Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

Besserwisser-Artikel

für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forscherinnen und Forscher erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Was alles im Computer steckt

Computer begegnen uns im Alltag immer wieder. Sicher kennst du die klassischen Computer, die auf dem Schreibtisch stehen, oder du nutzt einen Laptop oder ein Smartphone. Aber auch in Kühlschränken, Autos oder Kaffeemaschinen sind Computer verbaut.

„Damit Computer funktionieren, braucht es zum einen die Software. Diese kann man weder sehen noch anfassen, denn dazu zählen zum Beispiel verschiedene Programme oder das Betriebssystem. Zum anderen wird Hardware benötigt. Das sind materielle Teile, aus denen der Computer besteht. Am wichtigsten ist die CPU, also die Central Processing Unit, auf Deutsch ‚Zentralprozessor‘. Hier wird alles berechnet und gesteuert. Auch nicht fehlen darf das Mainboard, auf Deutsch ‚Hauptplatine‘, denn darauf werden alle anderen Bauteile festgesteckt – es ist also quasi eine Steckplatine“, erklärt Dr. Lukas Linsbauer vom Institut für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik an der TU Braunschweig.

Jeder Computer braucht außerdem einen Speicher, die Festplatte, auf der die Software und andere Daten gespeichert werden. Und für den Strom ist das Netzteil zuständig. Des Weiteren gibt es die Grafikkarte mit der GPU, was für Graphics Processing Unit steht. Diese berechnet die Bilder und Grafiken, die auf dem Bildschirm angezeigt werden.

Einen Computer kann man sich auch selbst zusammenbauen. Dafür benötigt man die erforderlichen Bauteile, ein passendes Gehäuse, und natürlich muss man darauf achten, dass alle Komponenten zusammenpassen.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21.11.2020)

Rückschau

Was macht der Marienkäfer im Winter?

14.11.2020

Im Winter haben viele Tiere ein Problem: Kälte und Nahrungsmangel machen ihnen zu schaffen. Eichhörnchen legen daher Vorräte an, und Igel verziehen sich in Winterquartiere. Die meisten Zugvögel sind längst in den warmen Süden geflogen.

Nicht nur Vögel und Säugetiere bereiten sich auf den Winter vor, sondern auch Insekten treffen Vorkehrungen. Besonders auffällig verhielten sich in den letzten Wochen die Marienkäfer. Plötzlich tauchten sie zum Teil massenweise an Mauern und an Fenstern auf. Die Glückskäfer waren auf der Suche nach einem Winterquartier.

Der Marienkäfer überwintert gerne in Mauerspalten oder Laubhaufen. Leider landet er dabei auch in Wohnungen. Das ist aber keine gute Idee, da er dort nichts zu fressen findet. Nur an kühlen Orten kann er in die Winterstarre verfallen und Energie sparen.

Neben dem Siebenpunkt sind bei dieser Suche auch immer mehr asiatische Marienkäfer dabei. Diese wurden als Schädlingsbekämpfer in Gewächshäusern eingeführt und verbreiten sich rasch.

Insekten haben verschiedene Strategien entwickelt, um zu überwintern. Einige machen es wie der Marienkäfer und überdauern als erwachsenes Tier, andere überstehen als Raupe, Puppe oder Ei die harten Zeiten.

Der Marienkäfer kann sogar ein Frostschutzmittel herstellen, damit er während der Winterstarre nicht zum Eiswürfel wird und stirbt.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.11.2020)

Bekommen Enten kalte Füße?

07.11.2020

Wenn es draußen kälter wird, ziehen wir uns gefütterte Schuhe an, um keine kalten Füße zu bekommen. Diese Möglichkeit haben Enten nicht. Trotzdem kann man beobachten, wie sie im kalten Wasser schwimmen und über den zugefrorenen See laufen. Bekommen sie keine kalten Füße?

Die Antwort gibt uns Sabine Sambou vom Regionalen Umweltbildungszentrum Dowesee: „Enten haben tatsächlich sehr kalte Füße, aber das ist ganz normal. Denn sie haben ein ganz spezielles Blutgefäßsystem, welches auch Wundernetz genannt wird. Die Arterien und Venen liegen dicht nebeneinander und sind miteinander verflochten. Das warme Blut vom Herzen wird von den Arterien zu den Beinen transportiert und das kalte Blut aus den Füßen kommt mit den Venen zurück zum Herzen. Dabei findet ein Temperaturausgleich statt. Mit einem sogenannten Gegenstromprinzip kühlt das kalte Blut das warme Blut ab und umgekehrt.“

Deshalb haben die Füße von Enten nur etwa eine Temperatur von 1°C. Die Körpertemperatur beim Herzen liegt hingegen bei ca. 40 °C, also etwas wärmer als bei uns Menschen. Durch die kalten Füße verliert die Ente weniger Wärme und spart Energie. Außerdem kann sie auf zugefrorenen Flächen nicht festfrieren, da das Eis nicht antaut.

Wenn ihr also eine Ente bewegungslos auf dem Eis sitzen seht, heißt das nicht, dass sie festgefroren ist. Bitte erschreckt das Tier auch nicht, denn es würde wichtige Energie verbrauchen, wenn es aufgeschreckt losfliegen würde.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07.11.2020)

Was sind Dingos?

