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Spaß an der Forschung

Tatsachen? Forschung unter der Lupe

v.l.n.r.: Katharina Wurdack, Rebekka Steinmann, Prof. Dr. Rudi Balling, Dr. Iris Eisenbeisser und Moderator Hannes Schlender. Foto: K. Aufmuth

Bei der vorerst letzten Veranstaltung der Reihe „Tatsachen? Forschung unter der Lupe“ stand noch einmal der Mensch im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung haben wir am 25. April 2013 vier Gäste zum Thema „Spaß an der Forschung“ ins Haus der Wissenschaft eingeladen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, ob und wie man den Faktor Spaß mit dem wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Forschung vereinen kann.

"Alles eine Frage der Einstellung"

Eröffnet wurde die Runde von Rebekka Steinmann, Doktorandin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Sie ist der Meinung, dass es vor allem eine Frage der persönlichen Einstellung ist, ob man Spaß an der Forschung hat oder nicht. „Wenn man hinter dem steht was man tut, macht es auch Spaß. Es gibt viele Rückschritte, aber was am Ende dabei herauskommt, bringt einen nach vorne“, so die Doktorandin. Wichtig sei außerdem, wie in allen anderen Berufsfeldern auch, dass es zwischenmenschlich passt. „Eine gute Arbeitsgruppe trägt ungeheuer viel zu Spaß und Freude an der Arbeit bei.“

"Das schönste ist das Aha-Erlebnis"

Auch Prof. Dr. Rudi Balling, Direktor des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine und bis 2009 wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, unterstrich die Wichtigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen - wenn auch auf anderer Ebene. „Absolut entscheidend sind meiner Meinung nach Vorbilder und Mentoren. Vertrauen, positives Feedback und Ermutigung sind die Grundbausteine für den Spaß an der Forschung“, so der renommierte Wissenschaftler. Eine weitere Voraussetzung sei natürlich auch das gegebene Interesse und eine gehörige Portion Neugier. „Ich wollte immer verstehen wie etwas funktioniert. Das schönste an der Forschung ist für mich das Aha-Erlebnis“, erläuterte Balling seinen Werdegang zum Wissenschaftler.

"Das Fenster in die Wissenschaft öffnen"

Dass es wichtig ist, diese Neugier vor allem bei Schülern zu fördern unterstrich Dr. Iris Eisenbeiser, Geschäftsführerin des BioS Schülerlabor. „Wir wollen den Schülern ein realistisches Bild von Forschung vermitteln. Mit der praktischen Arbeit möchten wir ein Fenster in die Wissenschaft öffnen“, erklärte Eisenbeiser das Prinzip des Schülerlabors. Die eher theoretischen Grundlagen, die in der Schule gelernt werden, können hier in zahlreichen Experimenten praktisch angewendet werden. „Das Schülerlabor kann somit als integraler Bestandteil des Unterrichts verstanden werden“.

"Der Praxisbezug ist wichtig"

Katharina Wurdack, Schülerin am Gymnasium Martino-Katharineum, konnte diese Aussagen bestätigen. „Es ist toll, wenn man das Gelernte anwenden kann. Der Praxisbezug ist für mich unheimlich wichtig“, erklärte Wurdack. Dass es in der Schule nicht immer ganz einfach ist, den Schülern Spaß an der Forschung zu vermitteln kann sie verstehen. Letztendlich sei es aber sowieso eine Frage des Interesses. Sie sieht ihre berufliche Zukunft auf jeden Fall im wissenschaftlichen Bereich. Auch, weil „die Forschung für mich eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, die in anderen Berufsgebieten nicht gegeben ist“.

Durch den Abend führte Wissenschaftsjournalist Hannes Schlender. Zwischen den Redebeiträgen der Referenten ließ er auch immer wieder das interessierte Publikum zu Wort kommen. Die Fragen lieferten zusätzliche Impulse und Aspekte, welche in die Diskussion aufgenommen wurden.

(Autor: Jonas Hartwig)