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Tatsachen? Forschung unter der Lupe

Intelligente Messsysteme - Fluch oder Segen?

Diskussion
Donnerstag, 17.11.2016, 19 Uhr (Ende ca. 20:30 Uhr)
Aula

Eintritt frei

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CO2 einsparen bedeutet, weniger fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung benutzen. Aber Sonne und Wind lassen sich nicht so steuern wie ein Kohlekraftwerk. Wenn Deutschland einmal vollständig mit Strom aus Sonnen- und Windkraft versorgt werden soll, muss man den Strombedarf genau kennen, um ihn flexibel erzeugen zu können.
Dafür braucht man „intelligente Stromnetze“, Smart Grids, deren Einführung die EU bereits vor einigen Jahren beschlossen hat. Doch intelligente Netze brauchen „intelligente Stromzähler“ (Smart Meter). Sie messen permanent den Stromverbrauch eines Haushalts und melden an den Energieversorger zurück. 

Auch Deutschland setzt den EU-Beschluss nun um und beginnt 2017 schrittweise mit der Einführung von Smart Metern. Als erste sollen Großverbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden Smart Meter einbauen, ebenso Bürger mit einer Photovoltaik-Anlage. Ab 2020 werden Smart Meter dann auch für private Haushalte verpflichtend, zunächst auch nur für große Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden (entspricht einer monatlichen Stromrechnung von 145 Euro). Nach und nach sollen dann alle Haushalte die Smart Meter einbauen. 

Nicht nur das Klima soll davon profitieren, sondern auch der einzelne Verbraucher – so jedenfalls das Versprechen der Befürworter der Geräte. Smart Meter sollen mehr Transparenz über den eigenen Verbrauch schaffen, Kunden können sehr bequem per App ihren Verbrauch jederzeit im Blick behalten. Auch flexible und auf den persönlichen Verbrauch abgestimmte Stromtarife sollen so möglich werden – und womöglich günstiger sein als die bisherigen. Weiterer Effekt der intelligenten Stromzähler: Sie können zur Steuerungszentrale des intelligenten Hauses werden, Waschmaschine und Heizung ließen sich zeit- und fernsteuern. 

Aber erst einmal kosten die Smart Meter. Zwar hat der Gesetzgeber die Betriebskosten der Smart Meter auf maximal 100 Euro pro Privathaushalt gedeckelt. Das aber allein bedeutet schon eine Steigerung zu herkömmlichen Stromzählern, die nur 30 Euro im Betrieb kosten.  Und fraglich ist, ob ihre Einsparpotenziale die Kosten der Geräte aufwiegen. Kritiker bezweifeln das. 

Kritiker sorgen sich zudem um den Datenschutz. Zwar hat das BSI hohe Anforderungen an die Geräte gestellt, was Datenschutz und –Sicherheit angeht. Trotzdem gibt es Sorgen ind er Bevölkerung durch diese Geräte zum gläsernen Bürger zu werden. Aus den Verbrauchsprofilen lassen sich nämlich Verhaltensprofile ablesen, ob jemand zuhause ist oder nicht, wann und wie oft er welche Geräte benutzt. Zudem garantiert die Datenverschlüsselung nur die sichere Übertragung der Daten vom Smart Meter zum Energieversorger. Wünscht der Kunde aber, dass seine Daten für eine App-Steuerung aufbereitet werden, landen sie im normalen Internet.
An dem Themenabend „Intelligente Messsysteme – Fluch oder Segen?“ diskutieren wir mit Experten aus dem Messwesen, der Industrie und dem Verbraucherschutz über das Für und Wider von Smart Metern. 

Diskussion mit

  • Dr. Helmut Többen
    Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Fachbereichsleiter "Gase"

    Sein Statement: Intelligente Messsysteme erfassen, verarbeiten und transferieren abrechnungsrelevante Messwerte. Die Richtigkeit der Messwerte und die Nachvollziehbarkeit der Abrechnung werden durch die Anwendung des Eichrechts sichergestellt.
  • Ingo Schönberg
    Vorstandsvorsitzender der Power Plus Communications AG

    Sein Statement: Digitalisierung und Energiewende werden mit dem Smart Meter verheiratet.  Ohne Digitalisierung keine erfolgreiche Energiewende.
  • Prof. Dr.-Ing. Bernd Engel
    Technische Universität Braunschweig, Institut für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen 
  • Dr. Thomas Engelke
    Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

    Sein Statement: Smart Meter dürfen nicht mehr kosten als sie auch Strom einsparen.

Moderation

  • Jens Lubbadeh
    Wissenschaftsjournalist

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