Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forschende erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Wie und warum die Polizei Hunde einsetzt

Spürhunde haben eine lange Tradition bei der Polizei und dem Militär. Hunde sind oft schneller im Finden von Stoffen oder dem Stellen von Einbrechern als wir Menschen, da sie zum Beispiel deutlich besser riechen als wir.

„Bei der Polizei teilen sich die Einsätze der Hunde in zwei Bereiche“, erklärt Polizeikommissarin Ariane Wichert, Hundeführerin bei der Reiter- und Diensthundeführerstaffel Braunschweig. „Zum Schutzhund-Bereich zählt der Schutz von Kollegen und anderen Menschen vor körperlichen Übergriffen. Bei Fußballspielen oder Demonstrationen kommen diese Hunde zum Beispiel zum Einsatz.“

Der Spezialhund-Bereich umfasse hingegen alles, was mit dem Suchen und Finden zu tun hat. Der Hund wird dafür genau auf das Finden von bestimmten Stoffen trainiert. „So gibt es Hunde, die Geldscheine finden, andere sind auf das Aufspüren von Blut, Rauschgiften oder Brandmittelstoffen spezialisiert“, erklärt Ariane Wichert.

Im Einsatz sind die Tiere vielen stressigen oder beängstigenden Situationen ausgesetzt. Nicht alle Hunde sind für die Polizei geeignet. „Der Hund wird daher schon beim Kauf auf Körper und Charakter überprüft. Danach muss er eine Art Schullaufbahn durchlaufen. Da lernt er normale Kommandos wie Sitz und Platz, aber auch einen Täter zu verbellen oder auf Kommando zu beißen. Hinzu kommt die Nasenarbeit, also Dinge zu finden. Hundeführer und Hundeführerinnen arbeiten viel mit dem Spieltrieb der Hunde“, so Wichert.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.06.2021)

Rückschau

Wie findet man vierblättrige Kleeblätter?

05.06.2021

Botanisch gesehen kannst du keine finden. Das vierblättrige Kleeblatt besteht aus einem Blatt, das sich geteilt hat. Wenn du es nicht so eng siehst, kannst du natürlich eines finden. Ein vierblättriges Kleeblatt soll Glück bringen. Angeblich darf man es nicht gezielt suchen, sondern nur so nebenbei die Glücksblätter des Weißklees oder Rotklees entdecken.

Die Glückskleepflanzen zu Silvester sind keine heimischen Kleeblätter. Sie gehören zum mexikanischen Sauerklee und sind immer vierblättrig.

Hobbyforscher wollten es einmal genauer wissen. Sie sammelten viele Kleeblätter und bestimmten dann wie häufig dabei ein vierblättriges Kleeblatt vorkommt. Bei mehreren Untersuchungen kamen recht unterschiedliche Zahlen heraus. Einige berichten von einem vierblättrigen Kleeblatt pro 5000 dreiblättrigen Kleeblättern, andere gehen sogar nur von einem zu 60 Kleeblättern aus.

Mit viel Geschick hat die Amerikanerin Katie Borka 166 vierblättrige Kleeblätter in einer Stunde gefunden. Weltrekord!

Die Universität Georgia erforschte, ob Genveränderungen die Ursache für die Entstehung eines vierblättrigen Kleeblatts sind. Die Forscher fanden das veränderte Gen, aber unbekannte Umweltbedingungen haben auch einen Einfluss. Übrigens gibt es nicht nur vierblättrige Kleeblätter. Es wurde schon mal ein 56-blättriges gefunden. Bringt dies nun 14 Mal Glück?

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05.06.2021)

Was ist Dyskalkulie?

29.05.2021

Manchen Menschen fällt das Rechnen sehr leicht und es macht ihnen auch richtig Spaß. Aber was, wenn man Mathe einfach nicht versteht und selbst einfachste Rechnungen keinen Sinn ergeben wollen? Bei so etwas spricht man oft von Dyskalkulie oder Rechenschwäche. Aber was ist damit eigentlich gemeint?

Dr. Michael Wehrmann vom Institut für Mathematisches Lernen in Braunschweig erklärt: „Für Dyskalkulie gibt es keine einheitliche Definition. Im Allgemeinen meint man einen Entwicklungsrückstand im rechnerischen Denken.“ Dabei fehle oft ein grundlegendes Zahlenverständnis. „Mit den Zahlen wird zum Beispiel keine Menge verbunden, und das Rechenzeichen ‚+‘ ist kein Vermehren, sondern nur das Weiterzählen in einer auswendig gelernten Reihe.“

Wenn Dyskalkulie spät oder nie erkannt wird, können Probleme auftreten. Die schulische Laufbahn, aber auch die gesellschaftliche Teilhabe, können stark beeinträchtigt werden, denn überall braucht man Mathematik. „Eine Rechenschwäche ist aber nichts, wovor man Angst haben muss, denn Mathe kann man in der Regel erlernen. Am besten wird Dyskalkulie mit einer gezielten Lerntherapie angegangen. Dabei steht ein reflektierter Dialog über die Zahlen im Fokus. In einer angst- und druckfreien Umgebung soll so ein Zahlenverständnis entwickelt werden“, sagt Experte Michael Wehrmann.

