Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Ein Baum und seine Ringe

Wenn du im Wald unterwegs bist, siehst du viele verschiedene Bäume. Manche von ihnen sind klein und dünn, andere hingegen sind größer und haben einen dicken Baumstamm. Bestimmt hast du auch schon einen gefällten Baum gesehen und hast die Ringe im Inneren des Holzes bemerkt. Das sind die sogenannten Jahresringe, an denen man auch das Alter eines Baumes erkennen kann. Aber wie entstehen solche Ringe überhaupt?

Jahresringe entstehen nur, wenn es zu einer Wachstumsruhe des Baumes kommt, wie bei uns im Winter. Im Frühjahr beginnt dann die Vegetationsperiode, und der Baum fängt an zu wachsen. Das zuerst gebildete Frühholz besitzt große und dünnwandige Zellen für den Transport von Wasser und Nährstoffen. Das erkennt man daran, dass es heller ist als das im Spätsommer und Herbst gebildete festere und dunklere Spätholz. Die helle und die dunkle Schicht ergeben zusammen einen Jahresring. Anhand der Breite eines Jahresringes kann man auch etwas zum Klima des vergangenen Jahres erfahren: „Je besser die klimatischen Bedingungen innerhalb der Wachstumsperiode sind, desto größer ist der Holzzuwachs, und der Jahresring wird breiter“, erklärt Diplombiologin Dorothea Kirsch-Tietz von der Grünen Schule Braunschweig.

Wusstest du, dass man bei Bäumen in tropischen Regenwäldern gar keine Jahresringe erkennen kann? Das kommt daher, dass in tropischen Gegenden die klimatischen Jahreszeiten fehlen und die Bäume daher keine Jahresringe ausbilden.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.09.2020)

Rückschau

Die Seeotter und die Seetangwälder

05.09.2020

Seeotter verbringen die meiste Zeit ihres Lebens im Meer. Sie sind mit den Ottern verwandt, die du im Arche-Noah-Zoo Braunschweig oder im Otterzentrum in Hankensbüttel bewundern kannst.

Seeotter haben ein kleines Problem. Wie schläft man im Meer? Ganz einfach. Die Seeotter legen sich auf den Rücken und umwickeln sich mit Seetang. Dies sind meterlange Meeresalgen, die am Meeresboden anhaften und ganze Tangwälder bilden können.

Mithilfe dieser Wickelkunst werden die Tiere beim Schlafen nicht abgetrieben. Zusätzlich halten sie Händchen, um nicht getrennt zu werden. Seeotter-Mütter umwickeln sogar ihre Jungen mit Tang. Geht die Mama auf Tauchgang, können die Kleinen nicht verloren gehen.

Seeotter spielen eine wichtige Rolle in diesen Tangwäldern und werden als Schlüssel-Art bezeichnet. Fehlt dieser wichtige Schlüssel, kann das ganze System in Gefahr geraten. Wegen ihres Fells wurden die Tiere früher gejagt und an manchen Orten fast ausgerottet. In vielen Tangwäldern führte dies zu gewaltigen Veränderungen.

Seeotter fressen nämlich Seeigel sehr gerne. Ohne Seeotter vermehren sich die Seeigel zu stark und fressen die Tangwälder regelrecht auf. Dort, wo die Bestände der Seeotter wieder steigen, erholen sich die Tangwälder ebenfalls. Diese sind sehr wichtig, zum Beispiel als Kinderstube für viele andere Meerestiere.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05.09.2020)

Brauchen wir den Blinddarm wirklich?

29.08.2020

Den Blinddarm kennst du bestimmt vor allem, weil er sich entzünden kann und dann mithilfe einer Operation entfernt werden muss. Vielleicht hattest sogar du bereits eine solche Operation. Manche Menschen haben ihn aber noch, und er macht ihnen keine Probleme. Aber wozu haben wir eigentlich einen Blinddarm?

Prof. Johannes Leonhardt ist Kinderchirurg und Leiter der Abteilung für Kinderchirurgie und Kinderurologie des Städtischen Klinikums Braunschweig und erklärt: „Der Blinddarm liegt dort, wo der Dünndarm in den Dickdarm übergeht. Bei einer Blinddarmentzündung entzündet sich ein kleines Anhängsel des Blinddarms, der sogenannte Wurmfortsatz. Dieser wird in der Medizin auch Appendix genannt, was so viel wie ‚Anhang eines Organs‘ heißt. Der Wurmfortsatz enthält wichtige Abwehrzellen unseres Körpers, die Lymphozyten, welche Krankheitserreger und Viren angreifen und so unseren Körper schützen. Der Wurmfortsatz ist zwar nicht überlebenswichtig, aber ein hilfreicher Teil unseres Immunsystems.“

Die Symptome einer solchen Entzündung sind Schmerzen im rechten Unterbauch, leichtes Fieber und Erbrechen. Mit einem Ultraschallbild und dem Abtasten des Bauches kann ein Arzt eine Entzündung erkennen. Nach Studien aus Schweden wird nun auch in Deutschland zunehmend versucht, eine leichte „Blinddarmentzündung“ erstmal nur mit Antibiotika zu behandeln.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29.08.2020)

Was machen Bienen am Flughafen?

