Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

Besserwisser-Artikel

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forschende erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Gut gegen Hitze und Kälte: der gelbe Schnabel des Riesentukans

Wenn man einen Riesentukan das erste Mal gesehen hat, vergisst man ihn wohl nie wieder. Denn sein riesiger orangener Schnabel ist wirklich unverwechselbar.

Der Riesentukan kommt nur in Südamerika vor. Er bevorzugt Gegenden, die nur lockeren Waldbestand aufweisen. So kommt er in Savannengebieten mit Palmen oder Kokosnussplantagen vor. Mit seinem Schnabel frisst er sehr gerne große Früchte, verschmäht aber auch tierische Kost nicht.

Schon oft ist gerätselt worden, warum der Tukan ausgerechnet so einen riesengroßen Schnabel hat. Ein Geheimnis haben Forscher aus Kanada und Brasilien enträtselt. Sie haben etwas ganz Neues ausprobiert und den Schnabel mit einer Wärmebildkamera aufgenommen. Diese Kamera zeigt, welche Temperatur der Schnabel an jeder Stelle hat. Wiedergegeben wird dies in unterschiedlichen Farben. Rot zeigt auf der Fotografie eine hohe Temperatur, blau eine niedrige Temperatur an.

Im Schnabel befinden sich viele Blutgefäße. Je mehr Blut sich im Schnabel befindet, umso mehr Wärme wird über die große Oberfläche des Schnabels an die Umgebung abgegeben. Ist es also heiß, fließt mehr Blut durch den Schnabel.

Die Kamera zeigt eine Rotfärbung des Schnabels an. Wenn es kälter wird, wird entsprechend weniger Blut durch den Schnabel geleitet, damit der Vogel nicht friert. Wenn gar nichts mehr hilft, kann er seinen Schnabel sogar unter die Flügel stecken.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 31.07.2021)

Rückschau

Was passiert mit unserem Abwasser?

24.07.2021

Braunschweig Jeden Tag verbrauchen wir Wasser. Zum Beispiel beim Duschen, Kochen oder wenn wir das Klo spülen. Dabei wird das Wasser ganz schön schmutzig. Doch wo gelangt es nach der Nutzung hin und was passiert dort?

„Unser Abwasser, also das Schmutzwasser z.B. aus unseren Haushalten, aber auch ein Teil des Regenwassers, kommt über ein Kanalsystem zur Kläranlage“ erklärt Dr.-Ing. Katrin Bauerfeld vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft an der TU Braunschweig. Die Reinigung des Wassers läuft in verschiedenen Stufen ab. Beginnend mit der mechanischen Stufe, werden zuerst grobe Komponenten wie Klopapier entfernt. „Das macht der ‚Rechen‘. Dieser funktioniert ähnlich wie eine Harke. Im anschließenden Sand- und Fettfang werden Öle, Fette, sowie Sand und Kies entfernt. Danach wird in der Vorklärung feiner Schlamm beseitigt. Nachfolgend kommt die biologische Stufe. Zuerst geht es ins ‚Belebungsbecken‘. Hier leben kleine Bakterien, die Nährstoffe fressen, die noch im Wasser sind. Darauf folgt die ‚Nachklärung‘. In dieser werden die Bakterien wieder entfernt. Zum Schluss wird das gereinigte Wasser in ein Gewässer, z.B. einen Fluss eingeleitet“, so Bauerfeld.

Wusstest du, dass das Wasser, was am Ende aus der Kläranlage kommt, jedoch noch kein Trinkwasser ist? In dem Wasser können sich nämlich noch Spurstoffe oder Keime befinden, die uns Menschen krank machen können. Damit man es trinken könnte, müsste es noch weiterbehandelt werden.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24.07.2021)

Wem vertrauen Rabenvögel?

17.07.2021

Rabenvögel sind sehr schlau. Sie können Warnrufe nicht nur von der eigenen Art, sondern von vielen anderen Arten innerhalb der Rabenvögel erkennen und darauf reagieren. Rabenvögel sind zum Beispiel die Rabenkrähe, der Kolkrabe oder die Elster. Obwohl sie nicht gerade lieblich singen, gehören sie zu den Singvögeln.

Wenn man so intelligent ist, gibt es aber auch sicher jemanden, der noch einen weiteren Trick auf Lager hat. Unglückshäher, die auch zu den Rabenvögeln gehören, nutzen die Warnrufe, um ihre Nachbarn von Nahrung wegzulocken und sich dann selbst den Bauch vollzuschlagen. Für die Nachbarn, die so ihre Nahrung verloren haben, war das natürlich kein Spaß. Sie gingen dann dazu über, nur denen zu vertrauen, die sie kennen. Wurde der Warnruf also von einem fremden Unglückshäher ausgestoßen, wurde dieser meist ignoriert. Kannte man den Rufer, flatterten alle auf.

Der Unglückshäher lebt in Norwegen, Schweden, Finnland und Teilen Russlands. In sehr kalten Wintern taucht er auch mal in Deutschland auf. Dieses Auftreten wurde im Mittelalter als Vorzeichen eines Unglücks angesehen. Daher hat der Vogel seinen Namen. Der Unglückshäher wurde für die Forschung ausgesucht, da er viele Warnrufe kennt. Er unterscheidet durch seinen Warnruf sogar, ob er vor Eulen oder Habichten warnt.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17.07.2021)

Was tun, wenn es brennt?

