Sprache und Öffentlichkeit
Wachstum und Dekadenz: Zum Problem der Evolution der Sprachen
Vortrag
06.02.2012, 18.30 Uhr
Haus der Wissenschaft
Eintritt frei
Zum Inhalt
Es gibt weder Verfall noch Fortschritt der Sprachen. In jeder Sprache kann jeder Sachverhalt oder jede Handlungsabsicht auf die eine oder andere Weise ausgedrückt werden. Seit Entstehung der uns heute bekannten Sprachen ist ihre Evolution abgeschlossen. Ein Fenster in die Evolution von Sprachen findet sich lediglich noch in der Betrachtung des kindlichen Spracherwerbs. Sprachwandel gibt es nur innerhalb der vorhandenen universalen Rahmen für Sprachen, er betrifft die Möglichkeiten zur Variation von Ausdrücken als Beziehung zwischen Form, Absicht und Inhalt. Wenn Sprachen zu wachsen oder zu schrumpfen scheinen, dann betrifft dies in der Regel den Wortschatz. Sprachliche Strukturen und grammatische Formen werden ggf. durch andere ersetzt. Die Funktionalität sprachlicher Kommunikation bleibt erhalten. Verfall tritt auf, wenn deren Nutzer die sozial bedingten Normierungen des Sprachgebrauchs oder stilistische Grundsätze der Verständlichkeit missachten. Bewusst geschieht dies u.a. in der Werbung, unbeabsichtigt auch in der Hektik des Alltags.
Referent
Dr. Hero Janßen, Prof. für anglistische Sprachwissenschaft, TU Braunschweig


