Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

Besserwisser-Artikel

für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forscherinnen und Forscher erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Was ist das Besondere am Weihnachtsstern

Der Weihnachtsstern ist zurzeit in jedem Blumenladen zu finden und bereichert so manche Dekoration in der Adventszeit. Seine roten blütenähnlichen Blätter passen bestens zu der Weihnachtszeit. Es gibt ihn auch in Weiß, vielen Rosatönen und sogar gefleckt. Aber was leuchtet da so rot bei den meisten Weihnachtssternen?

Die roten Blätter sind Hochblätter. Wenn du genauer hinschaust, siehst du, dass die eigentlichen Blüten winzig klein sind. Es gibt lippenförmige Nektarien, männliche Blüten mit einem Staubblatt und weibliche Blüten mit einem Fruchtknoten. Die Einzelblüten sind in Blütenständen angeordnet. Die Pflanze kommt ursprünglich aus Mexiko und war schon bei den Azteken beliebt. In der Heimat kann sie bis zu vier Meter groß werden.

Der Sage nach sind die roten Blätter aus den Blutstropfen einer verliebten aztekischen Göttin entstanden. Die Liebe scheint nicht glücklich gewesen zu sein. Die berühmte Pflanze hat noch eine Besonderheit: Sie kann nur blühen, wenn sie 6 bis 8 Wochen jeden Tag über 12 Stunden im Dunkeln ohne den geringsten Lichteinfall verbracht hat. Kurztagsblüher nennt man solche Pflanzen.

In der Natur werden die Weihnachtssterne von Insekten und Kolibris bestäubt. Der Weihnachtsstern enthält außerdem den für die Wolfsmilchgewächse typischen weißen Milchsaft, der leicht giftig ist.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.12.2020)

Rückschau

Wie entstehen Planeten?

05.12.2020

In unserem Sonnensystem gibt es acht Planeten, einer davon ist unsere Erde. Planeten sind kugelförmige Himmelskörper. Aber wie entstehen sie eigentlich?

Dr. Bastian Gundlach vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik an der TU Braunschweig erklärt: „Im Weltraum gibt es kalte Molekülwolken, das sind Wolken aus Gas und Staub. Wenn eine dieser Wolken kollabiert, also in sich zusammenfällt, entsteht aus 99 Prozent der Wolke ein Stern. Um diesen herum kreist der Rest der Wolke, die sogenannte protoplanetare Scheibe.

Die Staubteilchen in ihr sind ca. einen Mikrometer groß, das heißt, sie sind viel kleiner als ein menschliches Haar. Die Staubteilchen können sich durch Zufall berühren und bleiben aneinander haften. Dies passiert immer wieder, bis sich Staubklumpen mit ca. einem Millimeter Größe gebildet haben. Diese Staubklumpen können wiederum aufeinandertreffen, aber nicht weiter durch direkte Stöße wachsen, da sie zu schnell zusammenstoßen.

Sammeln sich aber genug Staubklumpen an einer Stelle, kollabieren sie auch, und es bilden sich einen bis zehn Kilometer große Körper. Diese nennt man Planetesimale. Treffen sich Planetesimale oder größere Körper, kollidieren sie mit sehr großen Geschwindigkeiten. Dabei entstehen dann Planeten.“

Damit ein Körper im Weltraum als Planet bezeichnet wird, muss er seine Bahn „bereinigt“ haben. Das bedeutet, dass es keine anderen Staubklumpen, Planetesimale etc. mehr in seiner Umlaufbahn gibt. Ein Planet wächst dementsprechend auch nicht mehr.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05.12.2020)

Was ist das größte Raubtier Deutschlands?

28.11.2020

Ist es der Braunbär, der Eisbär, das Wildschwein?

Nun, der Braunbär ist in freier Wildbahn ausgestorben. Der Eisbär kommt nicht in Deutschland vor, und das Wildschwein ist zwar recht groß, aber kein Raubtier. Also müssen wir weitersuchen und vielleicht auch mal an im und am Wasser lebende Tiere denken.

Da kommt das gesuchte Raubtier ins Spiel: Es ist die Kegelrobbe. Ein mächtiges Tier, das elegant durchs Wasser gleitet. Männliche Tiere bringen 300 Kilogramm auf die Waage und werden 2,5 Meter groß!

Interessant ist, wie das Tier mit Kälte und Wärme zurechtkommt. Vor der Kälte ist es durch seine Fettschicht geschützt. Aber das bringt den Neugeborenen leider nichts. Denn eine dicke Fettschicht muss man sich erstmal anfressen. Da das nicht so schnell geht, müssen die Kleinen an Land bleiben, bis sie fett genug sind. Bis dahin schützt ein weißes Fellkleid vor extremer Kälte. Mit diesem können sie jedoch nicht schwimmen.

Der Robbe kann es auch zu warm werden. Durch Wärmebildaufnahmen konnten Wissenschaftler beweisen, dass die Kegelrobbe sich durch das eigene Blut kühlen kann. Blut wird in Regionen über der Fettschicht gepumpt, und so wird viel Wärme nach außen abgegeben.

