Besserwisser-Artikel (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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für Jung und Alt

Neue Gedankenräume erobern.

Besserwisser

Unser Alltag steckt voller Rätsel und spannender Fragen: Forscherinnen und Forscher erklären in kurzen Texten leicht verständlich, was es mit Phänomenen aus Wissenschaft und Alltag auf sich hat – und halten dabei die eine oder andere überraschende Erklärung - auch für Erwachsene - bereit.

Häuser auf dem Mond

Hast du dir schon einmal vorgestellt, auf dem Mond zu wohnen? In 15 bis 20 Jahren könnte das für Astronautinnen und Astronauten wahr werden. Bis es jedoch soweit ist, muss noch die größte Frage geklärt werden: Aus welchem Material und wie soll diese Mondstation dann gebaut werden?

„Zu dieser Frage gibt es schon aktuelle Forschungsprojekte“, erklärt Professor Joachim Block vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Natürlich könnte man die Baumaterialien von der Erde mitnehmen. Der Transport zum Mond ist jedoch sehr teuer, und es wäre einfacher, auf dem Mond vorhandenes Material zu verwenden.

Man könnte zum Beispiel Mondstaub, sogenannten Regolith, nutzen. Das ist feinster Gesteinsstaub, der teils aus mondeigenem Gestein und teils aus Meteoritenstaub besteht. Daraus können in einem speziellen 3D-Druck-Verfahren dann die benötigten Teile für den Rohbau der Häuser produziert werden. Durch Hitze, die bei dem 3D-Druck erzeugt wird, werden die Staubpartikel angeschmolzen und dann in die benötigte Form gepresst.“

Alles kann man jedoch nicht aus Mondstaub herstellen. Die technische Ausrüstung und Material wie Folie oder Metall müssten weiterhin von der Erde mitgebracht werden. Wusstest du, dass diese Mondstationen dann zum Teil unter der Mondoberfläche vergraben liegen und oberhalb ebenfalls mit Mondstaub bedeckt werden sollen? Dies geschieht, um die Astronauten noch besser vor Strahlung zu schützen, die zum Beispiel bei Sonnenstürmen entsteht.

Autor*in: Jamila Ragus
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24.10.2020)

Rückschau

Was macht eine Assel im Garten?

17.10.2020

Iiiiihhh, ist wohl der Laut, den die Asseln in den Gärten am meisten von uns zu hören bekommen. Das haben sie eigentlich nicht verdient. Denn sie fressen Laub und weitere abgestorbene Pflanzenreste und tragen dazu bei, dass diese wieder zu Erde werden. Die Vorfahren dieser landlebenden Krebstiere stammen aus dem Meer. Dass sie das Wasser aber immer noch nicht ganz verlassen haben, merkt man daran, dass sie sich im feuchten, modrigen Laub tummeln. Wenn dieses Laub aber an ihnen kleben bleibt, würde dies bei der Fortbewegung stören. Deswegen haben sie auf ihrem Panzer körnige Strukturen, die das verhindern.

Dass sie aus dem Meer stammen, verraten auch ihre Kiemen, mit denen sie immer noch atmen. Diese müssen sie ständig feucht halten. Geschickt wird jeder Tropfen Wasser zu den Kiemen an den Füßen geleitet. Als Anpassung an das Landleben können Asseln aber auch direkt durch dünne Haut oder einfache Einstülpungen wie eine Lunge Sauerstoff aus der Luft aufnehmen.

In Gärten gibt es beispielsweise Keller-, Mauer- und Rollasseln. Die Rollassel rollt sich, wie der Name verrät, bei Gefahr zusammen. Ihren Nachwuchs schleppen die Assel-Mamas in Bruträumen auf der Bauchseite mit sich herum. Vielleicht helfen euch diese Informationen, Asseln das nächste Mal mit einem Ahh zu begrüßen.

Autor*in: Phaeno Wolfsburg
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17.10.2020)

Wie atmen Fische unter Wasser?

10.10.2020

Hast du dir schon einmal gewünscht, unter Wasser atmen zu können? Beim Tauchen hast du bestimmt gemerkt, dass dir irgendwann die Luft ausgeht und du an die Oberfläche schwimmen musst, damit du wieder atmen kannst. Aber warum können eigentlich Fische unter Wasser atmen?

Professor Reinhold Hanel leitet das Thünen-Institut für Fischereiökologie und erklärt: „Fische brauchen genauso wie Menschen Sauerstoff, nur entnehmen sie diesen aus dem Wasser und nicht wie wir aus der Luft. Dafür haben sie spezielle Organe, die sogenannten Kiemen, die sich an beiden Seiten hinter dem Kopf befinden. Sie bestehen aus dünnen Kiemenblättchen und werden von den knöchernen Kiemendeckeln geschützt. Wenn der Fisch sein Maul öffnet und mit Sauerstoff versetztes Wasser einströmt, öffnen sich gleichzeitig die Kiemendeckel und das Wasser tritt wieder aus. Der Sauerstoff gelangt dabei über die Kiemen in das Blut der Tiere und wird so weiter zu den verschiedenen Organen transportiert. Schädliche Stoffe, wie Stickstoff oder Kohlenstoffdioxid werden ebenfalls über die Kiemen wieder an das Wasser abgegeben.“

Da das Blut in die entgegengesetzte Richtung zum Wasser fließt und so den Sauerstoff aufnehmen kann, wird dieser Vorgang als Gegenstromprinzip bezeichnet. Die Kiemenblättchen müssen außerdem immer mit Wasser umspült werden, damit sie nicht verkleben und der Fisch immer mit Sauerstoff versorgt werden kann.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10.10.2020)

Wie gemein ist der Gemeine Holzbock?

