6. Bioethik-Symposium
Humangenetische Diagnostik - Wozu? Wohin?
Die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft lädt in Kooperation mit der Akademie für Ethik in der Medizin e. V. Göttingen und dem Evangelischen Klosterforum Braunschweig zum 6. öffentlichen Symposium zu Fragen der Bioethik "Humangenetische Diagnostik - Wozu? Wohin?" am Donnerstag, den 4. Februar 2010 von 14 bis 18.30 Uhr in das Haus der Wissenschaft ein.
Programm:
14.00 Prof. Dr. Dr.h.c. Joachim Klein, Braunschweig:
Begrüßung und Einführung
Moderation:
Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Klein
14.15 Prof. Dr. med. Karl Sperling, Berlin:
Was ist human-genetische Diagnostik?
15.00 Prof. Dr. med. Peter Propping, Bonn:
Wozu dient humangenetische Diagnostik? Klinische Perspektiven
15.45 Dr. jur. Wolfram Eberbach, Erfurt:
Das neue Gendiagnostik-Gesetz: seine Bedeutung für das Individuum und das Umfeld
16.30 Pause
Moderation:
Prof. Dr. med. Claudia Wiesemann, Göttingen
16.45 Prof. Dr. phil. Jan P. Beckmann, Hagen:
Philosophisch-ethische Perspektiven der humangenetischen Diagnostik
17.30 Prof. Dr. theol. Friedrich Lohmann, Berlin:
Theologisch-ethische Perspektiven zur humangenetischen Diagnostik
18.15 Klaus Gahl, Braunschweig:
Schlusswort
18.30 Ende der Veranstaltung
Referenten und Moderatoren
Prof. Dr. phil. (emer.) Jan P. Beckmann, Institut für Philosophie der FernUniversität Hagen, Universitätsstraße 11/1, 58048 Hagen
Dr. jur. Wolfram Eberbach, Thüringer Ministerim für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Werner-Seelenbinder-Straße 7, 99096 Erfurt,
Prof. Dr. med. Klaus Gahl, Ehem. CA Klinikum Braunschweig, Dürer-Straße 10, 38106 Braunschweig,
Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. Joachim Klein, Präsident der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, Fallersleber-Tor-Wall 16, 38100 Braunschweig
Prof. Dr. Theol. Freidrich Lohmann, Theologische Fakultät, Inst. f. Systematische Theologie/Ethik der Humboldt-Universität, Burgstr. 26, 10178 Berlin
Prof. Dr. med. Peter Propping, Inst. f. Humangenetik der Universität Bonn, Wilhelm-Straße 31 53111 Bonn
Prof. Dr. med. Karl Sperling, Institut für Humangenetik der Humboldt-Universität, Augusten Platz 1, 13353 Berlin
Prof. Dr. med. Claudia Wiesemann, Präsidentin der Akadmie für Ethik in der Medizin e.V., Direktorin des Inst. für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Göttingen, Humboldtallee 36, 37073 Göttingen
Humangenetische Diagnostik – Wozu? Wohin?
Im April 2009 hat der Deutsche Bundestag ein „Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen“ verabschiedet. Dieses Gesetz umfasst mehr als genetische Untersuchungen. Der für unsere Gesellschaft relevante Kern betrifft vor allem die Regelung des Umgangs mit genetischen Informationen, die nicht allein eine untersuchte Person sondern auch ggf. ein sich entwickelndes Leben oder aber Verwandte oder erwachsene Personen. In der vorgeburtlichen Diagnostik geht es um die Klärung oder Aufdeckung möglicherweise krankmachender Erbanlagen und ggf. um deren Verhinderung. Bei Erwachsenen zielen genetische Untersuchungen auf die exakte Erkennung nachgewiesener Krankheiten (z. B. spezielle Formen von Dickdarmkrebs), von Medikamenten(un)verträglichkeiten (sog. Pharmako-genetik) oder auf den Nachweis oder Ausschluss für drohende Erkrankungen (z. B. spezielle Formen von Herz- oder Gehirnerkrankungen). Auch lässt sich bei manchen Krankheiten das Risiko erfassen, dass auch Kinder solcher Kranken früher oder später in gleicher Weise erkranken (z. B. Brustkrebs bei jungen Frauen oder Dickdarmkrebs bei Darmpolypen). Werden eines Tages Arbeitgeber oder Krankenkassen oder Lebensversicherungen uns nach unseren genetischen Daten fragen und Policen nach dem Ergebnis bestimmen? Haben wir nicht auch das Recht auf genetisches Nicht-Wissen? Müssen wir unsere Zukunftsoffenheit einem biologischen Determinismus unserer Gen-Ausstattung opfern? Das neue Gendiagnostikgesetz gilt dem Schutz unserer Gesellschaft – einzelnen Kranken wie auch der (vermeintlich gesunden) Öffentlichkeit. Kann dieses Ziel erreicht werden? Das 6. Bioethik-Symposium wird die vielfältigen Aspekte eines grundlegenden Problems zwischen Wissenschaft und Gesellschaft vorstellen. Sie sind herzlich eingeladen.
Veranstalter:
Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft,
Akademie für Ethik in der Medizin e.V.,
Evangelisches Klosterforum


