Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forschende erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Wie fährt ein Auto?

Aus dem Straßenbild sind sie nicht mehr wegzudenken: Autos. Viele Menschen fahren damit einkaufen oder zur Arbeit. Aber wie fährt ein Auto eigentlich?

Matthias Ristau vom Institut für Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig erklärt: „Bei einem Auto werden die Räder angetrieben. Bisher macht das meist ein Verbrennungsmotor, der die chemische Energie des Kraftstoffs (z. B. Benzin) in mechanische Energie umwandelt. Das Benzin wird in periodischen, kontrollierten Explosionen im Motor verbrannt, wodurch über einen Kurbeltrieb eine Drehbewegung entsteht. Aktuell findet jedoch eine Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs statt, um die bei der Verbrennung entstehenden Abgase zu verringern oder ganz zu vermeiden.“

Elektroautos nutzen für den Antrieb der Räder einen Elektromotor. Er wandelt elektrische Energie in mechanische Energie, die Drehbewegung, um. Allerdings haben Elektroautos Nachteile bei der Reichweite. Deshalb werden Hybridautos entwickelt, die zusätzlich zum Verbrennungs- auch einen Elektromotor haben. Dessen Einsatz erhöht den Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors in einem Hybridauto.

Ein Elektromotor kann neben dem Antreiben der Räder, auch für ein Abbremsen sorgen. Dabei wandelt er die mechanische Energie zurück in elektrische Energie, die in einer Batterie gespeichert werden kann. So kann diese erneut für den Vortrieb genutzt werden, was weniger Abgase zur Folge hat.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17.04.2021)

Rückschau

Was ist ein Dompfaff?

10.04.2021

Der Gimpel oder Dompfaff ist eigentlich ein sehr auffälliger Vogel – zumindest das Männchen. Denn Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in der Färbung. Das Männchen hat einen leuchtend orangeroten Bauch. Die Färbung reicht bis zu den Wangen. Das Weibchen ist deutlich dezenter gefärbt. Der Bauch ist hellbraun mit einer ganz leichten Rotfärbung.

Die Färbung des Vogels erinnerte früher viele Menschen an die roten Talare der Dompfarrer – also die Gewänder. Dadurch erhielt der Vogel seinen Namen. Der Name Gimpel bezieht sich darauf, dass der Vogel am Boden etwas unbeholfen herumhüpft und auch sehr leicht zu fangen ist. Gimpel heißt so viel wie dümmlich oder auch einfältig.

Obwohl das Männchen so auffällig ist, sieht man die Vögel besonders zur Brutzeit nicht oft. Sie können sich sehr gut in Sträuchern verstecken.

Durch die Färbung und Größe sehen die Vögel neben Meisen und Spatzen deutlich kräftiger aus. Früher wurde der Dompfaff sehr häufig als Käfigvogel gehalten. Heute darf er dazu nur noch aus einer Zucht stammen. Ein Fang aus freier Natur ist verboten.

Mit seinem kräftigen Schnabel kann der Dompfaff sehr gut Knospen und auch verschiedene Samen aufpicken. Aber auch Beeren und Insekten frisst er gerne. Die prachtvollen, heimischen Vögel sind nicht gefährdet.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10.04.2021)

Vorbildliche Väter bei den Krallenaffen

27.03.2021

Krallenaffen kommen vor allem in tropischen Wäldern Süd- und Mittelamerikas vor. Wie der Name schon sagt, haben sie keine Nägel, sondern tragen außer an der Großzehe Krallen. Damit können sie sehr gut klettern. Dabei machen ihnen selbst senkrechte Stämme keine Schwierigkeiten.

Im Braunschweiger Zoo kannst du mehrere Arten von Krallenaffen erleben. Besonders schön ist dabei zum Beispiel der Lisztaffe mit seiner verrückten Frisur oder das Goldkopflöwenäffchen. Der Name Lisztaffe kommt von der Ähnlichkeit der Haartracht mit der des österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Liszt, der im 19. Jahrhundert besonders viele Werke für Klavier schrieb. Von ihm sind Fotos erhalten, so dass du seine Haartracht mal im Internet überprüfen kannst.

Die Tiere leben meist in kleinen Gruppen. Die Aufzucht der Jungen ist bei fast allen Krallenaffen außergewöhnlich. Das ranghöchste Weibchen bringt meist Zwillinge zur Welt. Die Mutter säugt diese meist nur und gibt die Kleinen ansonsten den Männchen weiter. Diese schleppen die Jungtiere auf dem Rücken herum und bringen sie nur zum Säugen wieder der Mutter. Auch die anderen Gruppenmitglieder beschäftigen sich sehr gerne mit den Kindern. Alle Krallenäffchen sind eher klein, und leider sind fast alle Arten stark gefährdet, da der Lebensraum verloren geht.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27.03.2021)

Was macht ein Kunstwerk wertvoll?

20.03.2021

Kunst kann sehr teuer sein. Manchmal wird mit ihr gehandelt und einige Leute verdienen damit ihr Geld. Aber was macht ein Kunstwerk eigentlich besonders und wertvoll?

