Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Neue Gedankenräume erobern.

Was ist Rote Bete?

Hast du schon einmal Rote Bete bzw. rote Rüben gegessen?
Wenn du mit Nein geantwortet hast, solltest du einen Blick in den Kühlschrank werfen! In vielen Produkten ist Rote Bete-Saft als Färbemittel enthalten. Manche Nahrungsmittel sollen eben eine schöne rote Farbe bekommen. Du kannst Rote-Bete-Saft also z. B. in Joghurt oder Eis finden. Ob Rote Bete enthalten ist, findest du auf der Zutatenliste. Dass Rote Bete schön rot färbt, siehst du auch gleich, wenn du diese im Glas im Hause hast. Das Essigwasser ist rot gefärbt.

Die Rote Bete ist mit der Zuckerrübe und dem Mangold verwandt. Wie diese ist sie eine Kulturform der Gemeinen Rübe. Schon die Römer kannten die Rote Bete und brachten sie mit nach Mitteleuropa.

Die Rote Bete ist eine zweijährige krautige Pflanze. Zweijährig bedeutet, dass im ersten Jahr nur die Rübe und eine Blattrosette ausgebildet werden. Die Rübe wird vor allem durch die Verdickung der Sprossachse gebildet. Deswegen „guckt“ ein Großteil aus dem Boden heraus. Dann wird die Rübe meist schon geerntet. Wer die Blüten sehen will, muss noch bis zum zweiten Jahr warten. Erst dann werden die Blüten und die Samen gebildet.

Ein Tipp für Rechtschreibexperten: Obwohl die Rote Bete vom lateinischen Wort beta abstammt, was einfach nur Rübe heißt, darfst du Rote Bete auch mit zwei ee (Beete) schreiben.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18.01.2020)

Rückschau

Brause: Wenn's im Mund knistert

11.01.2020

Brause mag fast jedes Kind. Etwas ganz Besonderes ist natürlich Knisterbrause, von manchen auch Knallbrause oder Knallzucker genannt. Man isst die Brause und auf einmal fängt es im Mund an zu knistern. Viele kennen dieses Knistern vielleicht vom Kaktus-Eis, denn im oberen Teil ist auch Knisterbrause enthalten.
Aber wie entsteht eigentlich dieses Knistern im Mund?
Das Geheimnis liegt darin, dass in der Brause Kohlenstoffdioxid enthalten ist. Für die Herstellung wird Zucker heiß gemacht, bis er flüssig ist. Dann wird der Zucker dem Gas ausgesetzt. Das passiert unter enormen Druck – über 40 bar. Zum Vergleich: 1 bar ist der normale Luftdruck auf der Erde. Der Zucker kühlt anschließend wieder ab und der Kohlenstoffdioxid ist in den kleinen Zuckerstückchen eingeschlossen.
Durch das Lutschen der Brause schmilzt der Zucker auf der Zunge. Dadurch wird das Gas mit einem Knall wieder freigesetzt: es fängt an, auf der Zunge zu knistern – das kann man sogar hören. Gesundheitsschädlich ist das nicht, denn die Menge des Gases ist sehr gering.
Knallzucker ist übrigens noch gar nicht so alt. Er wurde erst 1956 von William A. Mitchell erfunden. Der konnte ihn aber gar nicht gebrauchen, weil er eigentlich ein Rezept für eine andere Süßigkeit suchte. Erst in den 70er Jahren kam man auf die Idee, dem Zucker Aroma beizugeben, damit er besser schmeckt.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11.01.2020)

Welche „Jobs“ haben Pferde?

04.01.2020

Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Auch 2020 werden viele Menschen in Deutschland diesem Sprichwort zustimmen. Rund 3,9 Millionen Reiterinnen und Reiter gibt es bei uns. Davon sind über 80 Prozent Frauen.
Was Pferde für den Menschen leisten müssen, hat sich im Laufe der Geschichte sehr stark verändert. Heute siehst du nur selten Arbeitspferde, die Kutschen für Touristen ziehen oder auch Baumstämme aus Wäldern herausholen. Diese Pferde, die in der naturnahen Waldwirtschaft arbeiten, nennt man Rückepferde. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn das Gelände unwegsam ist und man wenig Bodenschäden anrichten will.
Die meisten der 1,3 Millionen Pferde in Deutschland sind jedoch Reitpferde. Früher war das anders. Schwere große Kaltblüter arbeiteten vor allem in der Landwirtschaft und kleine Ponys in Bergwerken unter Tage. Pferde waren außerdem äußerst wichtige Transportmittel und wurden auch in Kriegen eingesetzt. Bestimmt hast du schon mal einen Ritter mit seinem Schlachtross gesehen.
Den besten „Job“ haben aber heutzutage wohl die Pferde ergattert, die auf die Alm dürfen. Die Almen werden durch die Beweidung naturnah erhalten, und den Pferden geht es bei frischer Luft und besten Kräutern einfach gut. Manche schicken ihre Pferde dorthin in den „Urlaub“ oder lassen Jungtiere sich dort austoben.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04.01.2020)

Komm, wir essen Oma!

