Französisch-Guayana) aus gestartet und soll den Merkur im Dezember 2025 erreichen. Sie besteht eigentlich aus zwei Raumsonden, die für den Hinflug auf einer gemeinsamen Transferstufe mit einem überwölbenden Sonnenschild montiert sind. Dies sind der von der ESA betriebene "Mercury Planetary Orbiter" (MPO) und der von der japanischen Agentur JAXA beigesteuerte "Mercury Magnetospheric Orbiter" (MMO). Beide werden den Merkur auf Bahnen mit sehr verschiedener Exzentrizität umlaufen.
Ein Hauptaugenmerk der Wissenschaftler gilt dabei dem Magnetfeld und der Magnetosphäre des Merkur - und das bedeutet auch: seinem Eisenkern. Obwohl der Merkur der kleinste der terrestrischen Planeten ist, besitzt er den relativ dazu größten Eisenkern. Das weist darauf hin, dass die Verteilung der Elemente in Abhängigkeit von der Distanz zur Sonne bei der Akkretion der Planeten des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren eine bedeutende Rolle gespielt hat.
Messungen in planetaren Magnetfeldern sind ein Fachgebiet, in dem das Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der TU Braunschweig eine weltweit führende Position einnimmt. Das Institut - und vor allem auch Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier - waren und sind in diesem Forschungsbereich in zahlreiche internationale Raumfahrtmissionen eingebunden. So auch in die Mission BepiColombo, wo dem Wissenschaftspaket MERMAG eine Schlüsselaufgabe zukommt. Für das dort integrierte Instrument "MPO-Mag" ist das Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik verantwortlich.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es unter: https://www.hausderwissenschaft.org/wissens-welle/astroherbst.html

Termin:
Astroherbst
Aufbruch zum Merkur - Die BepiColombo-Mission
Referent: Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier, Technische Universität Braunschweig, Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik
Montag, 12. November 2018, 19 Uhr
Haus der Wissenschaft Braunschweig, Aula (3. Stock), Pockelsstr. 11
Der Eintritt ist frei.

Astroherbst
Astroherbst widmet sich an fünf Montagen im Herbst den Entwicklungen der Astronomie und neuesten Erkenntnissen in der Raumfahrtforschung. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert das Haus der Wissenschaft Braunschweig renommierte Expertinnen und Experten, die den heutigen Stand von Forschung und Technik erläutern. Im Anschluss an die Vorträge können Fragen an die Referentinnen und Referenten gestellt und diskutiert werden.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Das DLR ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrt-Agentur im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem fungiert das DLR als Dachorganisation für den national größten Projektträger.

Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH
Das Haus der Wissenschaft Braunschweig ist eine Plattform für den Dialog zwischen der Forschung und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Es fördert die Wissenschaftskommunikation und die fächerübergreifende Vernetzung der Wissenschaft mit Wirtschaft, Kultur, Stadt sowie mit der interessierten Öffentlichkeit. Als Experimentier- und Lernort bietet es spannende Veranstaltungen und Ausstellungen für Menschen jeden Alters.

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Für Rückfragen
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Presse und Kommunikation
Vanessa Krogmann
E-Mail: v.krogmann@hausderwissenschaft.org
Tel.: 0531/391-4171