Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Wer kennt nicht nur die, sondern auch den Kiwi?

Heißt es eigentlich der Kiwi oder die Kiwi? Beides gibt es. Der Kiwi ist ein Laufvogel, der in Neuseeland lebt. Er kann nicht fliegen, dafür aber sehr gut laufen. Seine Federn sehen fast wie Haare aus.

Er ist nachtaktiv, so dass die meisten Menschen ihn wohl nur durch seine lauten Pfiffe kennen. Sein gebogener Schnabel, auf den er sich auch gerne mal abstützt, ist sehr groß. Der Kiwi ist fast blind, kann aber sehr gut hören und riechen. Vögel können meist nicht gut riechen. Wie es eher bei Säugetieren vorkommt, markiert der Kiwi sein Revier mit Kot.

Es gibt verschiedene Arten Kiwis in Neuseeland. Alle Kiwis sind bedroht, da sie von Hunden und Katzen sehr stark gejagt werden. Diese Tiere wurden erst von den Europäern nach Neuseeland gebracht. Man hat die Kiwis deswegen zu ihrem Schutz auch auf kleineren Inseln Neuseelands eingeführt, auf denen es keine Katzen und Hunde gibt.

Kiwis leben ein Leben lang zusammen. Das Weibchen legt nur ein bis zwei große Eier im Jahr, die das Männchen oder beide Elternteile zusammen ausbrüten.

Die Kiwi hast du sicher schon öfter gesehen. Sie ist eine pelzige Frucht, die innen grünlich bis gelblich ist. Hast du sie schon einmal gegessen? Viele essen sie gerne im Obstsalat. Die Frucht erhielt den Namen Kiwi, damit man sie besser verkaufen kann. Sie bekam also ihren Namen erst nach dem Vogel.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04.04.2020)

Rückschau

Warum schnarchen manche Menschen?

28.03.2020

Es klingt ein bisschen komisch, kann sehr laut werden und andere um den Schlaf bringen: das Schnarchen. Aber wieso schnarchen manche eigentlich und wie entsteht das Geräusch?

Professor Andreas Gerstner ist Chefarzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Städtischen Klinikum Braunschweig. Er erklärt: „Es gibt verschiedene Ursachen fürs Schnarchen. Viele schnarchen, wenn sich im Schlaf die Hals- und Rachenmuskulatur entspannt. Das Geräusch entsteht für gewöhnlich im Nasenrachen oder weiter unten im Schlund. Der weiche Teil des Gaumens und das Gaumenzäpfchen beginnen bei jedem Atemzug zu flattern. Weiter unten manchmal auch der Zungengrund oder die Seitenwände des Schlundes. Sie erzeugen so ein knatterndes Geräusch.“

Ein anderer Grund fürs Schnarchen ist eine Erkältung, denn dann bekommt man meistens nicht genug Luft durch die Nase. Manche Kinder schnarchen, weil ihre Mandeln zu groß sind. Auch Übergewicht kann ein Grund fürs Schnarchen sein, weil dann mehr Gewicht auf die Atemwege drückt.

An sich ist Schnarchen aber keine Krankheit. Solange man genug Luft bekommt, ist alles in Ordnung. Zum Arzt gehen sollte man jedoch, wenn man dauerhaft zu wenig Luft durch die Nase bekommt, oder wenn zwischendurch die Atmung aussetzt. Dann spricht man von „Schlafapnoe“. Gegen das unschädliche Schnarchen hilft, leicht erhöht zu liegen und auf der Seite zu schlafen.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28.03.2020)

Alleinerziehende Väter im Tierreich

21.03.2020

Wenn man sich im Tierreich so umschaut, sorgen vor allem die Weibchen am meisten für den Nachwuchs. Doch es gibt auch Väter, die sich zeitweise oder ganz allein für den Nachwuchs einsetzen. Ein Beispiel ist der Nandu – ein in Südamerika heimischer Laufvogel, der äußerlich dem Vogel Strauß ähnelt. Zuerst versucht das Nandu-Männchen sich ein Revier zu sichern und mehrere Weibchen um sich zu scharen. Diese legen alle die Eier in einer Nestmulde ab. Und dann ziehen sie einfach weiter! Das Nandu-Männchen brütet die Eier aus und zieht danach die Jungen auf.

Ein weiterer sehr heroischer Vogelvater ist der Kaiserpinguin. Das Männchen übernimmt das Ei vom Weibchen und trotzt den eisigen Temperaturen in der Antarktis, bis das Weibchen zurückkehrt.

Sobald das Weibchen des dreistachligen Stichlings die Eier im Nest abgelegt hat, übernimmt sofort das Männchen: Wache halten, für Frischwasser sorgen – alles seine Aufgabe. Der Stichling, ein Fisch der in Gewässern in ganz Europa vorkommt, transportiert die Jungtiere in seinem Maul zurück ins Nest.

