Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Wieso ist Glas durchsichtig?

So eine Glasscheibe ist superpraktisch. Man kann nämlich hindurchgucken. Aber wieso ist Glas eigentlich durchsichtig?
„Glas ist für bestimmte Wellenlängen des Lichts durchlässig“, erklärt Juniorprofessor Dr. Timm Wilke von der Technischen Universität Braunschweig. „Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen. Je nach Länge der Welle nehmen wir es als verschiedene Farben wahr. Das Farbspektrum, das wir Menschen sehen können, liegt zwischen 380 und 750 Nanometern. Kürzere Wellen sind UV-Licht und die längeren Infrarotlicht. Handelsübliches Glas lässt nur die Wellen hindurch, die wir auch sehen können. Infrarotlicht und UV-Licht hingegen können nicht durch Glas hindurchscheinen. Deshalb bekommt man hinter einer normalen Glasscheibe auch keinen Sonnenbrand.
Glas besteht aus vielen kleinen Teilchen, die unregelmäßig angeordnet sind. „Wenn Licht auf das Glas trifft, gehen die elektromagnetischen Wellen des sichtbaren Lichts problemlos hindurch. Bei der UV- und Infrarotstrahlung ist das anders. Ihre Energie wird von den Elektronen der Teilchen im Glas aufgenommen. Damit verliert die Strahlung ihre Energie und kommt nicht durch das Glas hindurch“, so Wilke.
Es kommt aber immer auf das Glas an. Manchmal scheinen die Infrarotstrahlen auch hindurch. Das kannst du zuhause mal ausprobieren: Fernbedienungen funktionieren nämlich meist mit Infrarotlicht. Halte ein Glas vor den Sensor oben an der Fernbedienung. Kannst du den Fernseher jetzt noch bedienen? Was, wenn du durchs Fenster schaltest?

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15.02.2020)

Rückschau

Die Tricks und Tarnungen der Tiere

08.02.2020

Viele Tiere müssen Tricks gegen Feinde entwickeln, die sie fressen wollen. Der erste Trick ist, schnell abzuhauen. Der Hase schlägt beim Wegrennen sogar noch Haken bei der Flucht, damit man ihm nicht folgen kann. Andere passen gut auf wie die Murmeltiere und flüchten sich in einen weit verzweigten Bau.
Besonders pfiffig ist bei der Flucht der Tintenfisch, der einfach in einer dunklen Farbwolke verschwindet. Noch besser ist natürlich, wenn man gar nicht erst angegriffen wird. Gut ist dabei, wenn man gefährlich aussieht. Wie die Stachelschweine, die ihre Stacheln aufrichten, um noch größer und gefährlicher auszusehen.
Die Wespe ist schwarz-gelb gefärbt, um jedem Fressfeind zu signalisieren: Achtung gefährlicher Stachel. Dies nützen wiederum ungefährliche Schwebfliegen aus, die zwar ähnlich gefärbt, aber ganz harmlos sind. Auch wer sehr gute Waffen hat, wie zum Beispiel die Hirsche, benutzt diese nur im Notfall. Zuerst wird dem Feind kräftig gedroht.
Wer kaum sichtbare Waffen hat, kann auch erstmal seine Größe verändern. Eindrucksvoll macht dies zum Beispiel der Kugelfisch, der sich mit Wasser aufpumpt. Und was macht der, der gar keine effektiven Waffen hat? Der eine stellt sich tot wie das Opossum und riecht sogar wie Aas, der andere tarnt sich. Stabschrecken sehen dabei aus wie Äste und Gespenstschrecken wie trockene Blätter.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08.02.2020)

Was war der Urknall?

01.02.2020

Bumm! Vor etwa 14 Milliarden Jahren entstand das Universum durch den Urknall. Aber was ist da eigentlich genau passiert?
Dr. Jürgen Blum, Professor am Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der TU Braunschweig, erklärt: „1929 wurde die Rotverschiebung entdeckt. Die zeigt: Alles, was weiter weg von uns ist, fliegt umso schneller von uns weg. Das heißt aber nicht, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Sondern es bedeutet, dass der Weltraum als Ganzes sich immer weiter ausdehnt.“
Rückwärts gerechnet war das Universum also mal viel kleiner. Wenn man Materie immer weiter zusammendrückt, wird sie heiß. Wenn sie sich ausdehnt, kühlt sie ab. Wie unser Universum, das kühlt auch immer weiter ab. Also war das Universum ganz am Anfang mal richtig heiß.
Warum es zum Urknall kam, kann man nicht beantworten. Mit dem Urknall beginnen nämlich erst die Zeit und der Raum. „Bis ganz zum Anfang können wir nicht zurückrechnen. Aber wir wissen, dass in den ersten drei Minuten wegen der großen Hitze alle im Universum sichtbare Materie entstanden ist. Das waren zu etwa 90 Prozent Wasserstoffteilchen und zu 10 Prozent Helium“, so Blum. Diese Stoffe machen wiederum nur 5 Prozent des Universums aus. Weitere 23 Prozent sind „dunkle Materie“, die wir nicht sehen, aber durch ihre Schwerkraft nachweisen können. Die restlichen 72 Prozent sind „dunkle Energie“, von der wir nur wissen, dass sie für die beschleunigte Ausdehnung des Universums sorgt. Ein großer Teil des Weltraums ist für uns Menschen also immer noch ein Rätsel.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01.02.2020)

Warum kratzen sich Mamas von Orang-Utans?

