Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

Besserwisser-Artikel

für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Zucker als Energielieferant

Wenn du zu viel Zucker isst, dann kann das schädlich für deine Zähne und deine Gesundheit sein. Dein Körper benötigt aber auch Zucker als chemische Energie, damit er funktioniert und dein Gehirn arbeiten kann. Am bekanntesten ist die Glucose, welche umgangssprachlich auch Traubenzucker genannt wird.

Doch was ist so besonders an Glucose? „Glucose ist ein Einfach-Zucker, ein sogenanntes Monosaccharid. Er gelangt sehr schnell ins Blut, da er schon ‚frei und unverpackt‘ für den aktiven Transport dorthin vorliegt. Das bedeutet, dass unser Körper den Zucker direkt verarbeiten kann“, erklärt Prof. Dr. Petra Mischnick vom Institut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig. „Nehmen wir aber andere Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Kartoffeln oder Vollkornbrot zu uns, dauert es länger. Hier ist der Zucker in der enthaltenen Stärke verpackt, und diese muss erst gespalten werden.“ Das übernehmen Enzyme im Körper.

Danach gelangt der Zucker in die Blutbahn und von dort aus zu den Organen und unserem Gehirn. Wenn der Körper gerade keinen Traubenzucker braucht, wird er in der Leber und den Muskeln als Glykogen gespeichert und kann bei Bedarf abgerufen werden.

Seinen Namen hat der Traubenzucker übrigens tatsächlich von der Traube. Im 18. Jahrhundert gelang es, diesen süßen Stoff aus getrockneten Trauben zu gewinnen, und so benannte man ihn danach.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23.05.2020)

Rückschau

Warum glitzert Staub so schön?

16.05.2020

Wenn man Staub wischt und gerade denkt: Jetzt ist alles sauber, dann passiert es: Sonnenlicht fällt in das Zimmer und der Staub glitzert in der Luft, als hätte man niemals geputzt. Ärgere dich nicht, du kriegst den Raum niemals absolut staubfrei! Also mach lieber einmal dieses Experiment mit „Glitzerstaub“.

Nimm etwas Tafelkreide und stäube diese durch Reiben auf einen Lappen. Nimm dann vorsichtig diesen Lappen und eine Taschenlampe. Damit gehst du anschließend in ein dunkles Zimmer. Frage aber vorher deine Eltern, ob du Staub aufwirbeln darfst. Schalte die Taschenlampe an und schüttle den Staub vor deiner eingeschalteten Taschenlampe aus. Siehst du jetzt ein schönes Glitzern?

Warum ist das so? Der Staub streut das Licht der Taschenlampe. Das heißt, es wird in viele Richtungen reflektiert. Wenn diese Lichtstrahlen wieder in dein Auge treffen, wird der Staub für dich glitzernd sichtbar.

Ähnlich kannst du auch den Mond am Himmel leuchten sehen. Auch dieser leuchtet ja nicht selbst, sondern wird von der Sonne angeleuchtet. Der Mond reflektiert das Licht ebenfalls. Und wenn ein Teil von diesem Licht wieder in dein Auge fällt, dann siehst du ihn leuchten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16.05.2020)

Wenn der Muskel schmerzt

09.05.2020

Wenn wir anfangen Sport zu treiben oder nach einer längeren Sportpause wieder damit loslegen, wachen wir am nächsten Morgen auf und können einen Schmerz in unseren Muskeln fühlen. Das ist der sogenannte Muskelkater. Der Name leitet sich von dem medizinischen Fachbegriff „Katarrh“ ab und bedeutet Entzündung. Wir haben also eine leichte Entzündung in unserem Muskel.

Klaus Wichmann ist Lehrbeauftragter am Institut für Sportwissenschaft und Bewegungspädagogik an der TU Braunschweig und erklärt: „Ein Muskelkater ist eine leichte Muskelverletzung, die nach einer Überbelastung oder ungewohnten Bewegung des Muskels auftreten kann. Muskeln bestehen aus Muskelfasern und in ihnen befinden sich kleinere Einheiten, die sogenannten Muskelfibrillen.

Diese Muskelfibrillen bestehen wiederum aus kleinsten Bausteinen, die Sarkomere, welche dafür sorgen, dass wir den Muskel bewegen können. Bei einer Überbelastung oder neuen Bewegung der Muskelfasern können in den Sarkomeren kleine Risse entstehen.“ Mit den Rissen sammelt sich ebenfalls Wasser in den Fasern an und so baut sich nach und nach ein Druck innerhalb des Muskels auf. Deshalb spürst du die Schmerzen der Entzündung auch erst nach ein paar Stunden.

Du kannst einem Muskelkater vorbeugen, wenn du dein Training langsam steigerst und sich der Muskel an die neuen Bewegungen gewöhnen kann. Diese Entzündung dauert aber nicht lang und nach maximal einer Woche bist du wieder fit.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09.05.2020)

Wie entsteht ein Korken?

