KinderWissen (Foto: ©Florian Koch)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum nimmt in der Höhe der Luftdruck ab?

Luft ist nicht Nichts. Das merkst du, wenn du dich zum Beispiel gegen den Wind stemmst. Die gesamte Erde umgibt eine große Lufthülle. Da Luft aus winzigen Teilchen besteht, werden diese genauso wie du und alles um dich herum von der Schwerkraft angezogen. So hat Luft auch ein Gewicht.

Du wiegst vielleicht 25 kg und ein Auto um die 1000 Kilogramm. Ein Liter Luft, also eine Milchflasche Luft, wiegt nur etwas mehr als ein Gramm. Das klingt wenig. Die gesamte Luft über dir bringt es auf sehr viel Gewicht. Insgesamt drückt mehr als ein Elefant auf dich. Ein Gewicht, das wir allerdings gewöhnt sind. Es drückt immer gegen uns und macht uns nichts aus. Diese Kraft, die auf eine bestimmte Fläche auf dich wirkt, nennt man Luftdruck.

Der Luftdruck nimmt in der Höhe ab. Wenn du zum Beispiel schnell mit dem Fahrstuhl nach oben fährst, nimmst du den Druckabfall war. Du bekommst Druck auf die Ohren. Warum dieser Luftdruck in der Höhe abnimmt, kannst du dir ganz einfach vorstellen. Stell dir die Luft über dir wie eine Luftsäule von vielen Kilometern Höhe vor. Wenn du einen Berg hinaufkletterst, bleibt weniger dieser Luftsäule über dir übrig. Diese bist du ja schon hinaufgewandert. Beim Mount Everest wären dies dann schon ungefähr 8848 Meter Luftsäule weniger, die dann nicht mehr auf dem Körper lasten.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. Juli 2017)

Rückschau

Was sprudelt im Mineralwasser?

03.07.2017

Bestimmt wurdest du auch schon einmal gefragt, ob du lieber stilles oder Sprudelwasser trinken möchtest. Viele sagen dann, sie wollen Wasser mit Kohlensäure trinken. Aber wusstest du, dass das eigentlich Quatsch ist? In Sprudelwasser ist nämlich so gut wie gar keine Kohlensäure.

"Was die meisten Menschen als Kohlensäure bezeichnen, ist in Wirklichkeit Kohlenstoffdioxid, also CO2. Um Sprudelwasser herzustellen, wird das Gas mit hohem Druck in das Wasser gepresst und löst sich dort. Nur 0,2 Prozent des gelösten Kohlenstoffdioxids reagieren mit dem Wasser zur Kohlensäure", erklärt Cornelia Borchert, Mitarbeiterin in der Abteilung für Chemiedidaktik an der TU Braunschweig. Für die kleinen Bläschen im Wasser ist also gar nicht die Kohlensäure verantwortlich, sondern das Kohlenstoffdioxid, das sich in den Bläschen zusammenfindet.

"Um das CO2 wieder aus dem Wasser herauszubekommen, gibt es verschiedene Wege. Du kannst zum Beispiel gut beobachten, wie sich beim Schütteln und Öffnen der Flasche die kleinen Bläschen bilden, die nach oben steigen und entweichen. Wenn die Flasche erwärmt wird, verschwindet das Kohlenstoffdioxid ebenfalls. Darum schmeckt warmes Sprudelwasser auch so abgestanden", sagt Frau Borchert. Das ist nicht nur bei Wasser so, sondern bei allen sprudelnden Getränken, also auch bei Cola oder Fanta.

Übrigens: Kohlenstoffdioxid strebt in Wasser immer nach oben, darum steigen die Bläschen in der Flasche oder im Glas auch hoch.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01. Juli 2017)

Was sich hinter E-Nummern verbirgt

26.06.2017

Wenn du schon einmal dunkle Limo getrunken hast, hast du vielleicht schon einmal die E-Nummer 150d zu dir genommen. Das sogenannte Zuckerkulör färbt viele Getränke dunkel.

Ganz viele Lebensmittel, die industriell hergestellt werden, enthalten Zusatzstoffe. Sie sollen zum Beispiel das Essen haltbarer machen, für ein besseres Aussehen sorgen oder einfach schmackhafter, meist süßer machen. Die Europäische Union (EU) vergibt eine E-Nummer für jeden zugelassenen Stoff. Dies können zum Beispiel Farbstoffe sein. Alle Farbstoffe beginnen mit der Nummer 1.

Süß schmeckt vielen gut. Deswegen werden Lebensmitteln auch viele Süßstoffe zugesetzt. Alle E-Nummern, die mit 9 anfangen, sind Süßungsmittel.

Die Haltbarkeit ist auch ganz wichtig für Lebensmittel. Deswegen werden oft sogenannte Konservierungsstoffe zugesetzt. Diese erkennt man daran, dass die Nummer mit 2 beginnt.

Bedeutsam sind noch Geschmacksverstärker, die immer mit der 6 beginnen. Vielleicht hast du schon einmal von Glutamat gehört, dem bekanntesten Geschmacksverstärker. Im Internet gibt es Listen aller dieser Stoffe. Auf den Verpackungen kann jedoch auch statt der Nummer die spezielle Bezeichnung des Stoffs angeben werden. Auf jeden Fall sind diese Angaben wichtig für Menschen mit Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. Juni 2017)

Wieso sieht man den Mond auch tagsüber?