28.12.2019

Hast du etwas bemerkt in der Überschrift? Komm, wir essen Oma? Das bedeutet ja, dass wir die Großmutter aufessen wollen. Das ist natürlich Quatsch. Anders wäre es, wenn wir schreiben: Komm, wir essen, Oma! Dann laden wir sie einfach ein, gemeinsam zu essen. Aber was ist der Unterschied zwischen den Sätzen?
„Ein kleines Komma macht hier den großen Unterschied“, erklärt Jana Schönheiter. Sie ist Sprachwissenschaftlerin an der Technischen Universität Braunschweig. „Kommas trennen Nebensätze und Einfügungen ab.“ In unserem Beispiel wird die Großmutter durch das Komma als angesprochene Person vom restlichen Satz abgetrennt.
Das mit den Kommas kann ganz schön kompliziert sein. Woher kommen die überhaupt?
„Die Kommasetzung und die gesamte Rechtschreibung beruhen darauf, dass man sich geeinigt hat, was als richtig und was als falsch gilt. Für die Kommasetzung gibt es also amtliche Regelungen, die für alle gelten. Eine grobe Faustregel kann sein, dass Kommas da gesetzt werden, wo man auch beim Sprechen eine Pause machen würde. Sie dienen in einem geschriebenen Text quasi als Hilfe für den Leser und die Leserin. Lange Sätze werden durch Kommas nämlich vorsortiert“, erläutert Jana Schönheiter.
Übrigens ist die Kommasetzung und überhaupt die Zeichensetzung in allen Sprachen verschieden. Im Englischen zum Beispiel werden Kommas anders gesetzt – auch weil die Sätze anders gebildet werden. Im Spanischen stehen vor Frage- und Ausrufesätzen umgedrehte Fragezeichen bzw. Ausrufezeichen. In etwa so: ¡Komm, wir essen, Oma!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28.12.2019)

Warum plustern sich Vögel auf?

21.12.2019

Vögel haben für den Winter ein paar Tricks auf Lager, um nicht zu frieren. Eine Technik ist das Aufplustern. Dieses Wort hat es sogar in den allgemeinen Wortschatz geschafft. Es wird aber nicht mehr häufig verwendet.
Wenn ein Mensch sich nicht so aufplustern soll, heißt das, er soll sich nicht wichtig machen. Vögel plustern sich im Winter zu kleinen „Federbällen“ auf, damit mehr Luft zwischen die Federn kommt. Und warum frieren sie jetzt weniger? Die Luft leitet Wärme schlecht. Die Wärme des Körpers wird dann nicht so leicht nach außen abgegeben.
Diesen Effekt nutzen wir auch bei unserer Kleidung. Entweder zieht man viele Schichten an und hat somit auch immer viel Luft dazwischen. Das sogenannte Zwiebelprinzip. Oder man trägt gleich einen Daunenanorak, in dem auch ganz viel Luft enthalten ist.
Es gibt aber noch mehr Gründe, warum sich Vögel aufplustern: Sie machen es, um das Gefieder besser pflegen zu können. Auch im Konkurrenzkampf oder bei der Balz können sie das Aufplustern einsetzen. Dann sehen sie wirklich wichtiger und bedeutender aus!
Vögel tun aber noch mehr, um ein Auskühlen zu verhindern: Sie suchen windgeschützte Stellen auf und manche Arten kuscheln sogar. Beim kleinen Zaunkönig wurden Winterschlafplätze in Nistkästen beobachtet, in denen sehr viele Zaunkönige zusammen die Nacht verbrachten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21.12.2019)

Warum werden Plätzchen hart?

14.12.2019

Weihnachtszeit – das bedeutet geschmückte Häuser, viele Lichter und natürlich: Plätzchen backen. Und beim Backen gibt es jede Menge zu entdecken. Weißt du zum Beispiel, warum die Plätzchen nach dem Backen noch weich sind und dann erst aushärten?
Cornelia Borchert vom Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften erklärt: „Im Plätzchenteig sind Butter oder Margarine und Zucker enthalten. Diese Stoffe werden flüssig, wenn sie erhitzt werden.“ Vom Fett kennst du das vielleicht, wenn es in der heißen Pfanne schmilzt. „Auch Zucker wird bei hohen Temperaturen flüssig und erstarrt wieder beim Abkühlen. Dasselbe passiert zum Beispiel auch, wenn man gebrannte Mandeln macht. Wird Zucker erhitzt, entstehen auch Bräunungsprodukte und bestimmte Aromastoffe. Diesen Prozess nennt man Karamellisieren“, so Borchert. Das Karamellisieren des Zuckers führt dazu, dass die Plätzchen braun werden und dass sie so gut duften.
Nimmt man die noch heißen Plätzchen aus dem Ofen, sind das Fett und der Zucker noch flüssig. Erst wenn diese Zutaten abkühlen, härten die Plätzchen aus. Das hängt natürlich mit dem Aggregatzustand zusammen. Stoffe können je nach Temperatur fest, flüssig oder gasförmig vorliegen. Die jeweiligen Temperaturen hängen vom Stoff ab.
Zucker schmilzt zum Beispiel bei einer Temperatur von 185° Celsius. Bei Zimmertemperatur sind Margarine, Butter und Zucker fest, daher härten auch die Plätzchen aus. Mit diesem Wissen steht dem Backen nichts mehr im Wege: Auf die Plätzchen, fertig los!

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14.12.2019)

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