10.07.2021

Feuer kann überall ausbrechen: Eine Kerze kann umkippen, oder Dinge neben dem noch heißen Herd können Feuer fangen. Aber wie verhalte ich mich im Falle eines Feuers richtig?

Yann Hoppstock, Brandschutzerzieher bei der Feuerwehr Braunschweig erklärt: „Zuerst einmal ist es wichtig, aus dem Brandrauch herauszukommen. Der Rauch ist nämlich hochgiftig und oftmals gefährlicher als das Feuer selbst. Schon zwei bis drei Atemzüge können zur Bewusstlosigkeit führen. Man sollte daher beispielsweise nach draußen gehen, natürlich ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Eigenschutz steht dabei über allem. Es ist zwar gut, Schlüssel und Handy mit zu nehmen, wichtiger ist aber das eigene Leben. Sollte man nicht mehr aus einem brennenden Gebäude kommen, ist es wichtig, in einen rauchfreien Raum zu gehen, im besten Fall die Tür schließen und an ein Fenster oder auf einen Balkon gehen. Dort sollte man sich mit Rufen oder Bewegungen bemerkbar machen.

Hilfe kann man im Notfall außerdem unter der Nummer 112 rufen. So erreicht man die Feuerwehr und Rettung und wird automatisch mit der zuständigen Leitstelle verbunden. Wichtig ist, dass man weiß, was passiert ist und wo man sich befindet, am besten nennt man die genaue Adresse mit Straße und Hausnummer.“

Nicht immer wird ein Feuer gleich bemerkt. Wenn man z.B. schläft ist der Geruchsinn ausgeschaltet, und man riecht den Brandrauch nicht. Daher sind Rauchmelder so wichtig, da sie dich im Brandfall aufwecken.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10.07.2021)

Was ist eigentlich Koriander?

03.07.2021

Wolfsburg Stell dir mal vor, du gehst in den Supermarkt und möchtest Petersilie kaufen. Dann bist du in Eile, greifst bei den Pflanztöpfchen zu und erstehst Koriander. Glatte Petersilie und Koriander sehen sich nämlich sehr ähnlich. Sie gehören auch beide zur Familie der Doldenblütler. Wenn du das Kraut dann benutzt, wirst du allerdings eine Überraschung erleben. Der Geschmack ist sehr schwer zu beschreiben. Er ist leicht bitter und hat einen süßlichen Nachgeschmack. Manche empfinden den Geschmack als seifig. Koriandersamen hingegen haben einen Geruch und Geschmack, der zitrusartig ist.

Du hast Koriander noch nie probiert? Es könnte sein, dass dies nicht stimmt. Denn die Koriandersamen sind oft Bestandteil von Currymischungen. Wenn du gerne asiatisch isst, kann es auch sein, dass du Koriander schon einmal z. B. in einer Suppe gegessen hast. Interessant ist, dass die Ablehnung von Koriander aufgrund des Geschmacks eventuell an den Genen liegt. Forscher fanden heraus, dass durch ein bestimmtes Gen, manche Menschen den seifenartigen Geruch riechen können. Da Geruch und Geschmack zusammenhängen, könnte es sein, dass diese Menschen dann den Koriander eher ablehnen.

Ob dies tatsächlich stimmt, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Denn Geschmäcker sind bekannterweise sehr individuell.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03.07.2021)

So funktioniert Werbung

26.06.2021

Auf Werbung trifft man fast überall, ob als Poster an der Litfaßsäule, als Anzeige in der Zeitung, im TV oder in den sozialen Medien.

Madleen Moritz vom Institut für Marketing an der Technischen Universität Braunschweig erklärt: „Mit Werbung versuchen Unternehmen ihre Bekanntheit zu steigern oder uns ihre Produkte zu verkaufen – auch wenn wir diese nicht unbedingt brauchen oder kaufen wollten. Dabei werden die Produkte meist sehr beschönigt dargestellt und die Nachteile oft nicht erwähnt.“

Man sollte daher nicht alles glauben, was in der Werbung erzählt wird. In der Werbebranche wurde Ende des 19. Jahrhunderts das AIDA-Modell entwickelt, welches die Werbewirkung erklären soll. AIDA steht für Attention, Interest, Desire und Action; übersetzt: Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen und Aktion.

„Über die Werbung soll also das Interesse geweckt und ein Besitzwunsch für das Produkt ausgelöst werden. Daraus resultiert im besten Fall eine Aktion wie der Kauf des beworbenen Produktes. Werbung wirkt oft unterbewusst, und nicht immer kann man auf den ersten Blick erkennen, ob es sich um Werbung handelt. Wenn aber über ein Produkt sehr positiv und einseitig gesprochen wird, kann dies ein Hinweis sein, dass es sich um Werbung handelt“, erklärt Madleen Moritz.

Wusstest du, dass in Deutschland Werbung immer gekennzeichnet sein muss? In Zeitungen oder den sozialen Medien zum Beispiel mit den Bezeichnungen „Anzeige“, „Werbung“ oder „gesponsert“.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26.06.2021)

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