Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Brettspiel "Wissen für morgen"

Was bitte sind Dingos? Wann wurde der erste programmgesteuerte Computer gebaut? Und wie viel Wasser wird eigentlich für die Herstellung einer Jeans benötigt? Ihr wollt Antworten auf diese und viele weitere spannenden Fragen? - Im Rahmen des FSJ-Kultur hat unsere FSJlerin Jamila Ragus das Brettspiel "Wissen für morgen" entwickelt. Testet euer Wissen im Quiz und endeckt noch viele weitere Antworten.

Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid. Zum Spielen Zuhause könnt ihr euch hier ganz einfach kostenlos die Spielmaterialien herunterladen. Dazu gehören:

Ausdrucken braucht ihr nur den Spielplan, die restlichen PDF-Dateien empfehlen wir am Computer zu benutzen (weniger Papierverschwendung und einfacher in der Handhabung ;) ). Zusätzlich braucht ihr nur noch eine Spielfigur pro Person, einen Würfel, einen Timer, sowie Zettel und Stift und schon kann's los gehen! Viel Spaß beim Spielen!

So druckt ihr den Spielplan aus: Ladet euch die Datei Spielplan herunter. Da der Plan größer als ein Din A4 Blatt ist, stellt in den Druckeinstellungen am besten "Poster" ein, so könnt ihr den Spielplan auf 4 Seiten verteilt ausdrucken. Schneidet anschließend die einzelnen Teile des Plans aus und klebt sie z.B. mit Tesafilm zusammen.

Wenn ihr Feedback zum Spiel habt, schreibt uns eine Mail an info@hausderwissenschaft.org.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forschende erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Intelligent, intelligenter, Tintenfisch!?

Als Zeichen von Intelligenz gelten Spieltrieb, Neugier sowie die Fähigkeit Probleme zu lösen und daraus zu lernen. Doch nicht nur der Mensch ist intelligent, sondern auch Schimpansen, Schweine oder Hunde gelten als intelligent. Aber wusstet ihr, dass der Tintenfisch zu den intelligentesten Tieren der Welt gehört?

Tintenfische sind wirbellose Tiere und haben insgesamt neun Gehirne: ein Haupthirn im Kopf sowie je ein Gehirn in jedem der acht Arme. Mit seinen Armen kann der Tintenfisch Gegenstände abtasten und gibt diese Informationen an sein Haupthirn weiter, wo sie zur Problemlösung genutzt und für folgende Ereignisse gespeichert werden. Da der Tintenfisch neugierig ist, kann man beobachten, dass er zum Beispiel mit seinen Armen ein mit einem Schraubverschluss verschlossenes Behältnis abtasten und es nach kurzer Zeit öffnen kann.

Auch kleine Öffnungen werden genaustens mit den Armen untersucht, und das Haupthirn entscheidet, ob das Tier dort hindurchpasst. In Gefahrensituationen haben Tintenfische noch andere Möglichkeiten sich zu schützen, zum Beispiel ahmen sie mit ihren Armen die Bewegungen von Unterwasserpflanzen nach oder passen ihre Hautfarbe der Umgebung an. Zudem können sie bewusst Tintenwolken ausstoßen, um Angreifer zu verwirren, während sie mit einem Rückstoßantrieb ganz schnell das Weite suchen.

Autor*in: Sandra Bartels
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04.12.2021)

Rückschau

Was ist Wasserstoff?

27.11.2021

Momentan wird viel über Wasserstoff diskutiert – vielleicht hast du schon davon gehört. Aber was ist das eigentlich, und was macht es so spannend?

Wasserstoff ist das kleinste, aber gleichzeitig auch das am häufigsten vorkommende Element im ganzen Universum. Man findet Wasserstoff (H) häufig nicht allein, sondern es verbindet sich mit anderen Elementen, zum Beispiel zu Wasser (H2O). Wasserstoff ist bereits seit Jahrhunderten bekannt und kann auch als Energieträger genutzt werden – zum Beispiel für Autos, zum Heizen oder in der Industrie. Er hat sogar schon Astronauten ins All gebracht.