Das Seepferdchen-Männchen lässt sich sogar auf eine Art Schwangerschaft ein. Der Nachwuchs wird in einer Bauchtasche mit Nährstoffen versorgt. Du siehst also: Brüten, Junge aufziehen, ja sogar eine Art Schwangerschaft: Alles ist auch bei Männchen möglich, nur viel seltener!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21.03.2020)

Kleber - hilfreich und vielseitig

14.03.2020

Sekundenkleber ist super. In nur wenigen Sekunden kann man alles Mögliche zusammenkleben. Leider kleben auch die Finger besonders gut zusammen. Sekundenkleber heißt so, weil er sehr schnell klebt. „Sein Grundbaustein ist Cyanacrylat“, erklärt Cornelia Borchert von der Chemiedidaktik der TU Braunschweig. „Seine Klebewirkung entfaltet er erst in Verbindung mit Wasser, beispielsweise aus der Luftfeuchtigkeit. Die Kleberbausteine reagieren mit Wassermolekülen und bilden Ketten, die die Klebeflächen zusammenhalten. Insgesamt dauert es etwa 30-40 Sekunden, bis man eine Klebewirkung wahrnimmt.“ Je dünner die Schicht, desto besser klebt’s. Das liegt daran, dass der Kleber so schneller die erforderlichen Ketten bilden kann.

Weil Sekundenkleber so prima klebt, ist es auch ungünstig, ihn auf die Haut zu bekommen. Denn unsere Haut ist feucht, etwa vom Schweiß. „Damit reagiert der Kleber auch gut und bleibt darum haften. Deshalb muss man ihn auch unbedingt von den Augen fernhalten, denn die beinhalten noch mehr Feuchtigkeit!“, so Borchert.

Sobald eine Tube Kleber geöffnet wurde, sollte sie rasch verbraucht werden, denn der Kleber reagiert auch in der Tube mit der eintretenden Luftfeuchtigkeit und trocknet so aus. Sekundenkleber ist übrigens nicht für alles geeignet. Gut kleben kann man glatte Flächen. Textilien oder Schuhe hingegen hält er nicht so gut zusammen, weil er wärmeempfindlich ist und die Klebeschicht bei mechanischen Einwirkungen, wie dem Abrollen der Schuhsohle, brechen kann.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.03.2020)

Wie zählt man Pinguine?

07.03.2020

Den Kaiserpinguinbestand zu zählen, ist in der Antarktis schwierig. Wenige Kolonien können direkt von Menschen aufgesucht werden. Ein paar Kameras gewähren einen ständigen Einblick. Außerdem ist das Überfliegen mit Flugzeugen und Drohnen möglich. Dies ist aber sehr teuer. Eine weitere Möglichkeit ist es, Satellitenbilder auszuwerten. Dabei kann man auf den Fotos aufgrund der Auflösung nicht jeden Pinguin erkennen. Die Forscher behelfen sich daher mit einem Trick. Die Pinguine hinterlassen an ihren Kolonien sehr viel Kot. Diesen kann man auf den Bildern sehen. Aufgrund der Ausdehnung dieser Kotflächen schätzt man die Größe der Kolonien und die Zahl der Tiere ab. Berücksichtigt werden nur die Brutvögel mit ihren Jungen. Pinguine, die nicht brüten, werden nicht gezählt. Den Bestand schätzt man derzeit auf 600.000 Tiere.

Das Weibchen legt im Mai ein Ei, das sich das Männchen auf die Füße legt und mit der Bauchfalte bedeckt. Nach über 2 Monaten schlüpft das Küken. Zuerst wird es mit einer Art Milch vom Männchen gefüttert. Wenn die Weibchen zurückkehren, füttern die Alttiere die Jungen abwechselnd. Erwachsene Kaiserpinguine müssen sich vor Orcas und Seeleoparden in Acht nehmen. Raubmöwen und Riesensturmvögel sind für die Küken gefährlich. Der größte Feind wird aber für die Kaiserpinguine der Klimawandel sein.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07.03.2020)

Wenn Rot und Grün zu Grau werden

29.02.2020

 Rote Erdbeeren, blaue Heidelbeeren und grünes Gras. Sicher kannst du vielem in deiner Umgebung eine Farbe zuordnen. Aber hast du dir schon einmal vorgestellt, wie es wäre, wenn du einige Farben nicht erkennen könntest oder alles um dich herum nur grau wäre?
„Eine sogenannte absolute Farbenblindheit ist sehr selten. In ganz Braunschweig mit seinen 250.000 Einwohnern sind nur schätzungsweise 10 Personen davon betroffen“, erklärt Oberarzt Dimitrios Zormpas vom Städtischen Klinikum. Häufiger kommt eine Rot-Grün-Schwäche oder -Blindheit vor. Dabei sehen die Betroffenen Rot und Grün vermutlich als Mischung mit anderen Farben oder als Grau.
Aber wie kommt es dazu? „Es handelt sich hierbei um eine genetische Mutation der Photorezeptoren, der sogenannten Zapfen, auf unserer Netzhaut. Während gesunde Augen Farben erkennen und die Informationen an das Gehirn weiterleiten können, sind die Photorezeptoren bei einem Patienten mit einer Rot-Grün-Schwäche defekt.“
Diese Krankheit führt vor allem im Straßenverkehr zu Einschränkungen. Mit dem Ishihara-Test kann eine solche Schwäche festgestellt werden. Das sind Tafeln mit unterschiedlichen roten und grünen Punkten. Wenn du keine Rot-Grün-Schwäche hast, kannst du darauf deutlich eine Zahl erkennen. Wenn du die Zahlen nicht deutlich erkennst, ist es möglich, dass du eine Rot-Grün-Schwäche hast.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29.02.2020)

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