Zukunftsfragen - Kontrovers
Sauberer Krieg? Gesundheitliche Folgen von neuen Kriegen
25.01.2010
Vortrag und Diskussion mit Dr. Ljiljana Verner, Hannover
Moderation: Kurt Dockhorn
Die Rede von "chirurgischen Eingriffen" mit möglichst klein zu haltenden Kollateralschäden (zuerst im Golf-Krieg 1991, dann wieder im Kosovo-Krieg 1999) ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie im 20. (und auch im 21.) Jahrhundert die schmutzige und brutale Realität von Kriegen kleingeredet wurde und wird. Sie unterstreicht den Anspruch der kriegsführenden Nationen, mit Hilfe von High-Tech die Folgen für Zivilbevölkerung und eigene Soldaten möglichst gering zu halten. Die Realität der am Krieg Beteiligten oder von ihm Betroffenen spricht eine andere Sprache. In der deutschen Öffentlichkeit wird seit Kurzem offener über posttraumatische Erkrankungen deutscher Soldatinnen und Soldaten gesprochen. Was jedoch oft vergessen wird, sind die langfristigen gesundheitlichen Folgen von Kriegsführung in den betroffenen Gebieten selbst: Umweltschäden utnergraben durch toxikologische Belastung oft die Gesundheit der Bevölkerung langfristig. Die Folgen auch noch dann lange spürbar, wenn sich die öffentliche Aufmerksamkeit längst anderen Krisenherden zugewendet hat.
Dr. Ljiljana Verner ist Internistin und Anästhesiologin mit jahrzehntelanger klinischer Erfahrung. Sie ist daneben Spezialistin für gender-spezifische Epidemiologie und für gesundheitliche Folgen von Kriegen.
Datum: Montag, 25. Januar, 18.30-20 Uhr
Ort: Haus der Wissenschaft, PK 11.1, Pockelsstr. 11
"Zukunftsfragen - kontrovers" ist das Motto einer interdisziplinären und öffentlichen Veranstaltungsreihe an der TU Braunschweig, die durch die Gruppe »Wissen und Kritik« veranstaltet wird.
Weitere Informationen unter:
http://www.tu-braunschweig.de/zukunftsfragen