Dr. Mark Mennenga von der Technischen Universität Braunschweig erklärt: „Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Er kann Stoffe ersetzen, die schädlich für unser Klima sind. Das Gute: Bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht statt klimaschädlicher Abgase lediglich Wasserdampf.“

Die Vorteile klingen verlockend. Warum aber wird das Wunderelement nicht längst überall eingesetzt? Lukas Siemon, ebenfalls von der Technischen Universität Braunschweig, ergänzt: „Die Speicherung ist eine Herausforderung. Zudem müssen für die Herstellung von Wasserstoff seine beiden Bestandteile, Wasserstoff und Sauerstoff, geteilt werden. Dieser chemische Vorgang benötigt enorm viel Energie. Nur wenn diese erneuerbar, zum Beispiel aus Windkraftwerken, gewonnen wird, ist der Wasserstoff klimafreundlich. Man spricht dann von ‚grünem‘ Wasserstoff, und er ist das Ziel aller Forschenden.“

Autor*in: Timon Rahr
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27.11.2021)

Wie wird eigentlich ein Flugzeug gelenkt?

20.11.2021

Hast du dich auch schon mal gefragt, wie ein Flugzeug gelenkt wird?

„Ein Flugzeug kann sich auf verschiedene Arten drehen“, erklärt Dr.-Ing. Wolfgang Heinze vom Institut für Flugzeugbau und Leichtbau der Technischen Universität Braunschweig. „Wenn sich die Nase nach links oder rechts bewegt, nennt man das ‚gieren‘. Wenn die Nase hoch oder runter geht, heißt das ‚nicken‘. Beim ‚Rollen‘ dreht sich das Flugzeug so, dass eine Flügelhälfte nach oben geht, die andere nach unten.“

An verschiedenen Stellen des Flugzeugs sind Ruder angebracht. Das sind Klappen, die sich bewegen und das Flugzeug damit in die gewünschte Richtung drehen.

Wolfgang Heinze erklärt, welche das sind: „Um zu gieren, wird das Seitenleitwerk (im Bild gelb) ausgeschlagen. Es sitzt hinten am Flugzeugrumpf. Wenn dieses Ruder nach rechts bewegt wird, giert die Flugzeugnase nach rechts. Zum Nicken wird das Höhenleitwerk (im Bild rot) benutzt. Das sieht aus wie ein Extra-Flügel. Wenn sich dort die Ruder nach oben bewegen, nickt die Flugzeugnase nach unten und andersherum.

Die für das Rollen zuständigen Querruder (im Bild grün) sitzen an den beiden Flügelenden. Sie werden entgegengesetzt ausgeschlagen, dadurch bewegt sich eine Flügelhälfte nach unten und die andere nach oben. Das Flugzeug legt sich in die Kurve.

Um das Flugzeug also zu beeinflussen, muss es einfach über die unterschiedlichen Ruder in die gewünschte Richtung gedreht werden, was die Piloten im Cockpit über die Knüppel und die Fußpedale einstellen.

Autor*in: Timon Rahr
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20.11.2021)

Weiße Streifen am blauen Himmel

13.11.2021

Ihr habt sie schon oft gesehen oder gar bewundert: Kondensstreifen am Himmel. Sie sind künstliche Wolken, die durch das Ausstoßen von Abgasen aus den Triebwerken der Flugzeuge entstehen.

In einer Höhe von ca. 10 bis 15 Kilometern beträgt die Außentemperatur minus 40 bis minus 50 Grad Celsius. In dieser Höhe entwickeln sich die faszinierenden Streifen. Bei der Verbrennung von Kerosinen entstehen heiße Abgase. Sie bestehen aus Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid (CO₂) und auch Ruß und anderen Aerosolen, die an die kalte Höhenluft abgegeben werden. Kalte Luft kann nur sehr wenig Wasserdampf aufnehmen, deshalb kondensiert er. Er wird also flüssig und gefriert anschließend an den Rußpartikeln zu Eiskristallen. Allerdings kristallisiert an ihnen nicht nur der Wasserdampf aus den Abgasen, sondern auch die Feuchtigkeit der Umgebungsluft.