30.10.2020

Der Dingo lebt als verwilderter Haushund vor allem in Australien. Das Besondere dabei ist, dass die Tierart schon vor mehreren Tausend Jahren verwilderte. Schon vor der Ankunft der Europäer gab es dort Dingos. Viele streiften alleine oder in kleinen Rudeln durch die freie Wildbahn.

Dingos waren Freunde des Menschen
In alten Berichten wird erwähnt, dass Dingos aber auch bei den Ureinwohnern lebten. Dingos wurden vor allem als Wächter oder auch als warme „Decke“ genutzt. Dingos wurden aber wohl nie weiter gezüchtet. Es wurden nur immer wieder Welpen freilebender Dingos gefangen. Wie kam der Dingo nach Australien? Es wird vermutet, dass er von asiatischen Seefahrern nach Australien gebracht wurde. Der Dingo stammt also von Hunden ab, die dann wieder verwilderten.

Es gibt viele Dingo-Arten
Andere Haushunde können sich jedoch mit dem Dingo paaren. Deswegen ist der eigentliche Dingo auch vom Aussterben bedroht. Es wird in vielen Nationalparks Australiens versucht, den Dingo zu erhalten und in entlegenen Gebieten von Haushunden fernzuhalten. Der Dingo wird in den Regionen Australiens ganz unterschiedlich eingeschätzt. Wo es viele Schaffarmen gibt, wird er meist als Feind gesehen. Ein unglaublich langer Zaun soll die Dingos von den Schafen fernhalten. In den Nationalparks wird er hingegen geschützt.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Freitag, den 30.10.2020)

Häuser auf dem Mond

24.10.2020

Hast du dir schon einmal vorgestellt, auf dem Mond zu wohnen? In 15 bis 20 Jahren könnte das für Astronautinnen und Astronauten wahr werden. Bis es jedoch soweit ist, muss noch die größte Frage geklärt werden: Aus welchem Material und wie soll diese Mondstation dann gebaut werden?

„Zu dieser Frage gibt es schon aktuelle Forschungsprojekte“, erklärt Professor Joachim Block vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Natürlich könnte man die Baumaterialien von der Erde mitnehmen. Der Transport zum Mond ist jedoch sehr teuer, und es wäre einfacher, auf dem Mond vorhandenes Material zu verwenden.

Man könnte zum Beispiel Mondstaub, sogenannten Regolith, nutzen. Das ist feinster Gesteinsstaub, der teils aus mondeigenem Gestein und teils aus Meteoritenstaub besteht. Daraus können in einem speziellen 3D-Druck-Verfahren dann die benötigten Teile für den Rohbau der Häuser produziert werden. Durch Hitze, die bei dem 3D-Druck erzeugt wird, werden die Staubpartikel angeschmolzen und dann in die benötigte Form gepresst.“

Alles kann man jedoch nicht aus Mondstaub herstellen. Die technische Ausrüstung und Material wie Folie oder Metall müssten weiterhin von der Erde mitgebracht werden. Wusstest du, dass diese Mondstationen dann zum Teil unter der Mondoberfläche vergraben liegen und oberhalb ebenfalls mit Mondstaub bedeckt werden sollen? Dies geschieht, um die Astronauten noch besser vor Strahlung zu schützen, die zum Beispiel bei Sonnenstürmen entsteht.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24.10.2020)

Was macht eine Assel im Garten?

17.10.2020

Iiiiihhh, ist wohl der Laut, den die Asseln in den Gärten am meisten von uns zu hören bekommen. Das haben sie eigentlich nicht verdient. Denn sie fressen Laub und weitere abgestorbene Pflanzenreste und tragen dazu bei, dass diese wieder zu Erde werden. Die Vorfahren dieser landlebenden Krebstiere stammen aus dem Meer. Dass sie das Wasser aber immer noch nicht ganz verlassen haben, merkt man daran, dass sie sich im feuchten, modrigen Laub tummeln. Wenn dieses Laub aber an ihnen kleben bleibt, würde dies bei der Fortbewegung stören. Deswegen haben sie auf ihrem Panzer körnige Strukturen, die das verhindern.

Dass sie aus dem Meer stammen, verraten auch ihre Kiemen, mit denen sie immer noch atmen. Diese müssen sie ständig feucht halten. Geschickt wird jeder Tropfen Wasser zu den Kiemen an den Füßen geleitet. Als Anpassung an das Landleben können Asseln aber auch direkt durch dünne Haut oder einfache Einstülpungen wie eine Lunge Sauerstoff aus der Luft aufnehmen.

In Gärten gibt es beispielsweise Keller-, Mauer- und Rollasseln. Die Rollassel rollt sich, wie der Name verrät, bei Gefahr zusammen. Ihren Nachwuchs schleppen die Assel-Mamas in Bruträumen auf der Bauchseite mit sich herum. Vielleicht helfen euch diese Informationen, Asseln das nächste Mal mit einem Ahh zu begrüßen.

Autor*in: Phaeno Wolfsburg
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17.10.2020)

weitere im KinderWissen-Archiv