Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Wie gehen fleischfressende Pflanzen vor?

Wenn man Insekten zum Fressen gern hat wie der Sonnentau und sie in ausreichenden Mengen verzehrt, hat man ein Problem gelöst: Man hat genug wichtigen Stickstoff gefuttert, was gerade auf nährstoffarmen Böden von Vorteil ist.

Der Sonnentau gehört zu den fleischfressenden Pflanzen. Er fängt mit seinen klebrigen Blättern kleine Insekten ein und verdaut diese. Es gibt zahlreiche andere fleischfressende Pflanzen. Sie sind wunderschön und alle ein bisschen gruselig. Deswegen kommen sie als Riesenexemplare in Fantasiegeschichten und Filmen vor.

Nachdem also der Sonnentau das Problem des Stickstoffmangels auf nährstoffarmen Böden elegant gelöst hat, gibt es nun ein neues Problem: Wie kann ich einerseits Insekten gerne vertilgen und andererseits diese als Bestäuber anlocken?

Der Sonnentau hat auch dafür eine Lösung gefunden. Mit seinen Blättern, die mit klebrigen Tentakeln ausgestattet sind, lockt er vor allem ganz kleine Insekten an, die er dann gerne verspeist. Größere Beute fängt er mit mehreren Blättern gleichzeitig.

Seine Blüten sind relativ hoch gestielt. Sie locken gezielt andere Insekten als Bestäuber an, die sich gar nicht in den gefährlichen Blättern verfangen. Andere fleischfressende Pflanzen kamen auf eine andere Idee: Und zwar werden bei manchen Pflanzen die Jagd und das Anlocken zum Bestäuben zeitlich voneinander getrennt. Ganz schön schlau, oder?

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27.06.2020)

Rückschau

Der längste Tag des Jahres

20.06.2020

Heute findet überall auf der Nordhalbkugel die „Sommersonnenwende“ statt. Das bedeutet, dass die Sonne heute – im Vergleich zum Rest des Jahres – am frühesten auf- und am spätesten untergeht, nämlich erst um 21.43 Uhr.

Bestimmt hast du schon einmal davon gehört, dass ab jetzt die Tage wieder kürzer werden. Aber was genau ist die Sommersonnenwende denn eigentlich?

Bernd Hartwig von der Hans-Zimmermann-Sternwarte Braunschweig erklärt: „Die Erde wird mithilfe einer gedachten Linie, die einmal um die Erde herumreicht, in die Nord- und Südhälfte geteilt. Das ist der Äquator. Oberhalb des Äquators verläuft der nördliche Wendekreis. Am Tag der Sommersonnenwende steht die Sonne mittags genau senkrecht über diesem Wendekreis. Sie erreicht damit ihren höchsten Stand. Im Winter ist es dagegen genau andersherum und die Sonne steht mittags senkrecht über dem südlichen Wendekreis. Wenn jedoch der Frühling oder Herbst beginnt, steht sie genau über dem Äquator.“

In der Astronomie wird mit der Sommersonnenwende auch der Sommerbeginn gekennzeichnet. Sie kann auf den 19., 20., oder 21. Juni fallen.

Wusstest du, dass „Mittsommer“ besonders in den skandinavischen Ländern gefeiert wird? Im Winter sind die Nächte dort sehr lang und sehr dunkel, dafür geht die Sonne im Hochsommer in den nördlichsten Gegenden nicht vollständig unter und es bleibt auch in der Nacht hell.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20.06.2020)

Wie lebt eigentlich ein Maulwurf?

13.06.2020

Der Maulwurf gräbt Hügel mit dem Maul und wirft die Erde nach oben. Trotz seines Namens stimmt das nicht. Denn „Maul“ stammt von einem alten Wort für Erde. Mit dem Namen ist also Erdwerfer gemeint. Maulwürfe haben sich hervorragend an das Leben unter der Erde angepasst. Der Körper ist so geformt, dass der kleine, lange Kerl gut durch die Gänge passt. Die Vordergliedmaßen sind zu Grabwerkzeugen umgebildet. Mit seinen Augen kann er vermutlich nur hell und dunkel unterscheiden.

Orientieren kann er sich durch reichlich vorhandene Tasthaare und Tastsinnenzellen. Mit diesen ertastet er nicht nur Beute und Gänge, sondern er kann damit auch elektrische Reize wahrnehmen, die bei der Bewegung der Beute entstehen. Auch dank seines guten Gehörs und Geruchssinns ist er somit bestens ausgestattet, um reichlich Regenwürmer und Insekten zu verspeisen. Der Fleischfresser meidet Grünzeug.

Gerne gräbt er sich ein großes System an Gängen. Den Erfolg seiner Arbeit kannst du an den Maulwurfshügeln erkennen. Obwohl die Gänge eng sind und der Maulwurf durch seine Verdauung auch jede Menge „Abgase“ produziert, erstickt er nicht. Sein Blut kann nämlich äußerst gut Sauerstoff aufnehmen.