02.05.2020

Flaschen haben verschiedenste Verschlüsse. Manche sind aus Metall, andere aus Plastik, und wenige von ihnen haben Korken als Verschluss. Das sind meist Wein- oder Sektflaschen. Allerdings handelt sich es dabei meist um Presskorken. Noch weniger Flaschen sind mit echten Naturkorken verschlossen: Diese werden direkt aus der Rinde der Korkeiche gewonnen.

Diese Bäume wachsen z. B. in Portugal und Spanien. Eine Korkeiche ist ungefähr 25 Jahre alt, bis sie das erste Mal abgerindet werden kann. Erst nach ca. 10 Jahren ist eine erneute Ernte möglich. Die abgeschälte Rinde muss dann ein halbes Jahr „durchgelüftet“ werden. Danach wird sie weiterverarbeitet und von Hand sortiert.

Nur aus den besten Rindenstücken werden dann die sogenannten Naturkorken ausgestanzt. Diese Naturkorken haben ganz besondere Eigenschaften. Sie fühlen sich warm an, sind sehr biegsam und schlecht brennbar. Da Korken so aufwendig hergestellt werden, nimmt jedoch die Verwendung von Korken als Flaschenverschluss ab.

Die Kulturlandschaft, in denen traditionell Korkeichen angepflanzt und entrindet werden, sind wegen der Abnahme des Korkbedarfs, aber auch wegen des Klimawandels stark gefährdet. Deswegen versucht man in Spanien und Portugal diese Landschaft mit Tier- und Pflanzenarten wieder zunehmend zu schützen und traditionell zu bewirtschaften.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02.05.2020)

Das Geheimnis der Sterne und Sternbilder

25.04.2020

Wenn du nachts in den Himmel schaust, kannst du ganz viele Sterne erkennen. Einige stehen dicht beieinander, sodass sie mit gedachten Verbindungslinien eine Form ergeben. Bestimmt kennst du das Sternbild „Großer Wagen“. Doch eigentlich ist es gar kein Sternbild, sondern eine Sternkonstellation.

„Viele kennen den Unterschied zwischen einem ‚Sternbild‘ und einer ‚Sternkonstellation‘, dem sogenannten Asterismus, nicht. Im 20. Jahrhundert wurde der Sternenhimmel international in 88 Bereiche eingeteilt, um die Sterne und die Himmelsobjekte besser zuordnen zu können. Das sind die Sternbilder.“, erklärt Bernd Hartwig von der Sternwarte Braunschweig.

Die Namen der Sternbilder stammen vor aus alten griechischen Sagen. Die Menschen nutzten die Sterne damals zur Orientierung und dachten sich Geschichten und Figuren zu deren Form aus. So liegt zum Beispiel die Sternkonstellation „Großer Wagen“ in dem Sternbild „Großer Bär“. Wenn du dir eine Sternenkarte anschaust, auf der die Sternbilder ausgefüllt dargestellt sind, erkennst du, dass die Sternkonstellation „Großer Wagen“ den Schwanz des Bären darstellt.

Und wusstest du, dass die Sterne in Wirklichkeit ganz weit auseinander stehen? Das liegt an der Perspektive. Stell dir vor, du bist ein Lichtpunkt in der Mitte eines Raums. Um dich herum sind weitere Lichtpunkte. Je nachdem von wo aus man dich betrachtet, entstehen unterschiedliche Konstellationen der Lichter.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25.04.2020)

Ist das Schnabeltier giftig?

18.04.2020

Das Schnabeltier ist etwas ganz Besonderes. Das eigentümliche Säugetier lebt im östlichen Australien und Tasmanien. Durch seinen Schnabel sieht es etwas aus wie eine Ente, die jedoch stark behaart ist, und durch die Schwimmfüße und seinen Schwanz erinnert es an einen Biber. Die Schnabeltiere suchen Nahrung unter Wasser. Würmer, Krabben und Insektenlarven finden sie sogar im Schlamm mithilfe ihres Schnabels. Dieser hat äußerst empfindliche Sensoren, die schwache Wellen- und Muskelbewegungen der Beute wahrnehmen können.

Die männlichen Schnabeltiere haben Giftsporne an den Hinterbeinen. Dass Schnabeltiere somit giftig sind, ist für Säugetiere sehr ungewöhnlich. Nur während der Paarungszeit wird das Gift in Drüsen produziert. Wozu genau ist noch nicht geklärt. Forscher vermuten, dass es die Männchen bei Kämpfen um ein Weibchen einsetzen. Weibliche Schnabeltiere sind jedoch nicht giftig. Das Gift ist für den Menschen nicht tödlich, verursacht aber sehr starke Schmerzen.

Das weibliche Schnabeltier legt große weiche Eier in einen Bau und bebrütet diese. Ernährt werden die Jungtiere durch Milch, die sie vom Fell der Mutter ablecken.

Das Schnabeltier ist noch recht häufig in Australien. Forscher befürchten aber, dass es durch Umweltverschmutzung und die Klimaerwärmung gefährdet werden könnte. Es verträgt keine Dürre und lebt nur in sauberen Gewässern.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18.04.2020)

weitere im KinderWissen-Archiv

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forscherinnen und Forscher erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.