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Architektur

Der heutige Gebäudekomplex „Haus der Wissenschaft Braunschweig“ entstand zwischen 1935 und 1937. Das Konzept des damaligen Architekten Emil Herzig sah eine Aufteilung in drei Hauptkörper vor: Den Hörsaalbau, das Naturhistorische Museum und den Turnhallenbau. Die drei Gebäudeteile sind um einen zur Nordseite offenen Innenhof gruppiert, der erst Mitte der 1960er Jahre durch die Errichtung eines Nordtraktes in den heutigen Zustand überführt wurde.

Auf den ersten Blick lässt das Bauwerk an den norddeutschen Backsteinexpressionismus denken, einige Einzelbauteile nehmen starken symbolischen Bezug zur nationalsozialistischen Ideologie auf.
Das dominante Gebäude der Anlage ist der sechs Etagen hohe, turmartige Mittelbau, der unten die Eingangshalle, darüber die Hörsäle, Seminar- und Büroräume und die Aula einschließt.
Die ausschweifenden Dächer, besonders im Bereich des Naturhistorischen Museums zur rechten Seite und auch bei der so genannten Ehrenhalle im Turmbau erinnern an den norddeutschen Sakralbau der Backsteingotik.
Über der Ehrenhalle (Gewölberaum), dem Turmbau aufgesetzt, befand sich ein halbkugeliger Dachaufsatz, in dem eine "Volkssternwarte" untergebracht war.

Der gesamte Komplex ist mit den aufstrebenden Pfeilern des Mittelteils auf seine Fernwirkung ausgerichtet. Die bewusste Vertikalbetonung wird jedoch durch die Monumentalität des Gebäudes gebremst. Der monolithisch anmutenden Massivität wird durch die Mauerwerksvorlage aus dünnformatigen Klinkern ein expressiver Tenor verliehen, obwohl die expressionistische Architektur zur Bauzeit (1935-37) bereits ein Jahrzehnt zurücklag.

Bei der Innengestaltung orientierte sich Herzig an den monumental-klassisch gestalteten Repräsentationsbauten seiner Zeit. Über den Gesamtkomplex verteilt, ließen sich Symbole nationalsozialistischer Weltanschauung finden: Wandleuchter als Fackelhalter, Inschriften als Hinweis für Kampf und Tod sowie Heizkörperverkleidungen und Treppengeländer mit schmiedeeisernen „Kreuzen“.

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