Sobald die Kristalle eine gewisse Größe erreicht haben, wird das Sonnenlicht so stark gestreut, dass die weißen Kondensstreifen für uns sichtbar werden. So entstehen in der Natur auch die Wolken. Die besondere Form entsteht, weil die Flugzeugtriebwerke konstant arbeiten und so die Streifen „hinter sich herziehen“.

Autor*in: Sandra Bartels
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13.11.2021)

Was haben Satellitenschüsseln, Kirchen und Moos gemeinsam?

06.11.2021

Wo ist eigentlich Norden? Und wie finde ich den Weg nach Westen? Ohne Kompassnadel ganz schön knifflig. Hier kommen Satellitenschüsseln und Co. ins Spiel, denn sie helfen euch bei der Orientierung in Stadt und Land.

Einmal kannst du dich an einigen örtlichen Gegebenheiten orientieren. In Städten sind das zum Beispiel die Ausrichtung von Satellitenschüsseln. Diese werden in der Regel nach Süden ausgerichtet. Alternativ könnt ihr auch Kirchen zu Hilfe nehmen. Kirchtürme und Altare sind nach Osten ausgerichtet.

Einzelnstehende Bäume haben zum Beispiel eine „Wetterseite“ mit Moos. Es bildet sich vor allem im Norden beziehungsweise Nordwesten am Stamm. Schwierig wird es in Wäldern oder Tälern. Wegen der hohen Feuchtigkeit kann sich Moos auf allen Seiten bilden.

Ein weiterer verlässlicher Orientierungshelfer ist die Sonne. Vielleicht kennt ihr auch den Merksatz „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen“. Aber was, wenn es bewölkt ist? Ein breiter Gegenstand, zum Beispiel ein Lineal, kann helfen: Dreht ihn auf einer ebenen Fläche, dann seht ihr, dass dieser Gegenstand trotz Bewölkung einen leichten Schatten wirft. Findet ihr die schmalste Stelle des Schattens? Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Sonne, an der ihr euch dann wieder orientieren könnt.

Weitere Orientierungspunkte sind die Sterne. Auf der Nordhalbkugel steht im Norden der Polar- oder Nordstern – er leuchtet besonders hell und befindet sich im Sternbild Kleiner Wagen. Wenn ihr von diesem Stern eine senkrechte Linie zur Erde zieht, ist dort Norden.

Autor*in: Sandra Bartels
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06.11.2021)

Warum gibt es Halloween?

30.10.2021

Morgen ist Halloween! Vielleicht freust du dich schon darauf, dich zu verkleiden und an den Haustüren „Süßes oder Saures“ zu verlangen. Aber warum machen wir das eigentlich?

„Halloween ist Englisch und eine Abkürzung für ‚Abend vor Allerheiligen‘ – das ist ein christlicher Feiertag am 1. November“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger Heinze vom Institut für Anglistik und Amerikanistik an der TU Braunschweig. „Als sich das Christentum in Europa ausbreitete, wurden vermutlich Feste der Kelten zum Erntedank und zur Geistervertreibung für diesen Feiertag übernommen. So wurden diese Bräuche ein Bestandteil der irischen Kultur.“

Vor ungefähr 200 Jahren wanderten viele Iren in die USA aus und nahmen ihre Feste mit. Nach und nach wurde Halloween so Teil der ganzen Gesellschaft. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Tag aber noch anders gefeiert: Die Menschen gingen in die Kirche und verbrachten anschließend Zeit mit Familie und Freunden.

Professor Heinze erzählt weiter: „Es gab aber einen Vorläufer für ‚Süßes oder Saures‘: Dabei gingen Kinder die Häuser entlang und fragten nach ‚Seelenkuchen‘ für Verstorbene. Auch Totenköpfe aus Kürbissen wurden schon geschnitzt. Halloween, so wie wir es kennen, entstand aber erst vor 50 Jahren. In dieser Zeit entdeckten die großen Firmen Halloween als Fest und vermarkteten es entsprechend. Deswegen gibt es viele Verkleidungen, Süßigkeiten und Dekorationen dafür. Von den USA aus breitete sich Halloween in dieser Variante in die ganze Welt aus.“

Autor*in: Timon Rahr
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30.10.2021)

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