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Gesundheitsforschung kontrovers - Hannover

Zu diesem Thema

Tierversuche in der Gesundheitsforschung - (un)entbehrlich?

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Fishbowl
28.11.2011, 19 Uhr
Üstra Remise, Goethestr. 19, 30169 Hannover

Eintritt frei

Zum Inhalt

Das Thema "Tierversuche" berührt - Emotionen machen eine abwägende Diskussion über die Gründe für Tierversuche sehr schwierig.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verweisen darauf, dass es beispielsweise bei der Medikamentenforschung weiterhin der Tierversuche bedarf, um letzendlich Menschenleben zu retten. Sie betonen, dass nicht alle Versuche durch alternative Verfahren abgedeckt werden können, da die Simulation komplexer Organismen nicht immer möglich ist.
Die Gegner wiederum argumentieren, dass aus ihrer Sicht oft nicht ausreichend geprüft wird, ob in einem konkreten Fall nicht doch alternative Testverfahren wie die Computersimulation möglich wären. Weiter sind aus ihrer Sicht durch Tierversuche gewonnene Erkenntnisse häufig gar nicht hinreichend auf den Menschen übertragbar. Schließlich bleibt natürlich die ethische Abwägung: ist der Nutzen, den die Versuche für den Menschen bringen so hoch, dass der im Grundgesetz festgeschriebene Tierschutz einzuschränken ist? Können wir uns als Menschen damit einen höheren Rang in der natürlichen Ordnung einräumen?
In der sogenannten Fishbowl-Diskussion haben Sie die Möglichkeit, sich interaktiv zu beteiligen und diese Fragen auf Augenhöhe mit den anwesenden Experten zu debattieren.

Experten

  • Prof. Dr. Hansjoachim Hackbarth, Institut für Tierschutz und Verhalten der Tierärztlichen Hochschule Hannover

  • Prof. Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinink für HTTG-Chirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover

  • Prof. Dr. Jörg Luy, Leiter des Instituts für Tierschutz und Tierverhalten der FU-Berlin

  • Christian Meyer, MdL Niedersachsen, Bündnis 90/Die Grünen

Moderation

Oliver Kuklinski, PlanKom


Gesundheitsforschung kontrovers

Themen wie Stammzellenforschung, grüne Gentechnik oder Präimplantationsdiagnostik stehen für den Fortschritt der Gesundheitsforschung, aber auch für gesellschaftliche Konflikte, wie zum Beispiel den um die damit verbundenen Kosten. In der Diskussion wichtiger Gesundheitsthemen sind häufig die moralisch-ethischen Argumente ähnlich bedeutsam wie die wissenschaftlichen. Im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung organisiert das Haus der Wissenschaft Braunschweig gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina bundesweit Dialogveranstaltungen mit interaktiven Diskussionsformaten wie z.B. dem Fishbowl.

Eine Fishbowl-Diskussion ist ein Gesprächsformat, das es jedem Zuschauer ermöglicht, sich und seine Meinung durch einen Platzwechsel einzubringen – wenn er das wünscht. In der Mitte der Diskussionsrunde (im „Goldfischglas“) diskutieren Experten. Das Publikum sitzt um die Experten und verfolgt zunächst ca. 45 Minuten die Diskussion. Nach diesem Zeitpunkt sind alle eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. Möchte ein Zuschauer aus dem äußeren Kreis etwas zur laufenden Diskussion in der Mitte beitragen, kann er einen der beiden freien Plätze im Innenbereich einnehmen und mitdiskutieren.