24.08.2020

Zuerst machen Bienen das, was sie immer machen. Sie fliegen beispielsweise von Blüte zu Blüte und saugen mit ihrem Rüssel Nektar auf. Bienen ernähren sich von diesem Nektar, sie sammeln ihn aber auch als Vorrat in ihrem Stock. Schlucken die Bienen den Nektar, gelangt dieser in die Honigblase und wird dort mit verschiedensten Stoffen vermischt.

Die Biene gibt den entstehenden Honig von Biene zu Biene weiter. Am Ende kommt der Honig in Waben. Erst wenn genug Wasser aus dem Honig verdunstet ist, werden die Lagerzellen mit einem Wachsdeckel versehen. Nun kann der Imker den Honig durch Schleudern gewinnen.

Doch warum müssen die Bienenstöcke am Flughafen stehen? Durch den Honig kann man herausfinden, ob es Schadstoffe am Flughafen gibt. Dazu wird der Honig im Labor untersucht. Beim Verbrennen von Kerosin – dem Flugkraftstoff – entstehen z. B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die gesundheitsschädlich sind. Und diese würde man dann auch im Honig finden.

Bienen sind beim Sammeln sehr gründlich. In einem Umkreis von mehreren Kilometern fliegen sie Millionen von Blüten an und absolvieren dabei unzählige Flüge. Bessere Probensammler kann man sich kaum vorstellen. Deswegen machen diese Honigüberprüfungen mittlerweile viele Flughäfen z. B. der in Hamburg.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24.08.2020)

Warum der Kaffee uns munter macht

15.08.2020

Viele Erwachsene trinken morgens besonders gerne Kaffee, um in den Tag zu starten. Bestimmt kennst du das von deinen Eltern oder anderen Personen in deinem Umfeld. Im Allgemeinen wird auch gesagt, dass man einen Kaffee trinken soll, wenn man müde ist. Aber wieso ist dieses meist bitter schmeckende Getränk so beliebt? „Das in den Kaffeebohnen enthaltene Koffein sorgt dafür, dass der Kreislauf in unserem Körper angekurbelt wird“, sagt Prof. Ulrich Engelhardt von der TU Braunschweig. „Das Koffein dockt als Botenstoff an bestimmte Rezeptoren in unserem Gehirn an und sorgt für eine vermehrte Ausschüttung der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Diese wirken belebend.

Wenn man also müde und unkonzentriert ist, sorgt das Koffein für eine verbesserte Konzentration und man wird wieder fitter. Da Kaffee überall auf der Welt verbreitet ist, gibt es viele verschiedene Variationen und Zubereitungsarten, welche ihn so beliebt und interessant machen.“

Die Kaffeepflanze wird vor allem in Vietnam und Brasilien angebaut und die Kaffeefrucht sieht aus wie eine Kirsche. In diesen Früchten befinden sich dann die Kaffeebohnen, die geröstet werden. Durch die Röstung entstehen auch die typisch bitteren Aromastoffe des Kaffees.

Wusstest du, dass man früher die Kaffeebohnen auch in der Pfanne geröstet hat? Das kann man auch heute noch machen, allerdings übernehmen mittlerweile viele Maschinen diese Arbeit für uns.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15.08.2020)

Warum können Stadttauben so gut überleben?

08.08.2020

Tauben gehören zum Stadtbild. Manche sehen sie gerne, andere eher ungern. Aber warum können Tauben so gut in der Stadt überleben, obwohl sie von Eistüten, die Kindern herunterfallen, und vielen anderen kleinen Abfällen leben müssen?

Ein Geheimnis ist die sogenannte Kropfmilch. Ja, ihr habt richtig gelesen. Tauben sind natürlich keine Säugetiere, sondern Vögel. Milch für den Nachwuchs gibt es demnach nicht nur bei den Säugetieren. Diese praktische Nahrung für den Nachwuchs ist mehrmals gleichzeitig in der Entwicklung der Tiere entstanden.

Bei den Tauben produzieren Mama und Papa im Kropf eine milchartige Substanz, mit der die Küken wunderbar ernährt werden. Dabei ist es fast egal, was die Taubeneltern vorher so alles in der Stadt gefressen haben.

Die Kropfmilch, so haben Forscher herausgefunden, hat es in sich. Sie besteht nicht nur aus Fetten, Eiweißen, Vitaminen und Mineralien, sondern enthält auch jede Menge Stoffe, die das Immunsystem stärken. Und so kann sich so ein kleines Küken unglaublich schnell entwickeln. Schon nach vier Wochen geht es los mit ersten Flugversuchen. Außerdem verbessert die Kropfmilch auch die Gesundheit der Eltern, da sie im Kropf entsteht.

Die Tauben können bei der Jungenaufzucht mit diesem Trick sehr erfolgreich sein und sogar 20 Jungvögel pro Paar in einem Jahr aufziehen.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08.08.2020)

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Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forscherinnen und Forscher erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.