Wenn ihr mehr Infos dazu bekommen wollt, schaut auf der Internetseite des Instituts für Mathematisches Lernen vorbei: www.zahlbegriff.de.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29.05.2021)

Auch Tiere suchen nach einer Wohnung

22.05.2021

Ein geeigneter Wohnraum ist auch in der Tierwelt knapp, und nicht jeder kann gleich gut eine Wohnung errichten. Viele Vögel verlassen sich bei der Wohnungssuche daher oft auf bessere Baumeister und gucken nach, ob zum Beispiel Spechthöhlen für ein Nest geeignet sind. Stare, Meisen und Amseln finden so gute neue Quartiere.

Aber auch Füchse suchen sich oft einen alten Dachsbau, um sich eine neue Behausung zu schaffen. Denn der Dachs ist ein wahrer Höhlenbaumeister! Manchmal nutzen Dachse und Füchse dann einen großen Bau gemeinsam. Es kommt aber auch vor, dass der Fuchs durch seinen Lärm und Gestank den eigentlichen Erbauer der Behausung vertreibt. Meistens ist aber der Dachsbau groß genug. Das ist auch gut so, denn der Dachs zieht nicht gerne um und lebt gerne über viele Generationen hinweg an derselben Stelle.

Große Storchennester, sogenannte Horste, sind ebenfalls beliebt bei vielen Vogelarten, die auf Wohnungssuche sind. Stare und Spatzen ziehen dort gerne als Untermieter ein. Die Störche scheint dies nicht zu stören.

Auch Einsiedlerkrebse sind auf eine fremde Wohnung angewiesen. Sie suchen sich ein geeignetes, leeres Schneckenhaus. Dabei kann die Wohnungssuche recht aufwendig sein. Denn das Haus muss, wenn der Einsiedlerkrebs wächst, immer wieder verlassen und ein Neues gefunden werden.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22.05.2021)

Wie lernen Kinder sprechen?

15.05.2021

Viele Menschen sprechen mehr als eine Sprache und lernen z.B. Englisch. Aber wie funktioniert das eigentlich mit dem Erwerb der Erstsprache, also unserer Muttersprache, im Kindesalter? Diese erlernen wir ja nicht in der Schule.

Dr. Imke Lang-Groth vom Institut für Germanistik an der TU Braunschweig erklärt: „Beim Erwerb der Erstsprache sind drei Faktoren entscheidend: Das Kind besitzt ein funktionierendes Gehör, sowie intakte Sprachorgane, d.h. Mund, Kehle und Atmung. Außerdem braucht es eine intakte Umgebung und Interaktion, z.B. die Ansprache durch die Eltern. Wann genau Kinder anfangen zu sprechen, kann sehr unterschiedlich sein. Allgemein kann man davon ausgehen, dass ein sich gesund entwickelndes Kind mit gut einem Jahr zu sprechen beginnt.

Das erste Lebensjahr ist geprägt vom sogenannten Lallen und Babbeln. Aus dieser Lallphase gehen dann erste Wörter hervor. Mit etwa anderthalb Jahren besitzen Kinder einen Wortschatz von ca. 50 Wörtern. Neue Begriffe werden vor allem durch Ansprache aus dem Umfeld gelernt. Dabei zeigen z.B. die Eltern auf einen Gegenstand und sagen das entsprechende Wort. Das Kind nimmt dies wahr und merkt sich das neue Wort.“

Wusstest du, dass Kinder schon im Mutterleib mit Sprache konfrontiert werden? Denn schon im Bauch können sie hören. Außerdem können Kinder, auch wenn sie noch nicht sprechen, zwischen Sprache und anderen Geräuschen unterscheiden.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15.05.2021)

Was ist eine Feuerwanze?

08.05.2021

Nachdem die Feuerwanzen den Winter zusammen mit vielen Artgenossen unter der Laubstreu versteckt verbracht haben, kann man die auffälligen Insekten jetzt an vielen warmen Orten, besonders gerne unter Linden, beobachten: Sie sind sehr gesellig und durch ihre schwarz-rote Musterung sehr gut zu erkennen.

Feuerwanzen verständigen sich durch Duftstoffe. Sie können sich so anlocken oder auch warnen. Mit dem Rüssel sticht die Feuerwanze Pflanzen an und saugt ihren Saft auf. Besonders gerne frisst sie Samen. Sie gilt aber nicht als Schädling, sondern eher als Lästling, da die Feuerwanze so auffallend ist und immer gemeinsam auftritt. Durch ihren schlechten Geschmack werden sie von Vögeln verschmäht. Richtig giftig sind sie jedoch nicht.

Besonders auffällig ist die Paarung der Feuerwanzen. Dabei verbinden sich Männchen und Weibchen an den Hinterteilen und können über viele Stunden so zusammenbleiben. Nach der Eiablage schlüpfen die sogenannten Nymphen, die sich mehrmals häuten. Diese tummeln sich oft bei den Erwachsenen und sind nur etwas kleiner und insgesamt sehr viel einheitlicher rot gefärbt als das ausgewachsene Tier. Je öfter sie sich häuten, desto ähnlicher sehen sie aber den erwachsenen Tieren.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08.05.2021)

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