Durch Comics, Bücher und Fernsehsendungen steigt seine Beliebtheit. Und „Maulwurfshügelfeinde“ aufgepasst: Auch die Wühlmaus hinterlässt ähnliche Hügel.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13.06.2020)

Bewegte Kontinente

06.06.2020

In manchen Teilen der Erde kommt es vermehrt zu Erdbeben. Dadurch können auch große Zerstörungen angerichtet werden. Besonders häufig kommen Erdbeben in Küstenregionen und auf Inseln vor. Aber wie entsteht überhaupt ein Erdbeben?

Professorin Dr. Antje Schwalb, Leiterin des Instituts für Geosysteme und Bioindikatoren an der TU Braunschweig erklärt: „Die Kontinente unserer Erde bestehen aus großen Stücken fester Erdkruste. Man unterscheidet zwischen ozeanischer und kontinentaler Kruste. Die ozeanische Kruste liegt am Meeresgrund, und die kontinentale Kruste kennzeichnet die Kontinente. Diese Krusten sind außerdem in tektonische Platten unterteilt.

Das Erdinnere enthält geschmolzenes Gestein, das Magma. Da es sehr heiß ist, steigt es nach oben und tritt zum Beispiel am Meeresboden aus. Dort kühlt es ab, bildet neuen Meeresboden und sorgt dafür, dass sich die Platten auseinanderbewegen. Wenn zwei Platten aufeinandertreffen, versuchen sie sich aneinander vorbeizuschieben, und so baut sich eine Spannung auf. Wenn sich diese entlädt, kann ein Erdbeben entstehen.“

Darüber hinaus können aber auch andere Phänomene, wie Tsunamis oder Vulkanausbrüche, durch Erdbeben ausgelöst werden. Manchmal kann man ein Erdbeben, ein paar Minuten bevor es passiert, aufnehmen. Dafür benutzt man ein bestimmtes Gerät, einen Seismographen, welcher Bodenerschütterungen aufzeichnet. Bereits ein paar Sekunden können ausreichen, um sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06.06.2020)

Wie entsteht dieses Bild?

30.05.2020

Wunderschön! Doch warum kannst du diese Lichtstreifen sehen? Was Licht ganz genau ist, daran haben sich schon viele Wissenschaftler die Zähne ausgebissen. Zum Glück gibt es vereinfachte Vorstellungen mit denen man vieles – aber nicht alles – was man beobachten kann, erklären kann.

Die Sonne ist, wie zum Beispiel eine Taschenlampe auch, eine Lichtquelle. Du kannst dir vorstellen, dass von ihr Lichtbündel ausgehen, die sich geradlinig in alle Richtungen ausbreiten. Dies können sie ziemlich ungehindert tun, da zwischen der Sonne und der Erde nicht viel ist.

Treffen diese Lichtbündel aber auf die Luftschichten um die Erde auf, dann sind da plötzlich viele kleine Teilchen. Gerade bei Wolken gibt es zum Beispiel sehr viele Wassertröpfchen. Die Lichtbündel der Sonne werden an diesen Wassertröpfchen gestreut. Treffen diese dann wieder in dein Auge, dann kannst du diese Lichtstreifen sehen. Das funktioniert jedoch nur, wenn eine Wolke deine Sicht auf die Sonne verdeckt und du selbst im Schatten dieser Wolke stehst.

Dass die Lichtstreifen dann noch auseinanderlaufen, ist eine optische Täuschung. Diese kannst du auch bei Bahngleisen (vom Bahnsteig aus!) beobachten. In weiter Entfernung laufen diese zusammen, wie unsere Lichtstreifen scheinbar in die Sonne laufen oder von ihr ausgehen. In Wirklichkeit sind beide parallel.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30.05.2020)

Zucker als Energielieferant

23.05.2020

Wenn du zu viel Zucker isst, dann kann das schädlich für deine Zähne und deine Gesundheit sein. Dein Körper benötigt aber auch Zucker als chemische Energie, damit er funktioniert und dein Gehirn arbeiten kann. Am bekanntesten ist die Glucose, welche umgangssprachlich auch Traubenzucker genannt wird.

Doch was ist so besonders an Glucose? „Glucose ist ein Einfach-Zucker, ein sogenanntes Monosaccharid. Er gelangt sehr schnell ins Blut, da er schon ‚frei und unverpackt‘ für den aktiven Transport dorthin vorliegt. Das bedeutet, dass unser Körper den Zucker direkt verarbeiten kann“, erklärt Prof. Dr. Petra Mischnick vom Institut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig. „Nehmen wir aber andere Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Kartoffeln oder Vollkornbrot zu uns, dauert es länger. Hier ist der Zucker in der enthaltenen Stärke verpackt, und diese muss erst gespalten werden.“ Das übernehmen Enzyme im Körper.

Danach gelangt der Zucker in die Blutbahn und von dort aus zu den Organen und unserem Gehirn. Wenn der Körper gerade keinen Traubenzucker braucht, wird er in der Leber und den Muskeln als Glykogen gespeichert und kann bei Bedarf abgerufen werden.

Seinen Namen hat der Traubenzucker übrigens tatsächlich von der Traube. Im 18. Jahrhundert gelang es, diesen süßen Stoff aus getrockneten Trauben zu gewinnen, und so benannte man ihn danach.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23.05.2020)

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Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forscherinnen und Forscher erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.