Noch eine Sache kann die Robbe besonders gut: tauchen. Die Tiere können die Herzfrequenz absenken und bewegen sich dann möglichst wenig, um lange tauchen zu können.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28.11.2020)

Was alles im Computer steckt

21.11.2020

Computer begegnen uns im Alltag immer wieder. Sicher kennst du die klassischen Computer, die auf dem Schreibtisch stehen, oder du nutzt einen Laptop oder ein Smartphone. Aber auch in Kühlschränken, Autos oder Kaffeemaschinen sind Computer verbaut.

„Damit Computer funktionieren, braucht es zum einen die Software. Diese kann man weder sehen noch anfassen, denn dazu zählen zum Beispiel verschiedene Programme oder das Betriebssystem. Zum anderen wird Hardware benötigt. Das sind materielle Teile, aus denen der Computer besteht. Am wichtigsten ist die CPU, also die Central Processing Unit, auf Deutsch ‚Zentralprozessor‘. Hier wird alles berechnet und gesteuert. Auch nicht fehlen darf das Mainboard, auf Deutsch ‚Hauptplatine‘, denn darauf werden alle anderen Bauteile festgesteckt – es ist also quasi eine Steckplatine“, erklärt Dr. Lukas Linsbauer vom Institut für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik an der TU Braunschweig.

Jeder Computer braucht außerdem einen Speicher, die Festplatte, auf der die Software und andere Daten gespeichert werden. Und für den Strom ist das Netzteil zuständig. Des Weiteren gibt es die Grafikkarte mit der GPU, was für Graphics Processing Unit steht. Diese berechnet die Bilder und Grafiken, die auf dem Bildschirm angezeigt werden.

Einen Computer kann man sich auch selbst zusammenbauen. Dafür benötigt man die erforderlichen Bauteile, ein passendes Gehäuse, und natürlich muss man darauf achten, dass alle Komponenten zusammenpassen.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21.11.2020)

Was macht der Marienkäfer im Winter?

14.11.2020

Im Winter haben viele Tiere ein Problem: Kälte und Nahrungsmangel machen ihnen zu schaffen. Eichhörnchen legen daher Vorräte an, und Igel verziehen sich in Winterquartiere. Die meisten Zugvögel sind längst in den warmen Süden geflogen.

Nicht nur Vögel und Säugetiere bereiten sich auf den Winter vor, sondern auch Insekten treffen Vorkehrungen. Besonders auffällig verhielten sich in den letzten Wochen die Marienkäfer. Plötzlich tauchten sie zum Teil massenweise an Mauern und an Fenstern auf. Die Glückskäfer waren auf der Suche nach einem Winterquartier.

Der Marienkäfer überwintert gerne in Mauerspalten oder Laubhaufen. Leider landet er dabei auch in Wohnungen. Das ist aber keine gute Idee, da er dort nichts zu fressen findet. Nur an kühlen Orten kann er in die Winterstarre verfallen und Energie sparen.

Neben dem Siebenpunkt sind bei dieser Suche auch immer mehr asiatische Marienkäfer dabei. Diese wurden als Schädlingsbekämpfer in Gewächshäusern eingeführt und verbreiten sich rasch.

Insekten haben verschiedene Strategien entwickelt, um zu überwintern. Einige machen es wie der Marienkäfer und überdauern als erwachsenes Tier, andere überstehen als Raupe, Puppe oder Ei die harten Zeiten.

Der Marienkäfer kann sogar ein Frostschutzmittel herstellen, damit er während der Winterstarre nicht zum Eiswürfel wird und stirbt.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.11.2020)

Bekommen Enten kalte Füße?

07.11.2020

Wenn es draußen kälter wird, ziehen wir uns gefütterte Schuhe an, um keine kalten Füße zu bekommen. Diese Möglichkeit haben Enten nicht. Trotzdem kann man beobachten, wie sie im kalten Wasser schwimmen und über den zugefrorenen See laufen. Bekommen sie keine kalten Füße?

Die Antwort gibt uns Sabine Sambou vom Regionalen Umweltbildungszentrum Dowesee: „Enten haben tatsächlich sehr kalte Füße, aber das ist ganz normal. Denn sie haben ein ganz spezielles Blutgefäßsystem, welches auch Wundernetz genannt wird. Die Arterien und Venen liegen dicht nebeneinander und sind miteinander verflochten. Das warme Blut vom Herzen wird von den Arterien zu den Beinen transportiert und das kalte Blut aus den Füßen kommt mit den Venen zurück zum Herzen. Dabei findet ein Temperaturausgleich statt. Mit einem sogenannten Gegenstromprinzip kühlt das kalte Blut das warme Blut ab und umgekehrt.“

Deshalb haben die Füße von Enten nur etwa eine Temperatur von 1°C. Die Körpertemperatur beim Herzen liegt hingegen bei ca. 40 °C, also etwas wärmer als bei uns Menschen. Durch die kalten Füße verliert die Ente weniger Wärme und spart Energie. Außerdem kann sie auf zugefrorenen Flächen nicht festfrieren, da das Eis nicht antaut.

Wenn ihr also eine Ente bewegungslos auf dem Eis sitzen seht, heißt das nicht, dass sie festgefroren ist. Bitte erschreckt das Tier auch nicht, denn es würde wichtige Energie verbrauchen, wenn es aufgeschreckt losfliegen würde.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07.11.2020)

weitere im KinderWissen-Archiv