19.06.2017

Tagsüber scheint die Sonne und in der Nacht leuchtet der Mond? Nicht immer! Bestimmt hast du auch schon einmal am Tag in den Himmel geschaut und den Mond entdeckt. Aber wieso können wir den Mond manchmal auch tagsüber sehen?

Professor Joachim Block leitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig und Göttingen. Er erklärt, was es mit dem Mond am Tage auf sich hat: "Er umkreist unseren Planeten etwa 27 Tage. Sowohl die Erde als auch der Mond werden von der Sonne beleuchtet. Je nachdem, wo er im Verhältnis zu Sonne und Erde gerade steht, beobachten wir die verschiedenen Mondphasen von Vollmond bis zum Neumond, weil wir ihn unter verschiedenen Blickwinkeln sehen.

Die Erde dreht sich einmal am Tag um sich selbst. Wenn wir gerade auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde stehen, können wir ihn eigentlich immer sehen. Tagsüber ist es aber meistens zu hell, weil die Sonne so stark scheint. Das vom Mond reflektierte Licht wird von der Sonne überstrahlt. Am Nachthimmel sehen wir ihn hingegen voll beleuchtet, weil die Sonne gerade nicht auf unseren Erdteil scheint. "Wenn die Sonne aber nicht ganz so hell strahlt, vor allem am Morgen und ab den späten Nachmittagsstunden, können wir den Mond auch schon tagsüber sehen", sagt Joachim Block.

Übrigens: momentan haben wir Halbmond und nächste Woche Neumond. Schau doch einmal in den Himmel und beobachte, wann du den Mond sehen kannst und wie die Sichel immer schmaler wird!

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. Juni 2017)

Wunderschöne Tropfsteinhöhlen

12.06.2017

Es ist stockdunkel. Aber nur für ein paar Sekunden. Denn bei jeder Führung in der Iberger Tropfsteinhöhle wird einmal kurz das Licht ausgeschaltet. Die Besucher bekommen so einen Eindruck davon, wie es für die Forscher war, so eine Höhle ohne elektrisches Licht zu entdecken. Die Tropfsteine sind im Licht wirklich beeindruckend. Tropfen für Tropfen entstehen sie. Zuerst löst kohlensäurehaltiges Wasser den Kalkstein der Höhle. Das Wasser tropft irgendwo von der Decke. Kohlendioxid entweicht dem Wassertropfen und zurück bleibt Kalk.

Ein riesiger Stalagmit - das ist der Tropfstein, der von unten heranwächst - ist besonders beeindruckend. Er ist um die 250 000 Jahre alt. Dieser Tropfstein hat sogar eine Eiszeit erlebt! Von diesem Eis, das die Höhle lange Zeit ausfüllte, wurde der Stalagmit ein Stück verschoben. Die Tropfsteine, die von oben herunterwachsen heißen übrigens Stalaktiten. Aber egal, wie sie heißen. Sie sind vor allem alle wunderschön! Mehrere Höhlen im Harz kann man begehen und die Tropfsteine bestaunen. Dass solche Tropfsteine schon vor Jahrhunderten sehr begehrt waren, auch davon legt die Höhle Zeugnis ab: Mehrere wurden entfernt und dann in früheren Zeiten in Apotheken als Medizin verkauft. Auch heute noch nehmen manchmal Frevler Tropfsteinbrocken mit. Schade, denn die wachsen nur Tropfen für Tropfen, also ganz langsam nach!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. Juni 2017)

So fließt Strom durch die Leitung

06.06.2017

Was haben Lampen, Wasserkocher und Staubsauger gemeinsam? Richtig - sie brauchen alle Strom. Den bekommen die meisten Geräte aus der Steckdose. Aber hast du dich auch schon einmal gefragt, warum der elektrische Strom überhaupt durch Kabel fließen kann?

Dr. Anne Geese arbeitet in der Abteilung für Physikdidaktik an der TU Braunschweig. Sie erklärt, dass es Materialien gibt, die Strom leiten, und solche, die das nicht können. "Alle Metalle können Strom leiten, also Gold, Silber, Kupfer und auch Eisen. Damit der Strom fließen kann, müssen sich Elektronen frei bewegen können." Elektronen sind kleine, negativ geladene Teilchen, die durch die Leitung flitzen. Metalle sind so aufgebaut, dass die einzelnen Atome in regelmäßigen Abständen zueinanderstehen. Durch diese Gitterstruktur können sich die Elektronen frei hindurchbewegen.

"In den meisten Stromkabeln sind Kupferdrähte verarbeitet, weil Kupfer den Strom gut leitet und nicht so teuer ist. Damit man beim Anfassen des Kabels keinen Stromschlag bekommt, sind die Drähte von einem Gummi ummantelt", so Frau Geese. Materialien wie Holz oder Gummi, die keinen Strom leiten können, heißen Isolator. Sie haben keine Gitterstruktur und die Elektronen sind daher nicht beweglich.

Stromkabel begegnen uns überall im Alltag. In Hauswänden sind zum Beispiel viele Kabel gelegt, damit der Strom zur Deckenlampe und zu den Steckdosen kommt. Außerdem nutzt man nicht-isolierte Kabel, um Pferdekoppeln oder Kuhwiesen zu umzäunen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. Juni 2017)

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