Dr. Sven Nommensen, Museumspädagoge am Braunschweiger Herzog-Anton-Ulrich-Museum, erklärt: „Früher sammelten vor allem die Kaiser, Könige und Herzöge Kunst. Werke von Künstlern, die in diesen Sammlungen vertreten sind, erzielen meist einen hohen Preis. Der Wert eines Werks hängt jedoch nicht nur vom Preis ab, vielmehr hat es mit Psychologie zu tun. Je mehr Leute sich für ein Werk interessieren, desto begehrter wird es meistens. Manchmal werden zum Beispiel die Kunstwerke verstorbener Künstler teurer, da es keine neuen Bilder mehr von ihnen geben wird. Aber auch ob das Werk eine persönliche oder kunstgeschichtliche Bedeutung hat, kann eine wichtige Rolle spielen. Kunst ist außerdem wertvoll, da sie Teil der Bildung und des kulturellen Erbes ist.“

Möchte man Kunstwerke im Original sehen, bietet sich ein Museumsbesuch an. Das Museum hat die Aufgabe, die Kunst zu archivieren, zu erforschen und zu präsentieren. Kaufen kann man die Kunst im Museum aber nicht. Im Herzog Anton Ulrich-Museum ist das sogar gesetzlich so festgelegt. So wird die Kunst nicht nur Sammlern, sondern möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20.03.2021)

Stockenten sind echte Überflieger

13.03.2021

Wenn du an den Teichen in Riddagshausen, am Stadtgraben in Wolfenbüttel, am Salzgittersee oder an vielen anderen Gewässern in der Region spazieren gehst, wirst du die Stockente sehr oft sehen. Sie kommt allgemein auf der Nordhalbkugel der Erde sehr häufig vor.

Die auffälligen Männchen haben einen grünen Kopf und einen gelben Schnabel. Die Weibchen sind hellbraun gefärbt mit dunkelbrauner Musterung. Wenn du genauer hinschaust, siehst du aber auch bei ihnen an den Flügeln ein metallisch dunkelblaues Rechteck mit weißer Umrandung – den sogenannten Spiegel.

Schon im März sind viele Stockenten mit dem Nestbau und dem Brüten beschäftigt. Im April werden die ersten Küken schlüpfen. Sie sind Nestflüchter. Es sieht niedlich aus, wenn sie der Mutter folgen.

Die meisten Stockenten, die bei uns brüten, bleiben das ganze Jahr bei uns. Es gibt aber auch Stockenten, die in Deutschland nur überwintern und dann in ihr Brutgebiet zurückkehren. Da man Enten meist schwimmend beobachtet, denkt man oft gar nicht daran, dass sie auch sehr gut fliegen können.

Eine Ente hat mal in zwei Tagen eine erstaunliche Strecke zurückgelegt: Forscher der Universität Gießen fanden heraus, dass sie von ihrem Überwinterungsgebiet in Hessen in ihr Brutgebiet in Russland flog. Dabei legte sie genau 2.250 Kilometer zurück und flog sogar so schnell wie ein Auto auf der Autobahn fährt (120 km/h).

Autor*in: Phaeno Wolfsburg
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13.03.2021)

Exoplaneten – Planeten in anderen Sonnensystemen

06.03.2021

Im Weltraum gibt es sehr viele Sterne, um viele Sterne kreisen Planeten. Einer von diesen Planeten ist unsere Erde, mit genau den richtigen Bedingungen, dass wir hier leben können. Aber gibt es noch andere Planeten, auf denen Leben möglich ist oder ist unsere Erde einzigartig?

Bastian Gundlach vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik an der TU Braunschweig erzählt: „Auf der Suche nach anderen Planeten untersucht man auch andere Sternensysteme. Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems gefunden werden, heißen Exoplaneten. Das steht für ‚extrasolare Planeten‘, also Planeten, die um einen anderen Stern kreisen. Auf der Suche nach Exoplaneten stößt man auf drei Probleme: Sie leuchten nicht, sie sind verhältnismäßig klein und ziemlich weit weg. Um sie dennoch zu finden, gibt es verschiedene Methoden. Die bekannteste ist die Transitmethode, dabei macht man sich das Licht des dazugehörenden Sterns zunutze. Mit etwas Glück schiebt sich der Planet auf seinem Kurs zwischen den Stern und das Teleskop, dabei wird der Stern kurz dunkler. Um aber festzustellen ob es wirklich ein Planet ist, müssen die Messungen noch wiederholt werden. Bis heute konnte man schon 3262 Exoplaneten bestätigen.“

Es gibt bereits spannende Entdeckungen auf denen Leben potenziell möglich sein kann. Ob es uns aber wirklich gelingt andere Planeten zu bewohnen, ist nicht sicher und könnte noch sehr lange dauern. Umso mehr sollten wir jetzt deshalb auf unsere Erde achtgeben.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06.03.2021)

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