Presse (Foto: ©Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Martina Lienhop)

Presse

Presse

Wir machen Wissenschaft sichtbar...

Neue Gedankenräume erobern.

Aktuelle Pressemitteilungen

29.10.2019

Das Projekt 3D4Space - die Rückkehr zum Mond und wie man Häuser aus Mondstaub baut

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Astroherbst“ laden das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Haus der Wissenschaft Braunschweig am 4. November 2019 um 19 Uhr in die Aula des Haus der Wissenschaft ein. Simon Stapperfend, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig, berichtet über das Projekt 3D4Space, in dem weltraumtaugliche Varianten des 3D-Druck-Verfahrens entwickelt werden, mit denen man große Strukturen und Gebäude auf dem Mond aus dem örtlich vorhandenen Regolith errichten kann. Diese Technologie wird dauerhafte Stationen auf dem Mond zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen überhaupt erst ermöglichen.

Als vor fünfzig Jahren die ersten Menschen auf dem Mond landeten, wurde allgemein erwartet, dass schon wenige Jahre später permanente bemannte Stützpunkte, ja sogar ganze Siedlungen auf dem Mond errichtet werden würden. Diese Erwartungen erfüllten sich nicht: Einerseits weil die Prioritäten der Zielsetzungen in der Raumfahrt sich massiv verschoben, andererseits, weil die immensen Kosten des Materialtransports zum Mond in der Nach-Apollo-Ära nicht mehr aufzubringen waren. Erst in den letzten Jahren ist der Mond wieder in den Fokus des Interesses gerückt. Einen erheblichen Anteil daran haben neue technologische Möglichkeiten, um Bauteile und Strukturen auf dem Mond selbst aus dem dort vorhandenen Material herzustellen. An erster Stelle stehen die 3D-Druck-Verfahren, die sich auch auf der Erde anschicken, viele Fertigungsprozesse völlig zu revolutionieren.
Das Projekt 3D4Space beinhaltet die Weiterentwicklung von irdischen 3D-Druck-Verfahren, bei denen man Bauteile durch schichtweise Materialauftragung und Verfestigung mit Hilfe von Lasern formgenau bis zu der gewünschten Kontur anwachsen lässt, für den Einsatz unter den Bedingungen des Weltraums. Diese Bedingungen herrschen auch auf dem Mond, und als Baumaterial steht hier der Regolith der Mondoberfläche in unbegrenzter Menge zur Verfügung. Energiequelle für die nötige Stromerzeugung ist die Sonne. Durch den Einsatz dieser Verfahren wird es möglich werden, große Strukturen für Gebäude, Solarzellenträger, Antennen und vieles andere vor Ort aus Regolith zu fertigen und den Antransport von der Erde auf wirklich hochwertige Teile zu beschränken. Für die Finanzierbarkeit – und damit für die Realisierungschancen – einer zukünftigen permanenten Präsenz auf dem Mond wird dies entscheidend sein.
Der Referent, Simon Stapperfend, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig und ist hier ganz maßgeblich am Projekt 3D4Space beteiligt, welches auch das Thema seiner Dissertation sein wird.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe erhalten Sie unter: https://www.hausderwissenschaft.org/wissens-welle/astroherbst.html.

Termin:
Astroherbst
Das Projekt 3D4Space - die Rückkehr zum Mond und wie man Häuser aus Mondstaub baut
Montag, 4. November 2019, 19 Uhr
Haus der Wissenschaft Braunschweig, Pockelsstr. 11, Aula (3. Stock)
Referent: Simon Stapperfend, Technische Universität Braunschweig, Institut für Raumfahrtsysteme
Der Eintritt ist frei.


Astroherbst
Astroherbst widmet sich an fünf Montagen im Herbst den Entwicklungen der Astronomie und neuesten Erkenntnissen in der Raumfahrtforschung. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert das Haus der Wissenschaft Braunschweig renommierte Expertinnen und Experten, die den heutigen Stand von Forschung und Technik erläutern. Im Anschluss an die Vorträge können Fragen an die Referentinnen und Referenten gestellt und diskutiert werden.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Das DLR ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrt-Agentur im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem fungiert das DLR als Dachorganisation für den national größten Projektträger.

Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH
Das Haus der Wissenschaft Braunschweig ist eine Plattform für den Dialog der Wissenschaft mit anderen gesellschaftlichen Bereichen. Es fördert die Wissenschaftskommunikation und die fächerübergreifende Vernetzung der Wissenschaft mit Wirtschaft, Kommunen, Bildungsträgern und Medien sowie mit der interessierten Öffentlichkeit. Als Experimentier- und Lernort bietet es spannende Veranstaltungen und Ausstellungen für Menschen jeden Alters.

Sponsor der Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH
Öffentliche Versicherung Braunschweig


Für Rückfragen:

Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH
Presse und Kommunikation
Vanessa Krogmann
v.krogmann@hausderwissenschaft.org
0531/391-4171