25.01.2020

Stell dir mal vor, du müsstest jemandem etwas Besonderes mitteilen und dürftest nicht dabei reden. Du machst dafür einen Geheimcode aus: Wenn die Schulstunde fast zu Ende ist, stellst du die Schultasche von der linken auf die rechte Seite. Eingeweihte wüssten dann, jetzt ist gleich Pause.
Auch Tiere müssen nicht unbedingt Laute äußern, um Informationen weiterzugeben. Sie können Leuchtsignale senden wie Glühwürmchen, Duftspuren legen wie Flusspferde oder mit Körpersprache wie Wölfe zeigen, was los ist.
Orang-Utans leben im Regenwald. Da haben sich die Orang-Utan Mütter etwas ganz Besonderes ausgedacht, um ihren Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen: Sie kratzen sich lautstark. Noch bis zu 15 Meter weit ist dieses Kratzen zu hören. Es heißt so viel wie „Kleines komm zu mir, Aufbruch!“. Der Nachwuchs kann oft noch nicht allein von Baum zu Baum klettern, deswegen müssen beide gemeinsam weiterziehen. Aber wieso gibt die Mutter nicht einfach einen Laut von sich? Dies könnte Feinde oder aggressive Männchen aufmerksam machen. Und wie haben die Forscher herausgefunden, dass Kratzen und Aufbrechen im Zusammenhang steht? Züricher Forscher beobachteten Orang-Utans in freier Wildbahn auf Sumatra. Dabei bemerkten sie, dass Orang-Utan-Mütter sich in bestimmter Weise kratzen, bevor es losgeht.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25.01.2020)

Was ist Rote Bete?

18.01.2020

Hast du schon einmal Rote Bete bzw. rote Rüben gegessen?
Wenn du mit Nein geantwortet hast, solltest du einen Blick in den Kühlschrank werfen! In vielen Produkten ist Rote Bete-Saft als Färbemittel enthalten. Manche Nahrungsmittel sollen eben eine schöne rote Farbe bekommen. Du kannst Rote-Bete-Saft also z. B. in Joghurt oder Eis finden. Ob Rote Bete enthalten ist, findest du auf der Zutatenliste. Dass Rote Bete schön rot färbt, siehst du auch gleich, wenn du diese im Glas im Hause hast. Das Essigwasser ist rot gefärbt.
Die Rote Bete ist mit der Zuckerrübe und dem Mangold verwandt. Wie diese ist sie eine Kulturform der Gemeinen Rübe. Schon die Römer kannten die Rote Bete und brachten sie mit nach Mitteleuropa.
Die Rote Bete ist eine zweijährige krautige Pflanze. Zweijährig bedeutet, dass im ersten Jahr nur die Rübe und eine Blattrosette ausgebildet werden. Die Rübe wird vor allem durch die Verdickung der Sprossachse gebildet. Deswegen „guckt“ ein Großteil aus dem Boden heraus. Dann wird die Rübe meist schon geerntet. Wer die Blüten sehen will, muss noch bis zum zweiten Jahr warten. Erst dann werden die Blüten und die Samen gebildet.

Ein Tipp für Rechtschreibexperten: Obwohl die Rote Bete vom lateinischen Wort beta abstammt, was einfach nur Rübe heißt, darfst du Rote Bete auch mit zwei ee (Beete) schreiben.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18.01.2020)

Brause: Wenn's im Mund knistert

11.01.2020

Brause mag fast jedes Kind. Etwas ganz Besonderes ist natürlich Knisterbrause, von manchen auch Knallbrause oder Knallzucker genannt. Man isst die Brause und auf einmal fängt es im Mund an zu knistern. Viele kennen dieses Knistern vielleicht vom Kaktus-Eis, denn im oberen Teil ist auch Knisterbrause enthalten.
Aber wie entsteht eigentlich dieses Knistern im Mund?
Das Geheimnis liegt darin, dass in der Brause Kohlenstoffdioxid enthalten ist. Für die Herstellung wird Zucker heiß gemacht, bis er flüssig ist. Dann wird der Zucker dem Gas ausgesetzt. Das passiert unter enormen Druck – über 40 bar. Zum Vergleich: 1 bar ist der normale Luftdruck auf der Erde. Der Zucker kühlt anschließend wieder ab und der Kohlenstoffdioxid ist in den kleinen Zuckerstückchen eingeschlossen.
Durch das Lutschen der Brause schmilzt der Zucker auf der Zunge. Dadurch wird das Gas mit einem Knall wieder freigesetzt: es fängt an, auf der Zunge zu knistern – das kann man sogar hören. Gesundheitsschädlich ist das nicht, denn die Menge des Gases ist sehr gering.
Knallzucker ist übrigens noch gar nicht so alt. Er wurde erst 1956 von William A. Mitchell erfunden. Der konnte ihn aber gar nicht gebrauchen, weil er eigentlich ein Rezept für eine andere Süßigkeit suchte. Erst in den 70er Jahren kam man auf die Idee, dem Zucker Aroma beizugeben, damit er besser schmeckt.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11.01.2020)

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