26.09.2020

Wenn du in dieser Jahreszeit im Wald oder hohem Gras unterwegs bist, solltest du danach deinen Körper auf unerwünschte Begleiter absuchen. Zecken, wie der hier verbreitete „Gemeine Holzbock“, warten gern im hohen Gras und Büschen auf Menschen oder Tiere, an denen sie sich festbeißen und Blut saugen können. Aber was ist das Gefährliche an Zecken?

„Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich vom Blut anderer Lebewesen ernähren. Der ‚Gemeine Holzbock‘ heißt nicht so, weil er gemein ist, sondern weil er so oft in unserer Gegend vorkommt. Das Gefährliche an Zecken ist, dass sie Erreger weitergeben können. Wenn eines ihrer Opfer mit Krankheitserregern infiziert ist, nimmt die Zecke diese Erreger während ihrer Blutmahlzeit auf. Ist die Zecke Monate später wieder auf Nahrungssuche und beißt sich z.B. an einem Menschen fest, kann sie diese Erreger mit ihrem Speichel an den Menschen weitergeben und dieser kann daran erkranken“, erklärt Dania Richter von der TU Braunschweig.

Wusstest du, dass der Gemeine Holzbock kaum einen Kopf und somit auch keine Augen hat? Dafür hat er Riechorgane an seinem ersten Beinpaar, das er wie Antennen benutzt und sich so in Richtung seiner potenziellen Opfer orientiert. Wenn du eine Zecke an deinem Körper entdeckst, brauchst du aber keine Angst zu haben. Frage am besten deine Eltern, ob sie dir helfen können, sie mit einer speziellen Pinzette zu entfernen.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26.09.2020)

Warum ändert das Chamäleon seine Farbe?

19.09.2020

Welches Tier fällt dir als erstes ein, wenn du an Tiere denkst, die die Farbe wechseln können? Etwa das unaussprechliche Chamäleon? Es ist wohl das Tier, das dies mit am besten kann. Doch es gibt noch mehr. Auch Flundern oder Oktopusse können die Farbe wechseln. Manche Tiere wollen sich dabei tarnen, andere zeigen damit ihre Stimmung an – zum Beispiel, ob sie kampfbereit sind.

Vom Chamäleon gibt es mehr als 200 Arten. Dabei haben verschiedene Arten unterschiedliche Techniken gefunden, um sich zu tarnen. Meistens bilden sie dabei Blätter, Laub oder Stöcke nach. Die Färbung spielt dagegen bei der Tarnung eine geringere Rolle. Diese zeigt mehr die Kampfbereitschaft oder Paarungsbereitschaft an. Manche Männchen können bei Kämpfen ein ganzes Feuerwerk an Farben beisteuern, nur um zu zeigen, wer stärker ist.

Interessanterweise haben die Farben noch einen weiteren Sinn: Mit ihnen können die Chamäleons ihre Körpertemperatur beeinflussen. Ist die Haut hell, wird viel Licht zurückgeworfen. Ist die Farbe dunkel, kann die Chamäleonhaut mehr Licht aufnehmen. Das Chamäleon wird dadurch wärmer. Eine Forschergruppe erkannte dabei erstmals, dass die Farben nicht nur durch Farbstoffe, sondern auch durch Kristalle in Zellen verändert werden können. Besonders viele Arten von Chamäleons kommen in Madagaskar vor. Sie sind nur dort zu finden. Die meisten Chamäleons sind wegen der Zerstörung ihres Lebensraums gefährdet.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19.09.2020)

Ein Baum und seine Ringe

12.09.2020

Wenn du im Wald unterwegs bist, siehst du viele verschiedene Bäume. Manche von ihnen sind klein und dünn, andere hingegen sind größer und haben einen dicken Baumstamm. Bestimmt hast du auch schon einen gefällten Baum gesehen und hast die Ringe im Inneren des Holzes bemerkt. Das sind die sogenannten Jahresringe, an denen man auch das Alter eines Baumes erkennen kann. Aber wie entstehen solche Ringe überhaupt?

Jahresringe entstehen nur, wenn es zu einer Wachstumsruhe des Baumes kommt, wie bei uns im Winter. Im Frühjahr beginnt dann die Vegetationsperiode, und der Baum fängt an zu wachsen. Das zuerst gebildete Frühholz besitzt große und dünnwandige Zellen für den Transport von Wasser und Nährstoffen. Das erkennt man daran, dass es heller ist als das im Spätsommer und Herbst gebildete festere und dunklere Spätholz. Die helle und die dunkle Schicht ergeben zusammen einen Jahresring. Anhand der Breite eines Jahresringes kann man auch etwas zum Klima des vergangenen Jahres erfahren: „Je besser die klimatischen Bedingungen innerhalb der Wachstumsperiode sind, desto größer ist der Holzzuwachs, und der Jahresring wird breiter“, erklärt Diplombiologin Dorothea Kirsch-Tietz von der Grünen Schule Braunschweig.

Wusstest du, dass man bei Bäumen in tropischen Regenwäldern gar keine Jahresringe erkennen kann? Das kommt daher, dass in tropischen Gegenden die klimatischen Jahreszeiten fehlen und die Bäume daher keine Jahresringe ausbilden.

Autor*in: Leonie Deubig
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.09.2020)

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